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Verkehr

Freiberg gibt Gas für Tempo100

Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Autobahn81 bei Freiberg auf 100 Stundenkilometer rückt in greifbare Nähe. Am Dienstagabend fasste der Gemeinderat den Auslegungsbeschluss für den Lärmaktionsplan, welcher Grundlage für das Tempolimit ist.

Die Stadt Freiberg ist einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der Autobahn 81 ein kleines Stück näher gekommen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die Stadt Freiberg ist einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der Autobahn 81 ein kleines Stück näher gekommen. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. „Der Ball liegt jetzt bei der Stadt Freiberg“, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen Anfang 2019 bei einer Pressekonferenz zu dem Thema. Immer wieder hat sich Renkonen beim Verkehrsministerium für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Schnelltrasse, welche die Stadt durchschneidet, starkgemacht. Wenn die Stadt die Forderung nach dem Tempolimit verbindlich in ihren Lärmaktionsplan aufnimmt, werde es das Land auf einer Strecke von mehreren Kilometern entlang der Freiberger Gemarkung anordnen, kündigte der Landespolitiker damals an. Der Wunsch sei zwar mehrmals gegenüber dem Land geäußert worden, „doch wir werden ihn nochmals bekräftigen“, sagte der Freiberger Schultes seinerzeit.

Dies soll jetzt im aktuellen Lärmaktionsplan erfolgen. Den Entwurf hat Dominik Wörn von den BS Ingenieuren Ludwigsburg am Dienstagabend dem Gemeinderat vorgelegt, der ihn mehrheitlich abgesegnet hat. Jetzt wird die Ausarbeitung öffentlich für Stellungnahmen ausgelegt und kann anschließend verabschiedet und den Behörden präsentiert werden.

Neben der Einführung von Tempo100 auf der A81 ganztags auf dem Gemarkungsgebiet enthält der Plan noch eine Reihe weitere Empfehlungen, um die Bevölkerung vor Lärmbelastung durch den Verkehr zu schützen. Dazu gehört im Wesentlichen die Einführung von Tempo30 innerorts in folgenden Bereichen:

Bahnhofstraße zwischen der Kreuzung Stuttgarter Straße und der Einmündung Graf-Adelmann-Straße.

Bietigheimer Straße/Bilfinger Straße zwischen dem Kreisverkehr Ortseingang Geisingen und der Einmündung Gartenstraße.

Ludwigsburger Straße zwischen der Kreuzung Mühlstraße und der Einmündung Bahnhofstraße (teilweise bereits vorhanden).

Mundelsheimer Straße in dem kurzen Bereich zwischen der Kreuzung Benninger Straße und der Einmündung der Straße Am Altneckar.

Stuttgarter Straße im Bereich der Kreuzung Bahnhofstraße und der Einmündung Kugelbergstraße.

Waren sich die Stadträte in Bezug auf die innerörtliche Temporeduzierung noch einig, so gab es hinsichtlich Tempo100 auf der Autobahn Meinungsverschiedenheiten. Zumal Dominik Wörn darlegte, dass die Maßnahme lediglich eine Lärmminderung von einem Dezibel bringe. Schließlich betreffe das Limit nur die Pkw. Der Schwerverkehr dürfe ohnehin nur 80 Stundenkilometer fahren und verursache weiterhin den gleichen Lärm.

„Mit einem Tempolimit wird der Verkehr runtergebremst, und dann wird wieder beschleunigt – die Autos sollten aber flüssig fahren“, sprach sich FDP-Stadträtin Carmen Dötterer gegen Tempo100 auf der Autobahn aus. Auf die Einlassung von Patrick Hirsch (Freie Wähler), wenn es um Lärmminderung geht, sei ihm egal, ob die Verbesserung bei 0,5 oder einem Dezibel liegt, antwortete Thomas Baum (FDP), dass die Einführung von Tempo100 unverhältnismäßig sei, nachdem ein neuer Straßenbelag eine Minderung von sogar sieben Dezibel gebracht habe. Tanja Pauer (Freie Wähler) sprach sich ebenfalls gegen das Tempolimit aus, weil es eine solche auf der Pleidelsheimer Nachbargemarkung auch nicht gibt.

CDU-Stadtrat Steffen Rapp wollte wissen, wie sich eine Einführung von Tempo30 innerorts auf den Verkehr auswirkt. „Dieser wird oft nach außen verlagert“, antwortete Dominik Wöhr. Sein Kollege Thomas Glock ergänzte aber, dass die Verkehrsverlagerung nach außen „nicht wesentlich“ sei, da es auf den genannten Straßen im Gegensatz zu Tempo-30-Zonen kein Rechts vor Links gibt.

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