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Fast wie ein Marathon im Wasser

Beim 24-Stunden-Schwimmen der DLRG im Mineralfreibad Oberes Bottwartal starten 194 Teilnehmer

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Bahn um Bahn ziehen die Schwimmer, bis das Wasser im Becken anfängt zu brodeln.Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt heißt es, und wer möglichst viele Bahnen ziehen will, muss erst mal ins Wasser. Am heißen Samstagmittag fiel das beim 24-Stunden-Schwimmen der DLRG im Mineralfreibad Oberes Bottwartal keinem schwer. Die Erfrischung kam gelegen. Und trotzdem: Mit der Zeit macht vor allem die Kühle des Wassers den Schwimmern zu schaffen, weiß Jochen Bodmann von der DLRG Oberes Bottwartal, die das 24-Stunden-Schwimmen zum fünften Mal organisiert hat. Dabei geht es darum, in 24 Stunden – von Samstag um 12 Uhr bis Sonntag 12 Uhr – so viele Bahnen zu ziehen wie möglich.

So viele Pausen, wie man will

Man darf Pause machen so oft man will, darf sogar mal nach Hause, man darf essen, schlafen, sich erholen – und dann wieder ins Becken springen. Gezählt werden die Runden mit einem elektronischen System, das die Oberstenfelder DLRGler selbst ausgetüftelt haben: Jeder Schwimmer trägt ein Armband mit Chip und wischt nach 50 Metern – eine Beckenlänge – an einem Sensor entlang, dann ist die Bahn gezählt. Am Computer ist jederzeit die Zahl der geschwommenen Bahnen einzusehen – das spornt an.

Im Schwimmerbecken sind für die Teilnehmer vier Bahnen abgeteilt, zwei für Schnell- und zwei für Langsamschwimmer. In beiden schäumt das Wasser beachtlich, der Profi trägt Schwimmbrille, die meisten kraulen elegant durchs Becken, nur selten sieht man den Brustschwimmstil.

160 Teilnehmer hatten sich angemeldet, der Rest trudelte im Laufe des Vormittags ein, mehr als 200 Startplätze bieten die Veranstalter nicht an. „Man soll ja auch noch Platz haben beim Schwimmen“, sagt Jochen Bodmann. Ziel der Veranstaltung ist nämlich, Besuchern auch aus der weiteren Umgebung das schöne Freibad zu zeigen und die Begeisterung fürs Schwimmen zu fördern. Beides gelingt offenbar: Die Besucher schwärmen vom Südsee-Flair (Palmen!) und die Kinder stehen beim Schwimmtraining der DLRG Schlange, hat Bodmann beobachtet. Finanziell rechne sich die Veranstaltung nicht. Dank zahlreicher örtlicher Sponsoren sei es immerhin kein Verlustgeschäft, aber eben eine Werbung für den Verein. An diesem Wochenende können nicht nur alle Badegäste bis Mitternacht schwimmen, Teilnehmer des 24-Stunden-Schwimmens dürfen sogar auf den Liegewiesen ihr Zelt aufschlagen und übernachten: So ein Bad in der Nacht oder am frühen Morgen dürfte seine eigenen Reize haben – und man muss noch nicht einmal heimlich über den Zaun steigen.

Zuerst werden Zelte aufgebaut

Kurz nach dem Startschuss sind immer noch einige von weiter her Angereiste mit dem Zeltaufbau beschäftigt. Selina, Jette und Nina sind aus Leutenbach angereist und Mitglieder beim DLRG Backnang. Der Papa hat sie hergebracht, versorgt die drei Zehnjährigen mit Sonnencreme. Irgendwelchen Ehrgeiz? Also, tausend Meter wollen sie schon schaffen, sagen die drei Mädchen, das sind 20 Bahnen. Dafür dürfen sie am nächsten Morgen ausschlafen. Bloß die Älteren werden geweckt.

Bisheriger Rekordhalter war ein Mann, der 42,2 Kilometer geschwommen ist – ein Marathon im Wasser. Am Ende der 24 Stunden haben 194 Teilnehmer insgesamt 1881,6 Kilometer geschwommen. Die Sieger: Kinder (bis 12 Jahre) Lea Schmidinger (12) aus Ilsfeld 20 000 Meter; Jugendliche (13 bis 17 Jahre) Larissa Karl (14), Steinheim, 26 000 Meter; Erwachsene Carina Wiesmeier (40), Schwabach, 35 000 Meter (das war in diesem Jahr die längste Strecke); Senioren (ab 60 Jahren) Eva Nickel (64) Großbottwar Hof und Lembach 10 300 Meter und Wolfgangt Henseler (62) Spiegelberg, 12 100 Meter.

Bei den Gruppen siegte das Team Warmduscher mit drei Schwimmern und 92 200 Metern, bei den Familien Familie Bär aus Oppau, drei Schwimmer und 74 000 Meter und der jüngste Teilnehmer war der sechsjährige Paul Schwager aus Backnang.