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Erlesenes in historischem Ambiente

Die Veranstalter Till Breitkreutz und Sandra Bildmann. Foto: Dietmar Bildmann/p
Die Veranstalter Till Breitkreutz und Sandra Bildmann. Foto: Dietmar Bildmann/p
Die ambitionierte Kammermusikreihe Klanglese Kirbachtal geht in ihre zweite Saison

Sachsenheim. Unerschrocken inmitten der Pandemie gestartet ist im vergangenen Jahr die Klanglese Kirbachtal. Der Wagemut hat sich gelohnt: Mit der Resonanz auf ihre erste Saison können Till Breitkreutz und Sandra Bildmann, die Initiatoren der neuen Kammermusikreihe, hochzufrieden sein – alle Konzerte konnten wie geplant stattfinden und waren unter den gegebenen Umständen hervorragend besucht. Und das Konzept, Kammermusik von internationalem Rang mit der Region und ihren Weinen zu verbinden, ging gleichfalls auf: Musikerinnen und Musiker aus dem gesamten süddeutschen Raum waren bei den vier Terminen in Sachsenheim, Hohenhaslach und Häfnerhaslach zu erleben. Jedes Konzert habe spürbar mehr überregionales Publikum angezogen, einige Besucher seien sogar eigens aus München und Nürnberg angereist, freut sich Breitkreutz bei der Vorstellung der neuen Spielzeit.

Grund genug, in diesem Jahr ein Konzert mehr anzusetzen und zwei verschiedene Abonnements anzubieten. Hochkarätig besetzt gleich der Auftakt am 22. Mai in der Hohenhaslacher St. Georgskirche: Die Mitglieder des Hegel-Quartetts mögen, da zumeist in Stuttgart situiert, keine sonderlich lange Anfahrt haben, verfügen aber über internationale Erfahrung und bundesweites Renommee: Natalie Chee (1. Violine) ist erste Konzertmeisterin des Gürzenich-Orchesters Köln, Emily Körner (2. Violine) Stimmführerin beim SWR Symphonieorchester, Paul Pesthy dessen erster Solobratschist. Elena Cheah, wie Körner an der Juilliard School in New York und in Berlin ausgebildet, hat mit Daniel Barenboim gearbeitet und publiziert, seit 2014 bekleidet sie eine Professur für Violoncello an der Freiburger Musikhochschule. Wie Cheah sind Körner und Pesthy US-amerikanischer Herkunft, für sein Programm „Made in America“ schöpft das Hegel-Quartett mit Werken von Erich Wolfgang Korngold, John Adams und Jessie Montgomery tief aus den Quellen seiner Expertise für amerikanische Kammermusik, hinzu kommt Antontín Dvoráks 12. Streichquartett (Op. 96), seine zweite (unmittelbar im Anschluss an die 9. Sinfonie) in Amerika entstandene Komposition, daher das „Amerikanische“ genannt.

Gleich das nächste Highlight steht am dritten Juni-Wochenende an: Für „Follie d’amore“ verspricht Bildmann, die als Absolventin der Stuttgarter Musikhochschule (HMDK) und Akademistin beim SWR Vokalensemble in diesem Programm die Sopranpartien gestalten wird, einen „kammermusikalischen Opernabend mit dramaturgischem Konzept“. Für das Open-Air-Konzert stellt die Stadt Sachsenheim den Innenhof des Großsachsenheimer Wasserschlosses zur Verfügung, angesichts der auf 160 Besucher beschränkten Kapazität und der zu erwartenden Nachfrage wird das Konzert zweimal gegeben (18. und 19. Juni).

„Wien. Paris. A-Dur“ heißt es gut einen Monat später, wenn Florian Wiek (Klavier) und Anke Dill (Violine), beide mit einer Professur an der HMDK betraut, Werke von Mozart, Beethoven und César Franck zu einem Sonaten-Bouquet in A-Dur binden (30. Juli). Im Licht der „Morgenröte“ erscheint die Gattung des Klavierquintetts, der international gastierende Pianist Alexander Sonderegger wird als Solist in Werken von Robert Schumann und Franck zu erleben sein (3. September), Breitkreutz als Bratschist im Kreis des Streichquartetts. Den Saisonabschluss markiert „Goldtrunken“ mit dem Wendling Ensemble, das am 8. Oktober in der Evangelischen Kirche St. Fabian und Sebastian Großsachsenheim einen Bogen von Mozart und Tschaikowski zu Erwin Schulhoff und Richard Strauss schlägt.

Internet: Mehr zum Programm und Tickets unter www.klanglesekirbachtal.de