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Frische Luft kommt aus dem Schranksockel

Der Neubau der Oscar-Paret-Schule (OPS), das größte Bauprojekt der Stadt Freiberg und die aktuell größte Baustelle im Landkreis Ludwigsburg, schreitet stetig voran. Das Mammutprojekt prägt jetzt schon das Stadtbild und soll ein neues Aushängeschild für Freiberg werden. Der Zeitplan und die Kosten entwickeln sich wie geplant.

Auf dem Dach der neuen Oscar-Paret-Schule wurden in den vergangenen Monaten die Lüftungsgeräte aufgestellt. Foto: Stadt Freiberg (p)
Auf dem Dach der neuen Oscar-Paret-Schule wurden in den vergangenen Monaten die Lüftungsgeräte aufgestellt. Foto: Stadt Freiberg (p)

Freiberg. Seit Dezember wird laut Mitteilung der Verwaltung die hochmoderne, effiziente und rund 2,5 Millionen Euro teure Lüftungsanlage eingebaut. Von außen sichtbar wurden in den vergangenen Monaten die Lüftungsgeräte auf dem Dach aufgestellt. Zudem sind die Kanäle weitgehend verlegt. Zum Jahresende wird mit der Fertigstellung der gesamten Anlage gerechnet. Die Lüftungsgeräte haben Öffnungen, um frische Außenluft anzusaugen. Diese durchströmt zunächst Filter, welche Schadstoffe und Pollen zurückhalten, so dass sich laut der Mitteilung die Luftqualität im Gebäude insbesondere für Allergiker verbessern wird.

Als wesentlicher Beitrag zur guten Wärmebilanz des neuen Gebäudes wird die Zuluft anschließend in einem Wärmetauscher erwärmt. Das geschieht ohne Vermischen von Zu- und Abluft. Letztere wird vollständig über Ausblasöffnungen nach draußen abgegeben. Die erwärmte Frischluft wird über Kanäle in alle Klassenräume in die Sockelleisten der Schränke geführt. Durch Luftauslässe in diesen Sockeln strömt sie schließlich in die Räume, während die Abluft über Absaugöffnungen an der Decke aus den Räumen in die Abluftkanäle gesaugt und zurück zu den Geräten auf dem Dach transportiert wird. Innerhalb der Klassenräume ist die Möblierung so ausgerichtet, dass ausreichend Abstand zu den Luftöffnungen vorhanden ist. „So bekommt kein Kind wegen der Lüftung kalte Füße oder sitzt in der Zugluft“, berichtet die Stadtverwaltung.

Im Schulbetrieb wird die Lüftung in allen Klassenzimmern kontinuierlich arbeiten und insgesamt zweimal pro Stunde die Luft vollständig austauschen. Dadurch bleibt der CO-Gehalt der Luft niedrig und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler und Lehrer bleibt erhalten. Zudem sind laut der Pressemitteilung auch alle coronabedingten Anforderungen erfüllt. Auch wenn das Öffnen von Fenstern grundsätzlich möglich sein wird, müssen sie nicht mehr zum Lüften aufgemacht werden.

Auf dem Dach wurden Wege und Flächen mit Platten ausgelegt, damit Hausmeister und Wartungsfirmen unter anderem an die Lüftungsgeräte gelangen. Mit einem Sicherheitsabstand von zwei Metern zur Dachkante wird eine Seilsicherung angebracht, damit erkenntlich ist, auf welchen Bereichen sich Handwerker ungesichert bewegen dürfen. Wer diese Sicherheitslinie überschreitet, muss zusätzlich mit Schutzausrüstung gesichert werden. Auf weiteren Dachflächen ist das Aufstellen von Solarkollektoren vorgesehen, teilt die Verwaltung weiter mit. Sie werden künftig neben den städtischen Blockheizkraftwerken ihren Beitrag zur Versorgung der städtischen Einrichtungen mit Eigenstrom leisten.

Neben der neuen OPS wurde ein Regenrückhaltebecken gebaut, das vor allem bei starken Regenfällen im Zentrum das Wasser sammelt und zurückhält. Durch die gedrosselte Abgabe des Wassers an den Gründelbach dient das Regenrückhaltebecken als Hochwasserschutz für die an den Gründelbach grenzenden Flächen.

Der zur Autobahn ausgerichtete Schulpark kann im Erdgeschoss über die Tiefhöfe und vom ersten Obergeschoss aus über die Dachflächen erreicht werden. Hier sind neben Bäumen, Sträuchern und Wiesen auch viele Sitzstufen für gemütliche Aufenthaltsbereiche eingeplant. Die Grenze zur Autobahn wird durch einen Zaun und intensive Begrünung abgesichert, teilt die Stadtverwaltung mit. Zudem sind für die jüngeren Schüler Spielgeräte, wie ein Klettergerüst und Tischtennisplatten, vorgesehen, um ihnen eine aktive Pausengestaltung zu ermöglichen. Auch das Milchhäusle für die Pausenversorgung steht bereits im Rohbau. Der Bau einer kleinen, festen Bühne für Aufführungen jeglicher Art wird im Außenbereich auch noch folgen.

Im Erdgeschoss befinden sich die Zugänge zu den zahlreichen Innenhöfen des Schulkomplexes. Diese können zum Großteil alle von den Schülern genutzt werden und werden entsprechend der Nutzung der angrenzenden Räume gestaltet. So ist zum Beispiel neben der Mensa ein Innenhof mit mobilen Tisch- und Bankkombinationen sowie Beeten zum Kräuteranbau vorgesehen.

Die neue Oscar-Paret-Schule wird laut Mitteilung der Stadt im Frühjahr 2022 fertiggestellt. Der Umzug der Schulverwaltung soll in den Pfingstferien stattfinden. Der reguläre Schulbetrieb soll mit dem neuen Schuljahr im September 2022 im neuen Gebäude starten.

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