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Vandalismus

Gelbe Pfeile sorgen für Ärger

Umweltaktion des BUND – Rowdys reißen Schilder um – Kreativer Umgang mit den Markierungen

Rowdys haben die Schilder an der Straße nach Metterzimmern umgerissen. Inzwischen sind sie wieder aufgestellt.Fotos: privat
Rowdys haben die Schilder an der Straße nach Metterzimmern umgerissen. Inzwischen sind sie wieder aufgestellt. Foto: privat
Gelbe Pfeile mit einem Müllbeutel in der Mitte.
Gelbe Pfeile mit einem Müllbeutel in der Mitte.

Bietigheim-Bissingen. Die Aktion wollte eigentlich darauf hinweisen, dass manche Menschen sehr unachtsam mit ihrem Müll umgehen und ihn einfach am Straßenrand entsorgen. 60 gelbe Pfeile und einige Schilder zeigen, wo überall der Müll abgelagert wird. Knapp eine Woche hat die Aktion funktioniert, dann wurden Schilder und einige Pfeile selbst zu Müll gemacht und am Straßenrand einfach liegengelassen.

Am vergangenen Freitag mussten die Initiatoren der BUND-Aktion feststellen, dass nicht jeder Zeitgenosse die Hinweise auf die Vermüllung der Landschaft für gut befand. „Die Reaktionen der Leute waren sehr positiv. Viele Menschen stören sich daran, dass überall Abfall rumliegt. Doch dann dieser Vandalismus, das verstehen wir nicht“, sagt Gertrud Teske, Vorstandsmitglied beim BUND in Bietigheim-Bissingen.

Über die Täter ist noch nichts bekannt. Inzwischen wurde bei der Polizei Anzeige erstattet. Gertrud Teske will sich davon aber nicht entmutigen lassen. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie die Schilder und Pfeile wieder aufgestellt – in der Hoffnung, dass sie diesmal schon ein wenig länger stehenbleiben.

Dass man mit dem Thema Müllpfeile auch ganz anders umgehen kann, zeigt ein anderes Beispiel. Ein Unbekannter hatte sich die Aufforderung, respektvoll mit der Natur am Straßenrand umzugehen, zu Herzen genommen und den Müll aufgesammelt und in eine Mülltüte gesteckt. Die Tüte hat er zwar auf dem Grünstreifen zurückgelassen, doch den Standort der Tüte mit mehreren gelben Pfeilen markiert. Das hat auch den BUND beeindruckt. „Das ist ein sehr kreativer Umgang mit dem Thema. Das finde ich gut. Der oder die Unbekannte kann sich gerne bei uns melden. Sie wäre beim BUND gut aufgehoben“, so Gertrud Teske. Doch bisher fehlt auch in diesem Fall jede Spur.

Nach den Osterfeiertagen sollen die Pfeile und Schilder wieder abgebaut werden, doch nicht aus dem Stadtbild verschwinden. Ursprünglich war geplant, die Pfeile in den Anlagen entlang der Enz wieder aufzubauen. Teske: „Denn auch auf den Liegewiesen wird der Müll einfach ins Gras geschmissen.“ Bei dieser Aktion spielte die Stadt nicht mit. Doch der Kampf geht weiter.

Jetzt sucht der BUND nach neuen Standorten. Möglichkeiten wären entlang der B.27 oder im Enztal entlang der Wobachstraße in Richtung Stadtmitte Bietigheim – müllbelastete Strecken gibt es genug. Möglichkeiten wären auch auf den Schulhöfen, damit die Schüler für das Thema Müll sensibilisiert werden.

Die Pfeilaktion fand erstmals im österreichischen Salzkammergut statt. Dort hat man, nach Angaben von Getrud Teske, sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Das Müllaufkommen sei deutlich zurückgegangen. Das will man in Bietigheim-Bissingen auch erreichen.

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