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stadtgeschichte

Erinnerung an Notzeiten

Im Stadtmuseum wird derzeit eine Ausstellung über den Ersten Weltkrieg vorbereitet

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Fahnen der früheren Kriegervereine aus Groß-und Kleinsachsenheim. Auf einer Bühne in Ochsenbach wurde die Fahne des Ochsenbacher Kriegervereins entdeckt (hinten).Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Im Sachsenheimer Stadtmuseum wird am 12. Oktober eine Ausstellung eröffnet, die die Geschehnisse von vor 100 Jahren aus örtlicher Sicht beleuchten soll. „Ein Friedhof voll von Deutschlands bester Manneskraft“ ist der Titel dieser Ausstellung zum Ersten Weltkrieg. Museumsleiterin Dr. Claudia Papp ist überrascht, wie engagiert sich die Bürger schon an den Vorbereitungen beteiligen.

Ein älterer Großsachsenheimer radelt mit dem Fahrrad zum Kulturhaus, in dem sich das Stadtmuseum befindet. In seiner Hand hält er eine Zigarrenschachtel. Seinen Namen will er nicht öffentlich machen. Er übergibt Museumsleiterin Claudia Papp die Zigarrenschachtel. In ihr befinden sich Ehrenzeichen, wie das Eiserne Kreuz und Fotos.

Von seinem Großvater stammen diese Dinge, die in der Familie fein säuberlich all die Jahre aufbewahrt wurden, erklärt er. Jetzt sollen sie in der Ausstellung gezeigt werden. „Es ist erfreulich, wie viele ganz persönliche Dinge aus den Familien dem Museum zu der Ausstellung übergeben werden“, freut sich Papp.

Die Ausstellung möchte die allgemeinen Hintergründe und Sachsenheimer Schicksale – an der Front und daheim – beleuchten. Die Spanne reicht von der Einberufung bis zur Einweihung von Kriegerehrenmalen. Auf einer Ochsenbacher Bühne ist jetzt sogar die bisher verschollene Fahne des Kriegervereins Ochsenbach aufgetaucht.

Die Ausstellung ist in drei Kapitel unterteilt: Propagandaflut, das Leben an der Heimatfront und die Nachwirkungen des Kriegsendes. Bilder sollen wirken und nachdenklich machen. Die Schau im Heimatmuseum ist das eine, das Begleitprogramm das andere. Nach der Eröffnung am 12. Oktober, zu der historische Szenen von 1870 bis 1919 von Mitgliedern des Fördervereins Steinhaus-Museum aus Bönnigheim gespielt werden, sind zahlreiche Führungen geplant, die sich mit Einzelschicksalen beschäftigen und das Leben der Menschen in jener Zeit in den Fokus rücken.

Auch Kinder werden mit einbezogen, indem sie unter dem Titel „Aus der Not geboren“ Kekse nach Rezepten aus Notzeiten backen. Kulturreferentin Andrea Fink hat eine Kaffeeführung unter dem Titel „Mokka oder Muckefuck“ im Programm. Mit einem musikalisch-literarischen Abend werden Bettina Steiger-Schöller und Sascha Albrecht aus Feldpostbriefen lesen.