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Fünf Jahrzehnte mit Höhen und Tiefen

Vor Corona hat die Musikschule alljährlich einen Schnuppertag unter dem Motto „Wie klingt denn das?“ veranstaltet. Inzwischen bewegt sich die Einrichtung auf allen Ebenen wieder auf „Normalität“ zu. Archivfoto: Ramona Theiss
Vor Corona hat die Musikschule alljährlich einen Schnuppertag unter dem Motto „Wie klingt denn das?“ veranstaltet. Inzwischen bewegt sich die Einrichtung auf allen Ebenen wieder auf „Normalität“ zu. Archivfoto: Ramona Theiss
„50 Jahre und kein bisschen leise“: Die Musikschule Marbach-Bottwartal feiert am Wochenende Jubiläum

Marbach/Steinheim. „50 Jahre und kein bisschen leise“ – gibt es ein besseres Motto für das Jubiläum einer Musikschule? Wohl kaum. Denn im 50. Jahr ihres Bestehens geht es für die Musikschule Marbach-Bottwartal nach dem Coronatief wieder aufwärts. Schulleiterin Bärbel Häge-Nüssle ist wild entschlossen, im Herbst wieder mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler vermelden zu können, und ist zuversichtlich, dass dies gelingt: „Die Kooperationen mit den Kitas und Schulen laufen jetzt wieder an. Der Bedarf ist da, aber es steckt ein sehr großer organisatorischer Aufwand dahinter.“

Diesen Aufwand betreibt die Schulleiterin, die seit 25 Jahren den Takt in der Einrichtung vorgibt, freilich gerne. Denn Bläser- oder Streicherklassen, Arbeitsgemeinschaften, Angebote innerhalb des Ganztagsbetriebs – all das bringt auch der Musikschule neue Schüler. Diesen für viele Kinder ersten Kontakt mit der Musik, mit einem Instrument, nimmt Bärbel Häge-Nüssle sehr ernst: „Das ist keine Bespaßung, da wird etwas gelernt.“

Mit dem finanziellen Konstrukt unglücklich

Diese Kooperationen waren ein Meilenstein in der 50-jährigen Geschichte der Musikschule, einen Einschnitt bedeutete auch die Einführung von Gruppenunterricht als Alternative zum Einzelunterricht. Dabei spielten auch finanzielle Gründe eine Rolle, der Gruppenunterricht kann den Eltern günstiger angeboten werden. Denn an einem leidet die etablierte Einrichtung aus Sicht ihrer Leiterin, unter zu hohen Gebühren. „Das ist ein Geburtsfehler, der immer noch nicht behoben wurde“, so Häge-Nüssle mit Blick auf das Finanzierungsmodell. Im Grunde schultern die Kommunen Marbach und Steinheim das jährliche Defizit, Gemeinden, in denen die Musikschule ebenfalls Unterricht anbietet, beteiligen sich – salopp formuliert – eher nach Gusto. Weil aber Marbach und Steinheim ihre Beiträge gedeckelt haben, muss sich die Einrichtung alljährlich nach der Decke strecken. „Wir sind finanziell nicht so ausgestattet, wie es nötig wäre. Das Ziel ist, alle ins Boot zu holen und eine politische Lösung zu finden.“

Trotz aller schwierigen Randbedingungen leisten die Lehrkräfte der Musikschule gute Arbeit. Das zeigen allein die vielen erfolgreichen Teilnehmer an Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ oder „Jugend jazzt“; erst jüngst stellte die Einrichtung die Bundespreisträgerin im Fach Harfe. „Das ist super“, freut sich Bärbel Häge-Nüssle, die um die Bedeutung solcher Auszeichnungen für das Renommee der Musikschule weiß.

Förderverein gibt neuen Schub

Über zwei weitere Entwicklungen freut sich die Schulleiterin besonders: Zum einen hat sich im vergangenen Jahr ein Förderverein gegründet, „der uns immens unterstützt. Ohne die vielen Helfer hätten wir das Jubiläumsfest so nicht stemmen können.“ Zum anderen gibt es 50 Jahre nach der Gründung die Aussicht auf eigene Räume in Marbach. Zwar wird es – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – „nur“ eine Containerlösung sein, aber immerhin. Der Beschluss, einen Container auf dem Gelände zwischen DRK-Vereinsheim und Jugendhaus aufzustellen, fiel schon im Herbst, ab wann sie damit planen kann, weiß Bärbel Häge-Nüssle aber noch nicht.

Das Jubiläumsprogramm am Samstag

Auf der Schillerhöhe feiert die Musikschule am Samstag, 2. Juli, von 13 bis 17 Uhr einen Familientag. Schüler und Lehrer musizieren, es wird ein Gemeinschaftskunstwerk geschaffen. In der Stadthalle gibt es um 14 und um 15.30Uhr Sitzkissenkonzerte für Kinder von drei bis sechs Jahren. Gezeigt wird von der Jungen Oper Stuttgart „Das Lamm, das zum Essen kam“. Der Förderverein gibt ab 12.45Uhr vor Ort kostenlose Tickets aus. Der um 19 Uhr in der Stadthalle beginnende Festakt beschließt den Jubiläumstag. Die Ludwig Chamber Players gestalten den musikalischen Teil, dazu gibt es Grußworte und Reden. (fri)