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Gärtnerei weicht Neubaugebiet

Anders als bei Udo Jürgens ist bei der Gärtnerei Veigel in Asperg mit 66 Jahren Schluss. Zum Jahresende stellt die 1954 gegründete Firma den Betrieb ein. Lange wird das Grundstück in zentraler Lage nicht brach liegen: Es gibt konkrete Pläne, hier Häuser zu bauen.

Wo jetzt noch Gewächshäuser stehen, soll bis 2023 ein Mix aus Mehrfamilien-, Reihen und Doppelhäusern gebaut werden. Foto: Holm Wolschendorf
Wo jetzt noch Gewächshäuser stehen, soll bis 2023 ein Mix aus Mehrfamilien-, Reihen und Doppelhäusern gebaut werden. Foto: Holm Wolschendorf

Asperg. Bernhard Veigel übernahm das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Cornelia 1992 von seinen Eltern Irmgard und Erich, die sich seinerzeit an der Möglinger Straße, zwischen Egerstraße und Lange Straße, niedergelassen hatten. Er belieferte Blumengeschäfte im Raum Stuttgart, war dreimal in der Woche selbst mit einem Stand auf dem Stuttgarter Großmarkt.

Die Gründe warum der 62-Jährige jetzt aufhört, sind vielfältig: Die zahlreichen gesetzlichen Aufgaben machten wirtschaftliches Arbeiten immer schwieriger, an qualifiziertes Personal zu kommen, sei beinahe unmöglich. Seine Arbeitstage waren lang. Sie begannen oft knapp vor 2 Uhr morgens und endeten spät abends, nicht selten erst gegen 22 Uhr. „In 20 Jahren waren wir insgesamt eine Woche lang im Urlaub“, erzählt Veigel. Das gehe an die Substanz. Seine Kinder entschieden sich für eine familienfreundlichere Karriere. Ein weiteres Handicap: das geänderte Kaufverhalten der Endkunden, die immer mehr in Baumärkten einkaufen würden. Und schließlich die Coronakrise. Blumengeschäfte durften während des Lockdowns seine Ware nicht mehr verkaufen.

Ingesamt entstehen 61 neue und innenstadtnahe Wohneinheiten

Auf dem knapp 4900 Quadratmeter großen Gärtnereigelände werden die Firmen Baustolz und Wohnstolz bauen. Beide gehören zur Ludwigsburger Strenger-Gruppe. Insgesamt entsteht dort ein Wohnquartier mit 61 Wohneinheiten. Zwölf Reihenhäuser, vier Doppelhaushälften mit 120 bis 140 Quadratmetern und 45 Wohnungen in vier Gebäuden zwischen 38 und 85 Quadratmetern.

Entlang der westlichen und südlichen Grundstücksgrenze sind die Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss vorgesehen. Die Reihen- und Doppelhaushälften sind zwei Etagen hoch und östlich angeordnet. Im Jahr 2023 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Die Eigentumswohnungen werden bei Preisen zwischen 5500 und 5800 Euro pro Quadratmeter liegen, verrät Dr. Thomas Koch, der Geschäftsführer der Baustolz GmbH, unserer Zeitung auf Nachfrage. Die Häuser werden je nach Größe bei um durchschnittlich 600000 Euro liegen. 14 Wohnungen wolle man auf 25 Jahre im eigenen Bestand behalten. Von denen wiederum werden neun zu 30 Prozent unter den ortsüblichen Preisen vermietet.

Blockheizkraftwerk, Photovoltaik und E-Ladestationen

Die Preise seien nur durch eine standardisierte Bauweise zu erreichen, erklärte Koch. Das halte die Planungskosten niedrig. Außerdem seien die Wohnungen serienmäßig so gut ausgestattet, dass es kaum noch kostspielige Sonderwünsche geben werde.

Erschlossen werden die Gebäude über die Lange Straße. Die Autos der Bewohner der gesamten Anlage sollen in einer Tiefgarage mit 77 Stellplätzen von der Bildfläche verschwinden. An der Zufahrt werden zudem fünf Besucherparkplätze eingerichtet, zwei davon mit Ladestationen für E-Fahrzeuge. Beheizt werden die Wohneinheiten mit einem Blockheizkraftwerk. Strom für den Eigenbedarf wird über ein Photovoltaikanlage erzeugt. Die übrigen Dachflächen werden extensiv begrünt. Im Innenbereich des Quartiers wird ein grüner Hof angelegt. Hier kann auch ein Spielplatz angelegt werden.

Das Neubaugebiet liegt günstig und zentral. Alles, was zum täglichen Bedarf benötigt wird, kann in der Umgebung besorgt werden. Schulzentrum, Stadthalle und Neue Mitte sind nahe. Außerdem ist die Bushaltestelle direkt vor der Haustüre.

Bürgermeister Christian Eiberger freut sich auf das Projekt: „Es handelt sich um eine sinnvolle Nachverdichtung, die sich gut in die bestehende Wohnbebauung einfügt.“ Dem stimmte Markus Furtwängler (SPD) zu: Es handle sich um ein „gelungenes und ausgewogenes Konzept“.

Stadträte haben nur an der Zahl der Parkplätze Zweifel

Einige Stadträte sehen allerdings die Zahl der Stellplätze als kritisch an. Der Stellplatzschlüssel von 1,25 Parkmöglichkeiten pro Wohneinheit scheint ihnen zu knapp dimensioniert. Trotzdem wurde der Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einstimmig abgesegnet.

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