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Erstes Drive-in-Impfen im Landkreis Ludwigsburg: Autofenster runter für die Spritze

Impfpremiere auf der kleinen Straße bei Löchgau. Die Autoschlange reißt nicht ab.Fotos: Alfred Drossel
Impfpremiere auf der kleinen Straße bei Löchgau. Die Autoschlange reißt nicht ab.Fotos: Alfred Drossel
Bequemer geht es nicht: Impfen im Auto.
Bequemer geht es nicht: Impfen im Auto.
Sabine Schweikert und Elke Link ziehen die Spritzen auf.
Sabine Schweikert und Elke Link ziehen die Spritzen auf.
Aussteigen ist auf der Impfstraße bei Löchgau nicht notwendig. Boostern im Auto – das war am Mittwoch und ist am Donnerstag ein Angebot für Impfwillige. Die Idee kommt gut an. Alle zwei Minuten wird eine Spritze gesetzt und dann geht die Fahrt weiter.

Löchgau. In der letzten Woche des Jahres soll, so Landrat Dietmar Allgaier, das Impfen noch mal richtig beschleunigt werden. „Big Bang Booster“ lautet der Slogan des Landratsamts. Dazu findet auf der Stichstraße zwischen dem Königssträßle und der Landesstraße1114 bei Löchgau ein erstes Drive-in-Impfen statt. 5000 Dosen stehen an zwei Tagen dafür bereit. Am Mittwoch lief die Aktion unter der Regie des Landratsamtes, am Donnerstag organisiert die Impfaktion die Freiwillige Feuerwehr Freudental.

„Damit wollen wir den impfwilligen Bürgerinnen und Bürgern kurzfristig eine unkomplizierte Möglichkeit zur Drittimpfung geben und gleichzeitig unsere heimischen Arztpraxen zwischen den Jahren entlasten“, betont Bastian Rittmann vom Bevölkerungsschutz des Landratsamtes. Für die ärztliche Beratung und die Organisation ist am Mittwoch das sechsköpfige Ärzteteam von Dr. Dominic Keller und Heiko Fessler aus dem Kreis Heilbronn zuständig. Die Freudentaler Feuerwehr unter Kommandant Alexander Weidhaus ist für den Ablauf, die Beleuchtung und Verkehrsabsicherung verantwortlich. Am Donnerstag übernehmen die Klinikärztinnen Dr. Maren Weidhaus und Dr. Doro Baumann die ärztliche Leitung. Für die Logistik ist wieder ein zehnköpfiges Team der Freudentaler Wehr verantwortlich.

Lange Autoschlange

Schon eine Stunde vor Öffnung der Impfstraße bildet sich eine lange Autoschlange. Elke Schmid aus Knittlingen hat beim Vorbeifahren das große Transparent von „Bing Bang Booster“ gesehen, gewendet und sich angestellt. Sie war die Erste, die den Piks im Auto bekam. Dennis Rugost und seine Frau Valentina aus Kirchheim bezeichnen die Aktion als „genial“. Er fragt sich, warum man diese Idee nicht schon früher gehabt hat. „Bequemer geht es nicht“, sagt seine Frau Valentina und krempelt den Ärmel hoch.

Alle zwei Minuten wird eine Spritze gesetzt. Das bürokratische Drumherum wurde reduziert. „Wir bieten hier einen Vollservice an“, unterstreicht der Arzt Dominic Keller. Nach einem kurzen Gespräch werde geimpft und wenig später dem Impfling der digitale Impfausweis überreicht. Das gefällt Christian Werner aus Besigheim. Er glaubt, dass das ganze Drumherum bei der Impfung den einen oder anderen davon abhält, sich impfen zu lassen. Fritz Koch ist von Bietigheim heraufgefahren und hat sich mit seinem wohlbeheizten Auto angestellt.

Spritzen werden im Akkord aufgezogen

Das Regenwetter hat die Impfaktion für das Team erschwert. Impfbusfahrer Martin Krapp heizt den Bus immer wieder auf, dass sich die Helfer aufwärmen können. Im Bus ziehen Sabine Schweikert und Elke Link im Akkord die Spritzen auf. Unterdessen reißt die Autoschlange vom Königsträßle her nicht ab, bis 22 Uhr ist die Aktion am Auftakttag geplant gewesen.

Am Donnerstag hat der Drive-in von 9 bis 20 Uhr geöffnet.