Logo

Freude über neuen Ort der Begegnung

Sie schwingt und beschwingt, sagt Architekt Michael Jöllenbeck über die Harzberghalle. Jetzt wurde sie mit Verspätung eingeweiht. Fotos: Andreas Becker
Sie schwingt und beschwingt, sagt Architekt Michael Jöllenbeck über die Harzberghalle. Jetzt wurde sie mit Verspätung eingeweiht. Fotos: Andreas Becker
100 Besucher konnten sich auch von der sehr guten Akustik der Halle überzeugen.
100 Besucher konnten sich auch von der sehr guten Akustik der Halle überzeugen.
Einweihungsfeier mit über 100 geladenen Gästen und viel Musik – Vereine haben langen Atem bewiesen

Großbottwar. „Endlich feiern wir!“, sagte Bürgermeister Ralf Zimmermann vor über 100 Gästen. Er hatte in die gute Stube der Stadt eingeladen. Mit eineinhalbjähriger Verspätung wurde die Harzberghalle jetzt offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Mit Musik, Gesang und Grußworten. Und in der Hoffnung, dass hier künftig viele Feste und Kulturereignisse stattfinden.

Gekommen waren etliche Wegbegleiter eines Projekts, das die Stadt viele Jahre beschäftigte. „Unser gemeinsames Diskutieren hat sich gelohnt“, sagte der Bürgermeister an die Adresse früherer und aktueller Stadträte. Die neue Halle sah er auch als Zeichen, dass Miteinander und Gemeinsinn gelebt werden. Die Gremien haben laut Zimmermann eine finanziell, logistische und personelle Mammutaufgabe gestemmt.

„Großbottwar darf mit Fug und Recht stolz auf die neue Stadthalle sein. Und jedem, der in den vergangenen 15 Jahren gesagt hat, das wird eh nix, kann man einfach mal einen Ausflug hierher anbieten“, unterstrich der Bürgermeister. Dass es schwierige 15 Jahre waren, machte der Vorsitzende der Stadtkapelle Musikverein Großbottwar, Markus Brosi, deutlich. Als Vertreter der Vereine erinnerte der Stadtrat an die Zeit ohne Veranstaltungsstätte und dankte dabei vor allem den anwesenden Bürgermeistern der Nachbarkommunen Steinheim und Oberstenfeld, Thomas Winterhalter und Markus Kleemann, die ihre Hallen für größere Festlichkeiten zur Verfügung gestellt hatten. Die Stadtkapelle hat es besonders getroffen: Im März 2020 fand noch die Generalprobe für die Feier zum 100-Jahr-Jubiläum statt – dann war wegen Corona erst mal Schluss. Jetzt folgt der Neustart.

„Suchet der Stadt Bestes“: Dieses Bibelzitat stellte Dr. Pius Angstenberger von der katholischen Kirchengemeinde in den Mittelpunkt seines Grußwortes im Namen aller Kirchen. Und die Stadt hat dem Pfarrer zufolge einen Anziehungspunkt mit Magnetwirkung für Gespräche und Begegnungen geschaffen.

„Die Harzberghalle schwingt und beschwingt“, sagte Architekt Michael Jöllenbeck, als er das Entstehen eines solchen Gebäudes als harmonisches Zusammenspiel vieler Beteiligten bezeichnete. Auch wenn sich gezeigt habe, dass der günstigste Bieter nicht immer der beste sei, so Jöllenbeck. Die neue Halle führt ihm zufolge auf zeitgemäße Weise die Identität der Stadt mit ihren Fachwerkhäusern weiter. So sei der Saal ein reiner Holzbau mit hervorragender Akustik.

Davon konnten sich die Gäste bei den musikalischen Beiträgen überzeugen. Der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld hielt es froh-beschwingt, und der Bottwartäler Winzerchor überzeugte mit emotionalen Beiträgen. Besondere Akzente setzten überdies die Sängerinnen Mona Kreutzer und Lara Maute von der MAKS Musikakademie, die begleitet von Ulrich Staudenmaier aktuelle Songs interpretierten.

Dass die Halle Harzberghalle heißt, hat die Stadt einem Namenswettbewerb zu verdanken. Über 130 Vorschläge gingen dem Bürgermeister zufolge bei der Verwaltung ein, gleich 14 Teilnehmer schlugen Harzberghalle vor. Jetzt gab es für sieben Anwesende Gutscheine für den Besuch einer Kulturveranstaltung.