Logo

Förderzusage für die großen Pläne des Keltenmuseums

Der Bund unterstützt das Keltenmuseum im Eberdinger Ortsteil Hochdorf bis 2023 mit rund 643.000 Euro. Das hat die Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) am Donnerstag mitgeteilt.

Auf der rechten Seite des Keltenmuseums soll ein Anbau für die Medienpräsentation entstehen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Auf der rechten Seite des Keltenmuseums soll ein Anbau für die Medienpräsentation entstehen. Foto: Holm Wolschendorf

Eberdingen. Die Freude in Hochdorf und bei den Unterstützern des Keltenmuseums ist noch größer geworden: Nun hat auch der Bund eine Förderung zugesagt. Mit den 643.000 Euro bis zum Jahr 2023 können die Umbaupläne umfangreicher als ursprünglich gedacht umgesetzt werden – und die Finanzierungsanteile des Landes und der Gemeinde damit kleiner ausfallen (wir berichteten).

Bereits im Juli hatte das Land im Rahmen seiner auch in Eberdingen lang erwarteten Keltenkonzeption einen Zuschuss über eine halbe Million Euro angekündigt. Doch das hätte, zusammen mit dem gleich großen Betrag der Gemeinde Eberdingen, nicht ausgereicht, um neben der entsprechenden Modernisierung der Museumspädagogik und neuen, multimedialen Angeboten auch das rund 30 Jahre alte Gebäude mit seiner schlechten Dämmung wie gefordert zu sanieren und einen Anbau zu schaffen. 1,4 Millionen Euro würde alles insgesamt kosten.

Froh war man deshalb im Herbst, als sich eher zufällig – und trotz bisheriger enger Kontakte und Besprechungen mit Vertretern des Landes – eine neue, bessere Fördermöglichkeit auftat, von der die bisherigen Unterstützer profitieren würden: Der Bund würde 50 Prozent bezahlen, den Rest sich Land und Kommune hälftig teilen. Das dafür geforderte Konzept hat der Gemeinderat dann auch kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist Ende Oktober beschlossen. Bis März, so hieß es damals, sollte der Bescheid vorliegen. Bürgermeister Peter Schäfer hatte sich zuversichtlich gezeigt: „Wir liegen gut im Rennen.“ Andernfalls müsste man eben abspecken, vor allem bei den Bauplänen.

Doch mit den nun zugesagten Mitteln ist das nicht nötig. Sie werden vom Bund im Rahmen seines Förderprogramms „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen“ für die Einrichtung in Hochdorf sowie für drei weitere bedeutende Einrichtungen im Land, das Unteruhldinger Pfahlbaumuseum, das Museum Ulm mit Angeboten zu den Alb-Höhlen und das Laupheimer Museum zur Geschichte von Juden und Christen, zur Verfügung gestellt, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. Dazu kommen 350.000 Euro vom Land.

Das Geld fließt unter anderem in das mit rund 800.000 Euro – plus Architektenhonorare – veranschlagte bauliche Konzept. Unter anderem sollen die Elektrotechnik im heutigen Medienraum, wo die veralteten Filme aufwendig gewechselt werden müssen, erneuert und die teils undichte und schlecht isolierende Glasfassade größtenteils ausgetauscht werden. Größte sichtbare Veränderung sollen zwei Anbauten sein. In dem kleineren sollen Technik und Toiletten untergebracht werden, der größere ist an der Ostseite vorgesehen und soll als neuer Medienraum fungieren.

Auch inhaltlich schwebt Thomas Knopf, dem noch recht neuen Leiter des Keltenmuseums, einiges an Ideen vor, wurde bei seiner Präsentation im Gemeinderat klar. So will er unter anderem spezielle Angebote für jüngere Kinder und Schüler machen, und unter anderem mit virtuellen Angeboten die Werkstatt und das Gehöft im Außenbereich beleben, die etwa dank Augmented Reality und einem Tablet zur Kulisse für animierte Figuren und Erklärungen werden könnten. Bei der Umsetzung soll auch eine Fachkraft helfen, eine Teilzeit-Projektstelle ist in dem auf 360.000 Euro geschätzten didaktischen Teil ebenfalls enthalten.

„Damit geht ein Traum für mich in Erfüllung!“, freut sich der Vaihinger Landtagsabgeordnete Markus Rösler (Grüne) über die nun verkündete Zusage des Bundes. In den zehn Jahren seit 2011 sei es sein einziges Wahlversprechen gewesen, sich für eine finanzielle Förderung des Keltenmuseums einzusetzen. Das sei eine „große Entlastung für die Trägerkommune“. Denn bisher hat die Gemeinde Eberdingen die laufenden Betriebskosten des Keltenmuseums von jährlich rund 200.000 Euro alleine aufgewendet und zusätzlich in den vergangenen Jahren weit mehr als 400.000 Euro in die neue Didaktik und den Brandschutz investiert, so Rösler in einer Pressemitteilung.

Autor: