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Handball

Gaugisch erliegt dem Reiz des Neuen

Niemand weiß, wann und wie es nach Corona mit der Frauenhandball-Bundesliga weitergeht. Die Bietigheimer Handballerinnen sind aber für die Zukunft gerüstet. Mit Markus Gaugisch übernimmt in der nächsten Saison ein Neuling im Frauenhandball das Amt von Trainer Martin Albertsen.

Markus Gaugisch (links) erwartet in Bietigheim eine anspruchsvolle Aufgabe. Foto: Marco Wolf
Markus Gaugisch (links) erwartet in Bietigheim eine anspruchsvolle Aufgabe. Foto: Marco Wolf

Bietigheim-Bissingen. Das Transferkarussell drehte sich auf Hochtouren. Fünf Leistungsträgerinnen verlassen nach der Saison den Handball-Bundesligisten SG BBM, Bietigheim, internationale Topspielerinnen kommen dafür an die Enz.

Dazu kommt mit Markus Gaugisch ein neuer Trainer. Für den 45-jährigen Schwaben, der beim VfL Pfullingen in der Bundesliga spielte und im Oberhaus die Männerteams des TV Neuhausen/Erms und der HBW Balingen-Weilstetten coachte, ist Bietigheim die erste Trainerstation im weiblichen Bereich. Eine besonders spannende dazu. „In den letzten Jahren habe ich viele Angebote gehabt. Der Bauch hat aber nie ja gesagt“, erzählt der Familienvater. „In Bietigheim lockt der Reiz des Neuen. Hier warten neue Ziele, andere, als ich bisher kannte. Das treibt mich an, wegen mir könnte es morgen losgehen!“

Tatsächlich starten will Gaugisch im Juli. Zuvor will die SG mit Martin Albertsen, der in die Schweiz geht, zum dritten Mal deutscher Meister werden. „Gaugi“, wie ihn alle in der Handballszene nennen, lobt seinen Vorgänger und das BBM-Management: „In Bietigheim wird ausgezeichnet gearbeitet. Ich drücke dem Team beide Daumen, dass es mit dem Titel klappt.“ Der ist auch die Voraussetzung für die neuerliche Teilnahme an der Champions League. „International zu spielen, ist das Ziel“, so der Gymnasiallehrer (Deutsch und Sport), der künftig beruflich kürzertreten wird.

Gaugischs Aufgabe hat es in sich. Er soll ein neues Team aufbauen, das sofort an höchsten Standards gemessen wird. Fünf Akteurinnen der „ersten Sieben“ müssen ersetzt werden. „Das sind Spielerinnen dabei, die ich gerne in meiner Mannschaft gesehen hätte“, verrät Gaugisch, „aber so ist das Geschäft. Man kann und will nicht bei jedem Angebot mitgehen. Wenn Spielerinnen neue Herausforderungen im Ausland suchen, sind uns die Hände gebunden.“

In die Auswahl der Neuzugänge war der A-Lizenz-Inhaber involviert. Sein Fazit: „Alle haben ihre Qualitäten. Wir haben ein starkes Team beisammen. Der vorhandene Grundstock gefällt mir und bietet eine gute Basis.“ Neu an der Enz sind die norwegische Torhüterin Emily Stang Sando (von Buducnost), die Däninnen Trine Østergaard Jensen und Stine Jørgensen (beide aus Odense) sowie die deutschen Nationalspielerinnen Xenia Smits (Metz), Julia Maidhof (Bensheim-Auerbach) und Nele Reimer (Neckarsulm). Gut möglich, dass es weitere Transfers gibt. „Wir sind noch nicht fertig und führen Gespräche“, verrät Gaugisch, der vor allem von den Trainergrößen Kurt Reusch und Dr. Rolf Brack geprägt wurde.

Gute Deckung ist der Grundstock für den Erfolg

Hohen Stellenwert genießt für Bietigheims neuen Coach die Arbeit an der Basis. Gemeinsam mit Axel Kromer, dem aus Ludwigsburg stammenden Sportdirektor des Deutschen Handballbundes, bildet er in seinem Wohnort Mössingen ein ganz besonderes Trainerteam. Sie betreuen die D-Jugend, in der ihre Söhne spielen. Die Mannschaft kassiert nicht zufällig die wenigsten Gegentore in ihrer Liga. Gaugisch ist ein Abwehr-Fan: „Eine gute Deckung ist der Grundstock für den Erfolg. Ich habe selbst gerne in der Abwehr gespielt und versuche das auch meinen Mannschaften zu vermitteln“. Bei der SG will er zwei Abwehrformationen einstudieren und variabel einsetzen, um den Gegnern im Spiel Aufgaben zu stellen. „Es ist ein weiter Weg, zwei Deckungssysteme wettkampfstabil zu beherrschen. Aber es bringt einen taktischen Mehrwert und die Qualität unserer Spielerinnen ist so hoch, dass wir in der Lage sein werden, flexibel zu verteidigen.“

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