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Erst das Frühstück, dann die LKZ

Für Helene Stahl gehört eine Ausgabe der Ludwigsburger Kreiszeitung seit rund 85 Jahren fest zu einem guten Start in den Tag. Am 30. Juni feiert die Ludwigsburgerin ihren 106. Geburtstag. Egal ob Politik, Sport oder die lokalen Nachrichten: Mit dem Lesen der LKZ hält sich die Seniorin jung.

Helene Stahl feiert ihren 106. Geburtstag. Foto: privat
Helene Stahl feiert ihren 106. Geburtstag. Foto: privat

Ludwigsburg. Seit Helene Stahl im Jahr 1935 mit ihrem Mann von Stuttgart nach Markgröningen gezogen ist, gehört das Lesen der Ludwigsburger Kreiszeitung bei der Seniorin genauso zum morgendlichen Ritual, wie das Frühstück an sich. Um gut informiert in den Tag zu starten, blättert Helene Stahl selbst durch die LKZ oder lässt sich einzelne Berichte von ihrer Tochter Claudia Stahl-Kottsieper vorlesen. „Mein Vater war Geschäftsmann“, so Stahl-Kottsieper. „Für Mama und Papa war es allein deshalb schon ein Muss, die Zeitung zu abonnieren. Sie wollten einfach wissen, was in der Stadt los ist.“ Am 30. Juni feiert Helene Stahl ihren 106. Geburtstag – und auch an ihrem Ehrentag darf ein Blick in die aktuelle LKZ-Ausgabe nicht fehlen.

1914 in Stuttgart geboren und aufgewachsen, zog es Stahl nach ihrer Heirat im Jahr 1935 mit Ehemann Oskar zunächst nach Markgröningen. „Seit diesem Zeitpunkt war die LKZ für meine Eltern präsent“, so Tochter Claudia Stahl-Kottsieper, die 1950 als zweites Kind geboren wurde. Bereits 1939 erblickte ihr Bruder Peter das Licht der Welt. „Ich bin dann quasi in unser neues Haus hineingeboren worden“, sagt Stahl-Kottsieper. Denn 1950 begann das Ehepaar Stahl, das zusammen einen Ledergroßhandel in der Stadt besaß, in Ludwigsburg ein Eigenheim zu bauen. Helene Stahl und auch Tochter Claudia leben noch heute dort.

Das Geheimnis hinter dem hohen Alter ihrer Mutter ist laut Stahl-Kottsieper der gesunde Lebensstil und vor allem die große Lebensfreude. „Meine Mutter war immer sehr sportlich und ernährt sich auch heute noch sehr bewusst“, so Stahl-Kottsieper. Vor dem Krieg seien ihre Eltern fast an jedem Wochenende in den Bergen unterwegs gewesen. Zudem seien beide oft Ski gefahren. Die Begeisterung für den Sport ließ Stahl sogar ein Sportgeschäft in Kornwestheim eröffnen. Das hat sie aber nach der Geburt ihrer Tochter Claudia wieder aufgegeben.

Neben den sportlichen Aktivitäten und Interessen – unter anderem auch in der Gymnastik-Gruppe des Kneippvereins Ludwigsburg – durfte für Helene Stahl lange Zeit aber eines nicht fehlen: das Reisen. Vor allem von 1970 bis 1982 hat Stahl ihre Tochter Claudia, die Stewardess war, auf unzähligen Reisen begleitet. „Egal ob Südafrika, Amerika oder Rio. Meine Mutter ist immer mitgereist“, so die Seniorin. „Das Reisen hat ihr wirklich immer sehr viel Freude gemacht. Es war ihr großes Hobby.“ Vor drei Jahren noch besuchte Helene Stahl ihre Enkelin Lea Kottsieper, die in Berlin lebt und arbeitet.

Da das Reisen nicht mehr so uneingeschränkt möglich ist wie früher, ist die 106-Jährige gerne im hauseigenen Garten an der frischen Luft. Und neben ihrer Gesundheit achtet sie auch verstärkt auf ihr äußeres Erscheinungsbild. „Sie ist da wirklich sehr bedacht. Achtet immer darauf, dass ihre Haare gemacht und die Fingernägel lackiert sind. Sie ist immer sehr gepflegt“, erzählt Tochter Claudia Stahl-Kottsieper. „Meine Mutter ist einfach ein zufriedener Mensch mit einer wahnsinnig tollen Ausstrahlung. Und sie möchte eben auch im Alter noch hübsch aussehen.“

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