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Es bleibt dabei: Keine Schnelltests für Ludwigsburg

Haben sich Stadtverwaltung, Landkreis und Land zu wenig um ausreichend Tests bemüht? Eine Tübinger Ärztin zeigt, dass es auch anders geht

Ludwigsburg beteiligt sich nicht an der Aktion. Archivfoto: dpa
Ludwigsburg beteiligt sich nicht an der Aktion. Archivfoto: dpa

Ludwigsburg. In 14 Kommunen im Landkreis werden die Bürger die Möglichkeit haben, einen kostenlosen Schnelltest zu machen. Nur die Kreisstadt Ludwigsburg ist nicht mit von der Partie. Mit Enttäuschung und Unverständnis haben unsere Leser gestern der Zeitungslektüre entnommen, dass es in Ludwigsburg keine Corona-Schnelltest-Aktion geben wird wie beispielsweise in Kornwestheim, Sersheim oder Bietigheim.

Begründet hatte die Stadtverwaltung dies damit, dass zum einen die Zahl der zur Verfügung stehenden Tests für den Landkreis sehr gering ist (4200 Stück), zum anderem sei das Deutsche Rote Kreuz, das diese Test durchführt, in Ludwigsburg mit dem Aufbau des Impfzentrums in der Weststadt stark eingebunden.

Das ist freilich eine Erklärung, trotzdem ist diese Antwort nicht zufriedenstellend, und man fragt sich, ob es sich die Verwaltungen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene nicht zu einfach damit machen. Dass es nämlich auch anders geht, zeigt zum Beispiel Tübingen. Die Tübinger Notärztin Lisa Federle ist bei der Corona-Teststrategie nämlich Vorreiterin. Sie hatte 20 000 Schnelltests geordert, die mit Hilfe einer Spendenaktion finanziert wurden. Tübinger können sich nun schon seit einigen Tagen kostenlos auf dem Marktplatz auf das Corona-Virus testen lassen, wenn sie Angehörige besuchen möchten, die einer Risikogruppe angehören. Und dieses Angebot wird angenommen. Nach LKZ-Informationen betrug die Warteschlange am Freitag rund 300 Meter.

Wenn es nun also einer Person gelungen ist, eine so große Zahl an Tests für nur eine Stadt zu bekommen, dann erscheint die weitaus geringere Zahl für einen gesamten Landkreis wie ein kläglicher Versuch. Freilich soll es kein Massentest werden wie es beispielsweise Österreich vorgemacht hat, aber 4200 Tests für einen Landkreis mit über einer halben Million Einwohner, das ist noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Weitere Tests wird es laut Sozialministerium übrigens nicht geben. Weder für das Land noch für den Landkreis. Und auch die Stadt Ludwigsburg positioniert sich eindeutig: „Es gibt keine Überlegungen, mit einer einmaligen Aktion oder dauerhaft Schnelltests anzubieten“, so Pressesprecher Peter Spear. Die Stadt verfüge über kein medizinisches Personal, das die Aufgaben übernehmen könne. Allerdings soll es ab 10. Januar eine Drive-In-Teststelle für Schüler, Lehrer, Polizei und Mitglieder von anderen Hilfsorganisationen geben, die als Kontaktperson der Kategorie 1 zählen.

An der MHP-Arena beim Bahnhof wurde nach Informationen unserer Zeitung in dieser Woche vom Landratsamt der Probebetrieb für diese Drive-in-Teststelle aufgenommen. Sollte diese Teststelle nach dem 10. Januar in den Dauerbetrieb gehen, soll es dort Schnelltests für Personen geben, die zu den Kontaktpersonen der Kategorie 1 zählen oder bei denen die Corona-App die rote Warnfarbe anzeigt. Gedacht ist die Teststelle offenbar zunächst für Schüler, Lehrer, Mitarbeitende der Polizei und Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und weiterer Hilfsorganisationen, auch Kitas kommen möglicherweise noch dazu.

Die Stadt hat gestern darauf verwiesen, dass alle Senioreneinrichtungen verpflichtet sind, Besuche nur noch nach Schnelltests oder mit dem Tragen von FFP2 -Masken zuzulassen sowie Testungen beim Personal vorzunehmen.

Info: Ergänzend zu unserer Übersicht vom Freitag teilt Kornwestheim mit, dass die Tests in der Zeit von Sonntag, 20. Dezember, 12 Uhr, bis Dienstag, 22. Dezember, 12 Uhr, unter www.drk-kornwestheim.de gebucht werden können.

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