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Geringere Unfallzahlen sind das Ziel

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg beteiligte sich an zwei Tagen mit Kontrollen von Motorradfahrern an der landesweiten Präventionskampagne des ADAC.

Die Polizei kommt mit den Bikern ins Gespräch: Kontrollstelle unterhalb des Gündelbacher Wachtkopfs. Foto: Alfred Drossel
Die Polizei kommt mit den Bikern ins Gespräch: Kontrollstelle unterhalb des Gündelbacher Wachtkopfs. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Am Samstag und Sonntag gab es unterhalb des Wachtkopfs bei Gündelbach und bei Prevorst Kontrollpunkte, an denen die Maschinen überprüft und die Fahrer über Unfallgefahren aufgeklärt wurden. Nach ersten Schätzungen wurden pro Stunde und Kontrollstelle 20 Biker und ihre Fahrzeuge unter die Lupe genommen. „Ziel ist es, die Zahl der Motorradunfälle weiter einzudämmen“, unterstreicht Polizeisprecher Peter Widenhorn. Ergebnisse der Kontrollen lagen am Sonntag noch nicht vor. Die kontrollierten Motorradfahrer nahmen’s gelassen, wenn auch der eine oder andere aufgefordert wurde, unerlaubte technische Veränderungen wieder abzubauen. „Uns ist es wichtig, mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen, sie zu sensibilisieren“, sagt Widenhorn. Das sei ein wichtiger Baustein zur Prävention. Beliebt bei Bikern sind Touren durch den Stromberg und in die Löwensteiner Berge. Deshalb wurde auch dort kontrolliert.

Im vergangenen Jahr sind zwischen März und Oktober 93 Motorradfahrer auf den Straßen im Land ums Leben gekommen. Der Großteil der Unfälle wird laut Innenministerium weiterhin durch die Motorradfahrer selbst verursacht: Knapp zwei Drittel der Unfälle seien demnach passiert, weil sie zu schnell fuhren. Die drei Hauptunfallursachen sind zu hohes Tempo, zu geringer Abstand und Fehler beim Überholen. Häufig übersehen aber auch Autofahrer die Zweiräder oder schätzen deren Geschwindigkeit falsch ein.

Der 57-jährige IT-Techniker Bernhard Bellmann aus Markgröningen fährt seit über 40 Jahren Motorrad. Am Samstag ist er bei Gündelbach in die Kontrolle geraten. „Das ist mit bisher noch nie passiert“, sagt er. Er findet es gut, dasskontrolliert wird. Das diene der Sicherheit. Nach der Kontrolle tuckerte Bellmann zufrieden mit seiner alten Harley weiter.

Judith Brecht aus Mühlacker ist eine Anfängerin, denn erst seit drei Jahren fährt die 56-jährige Zahntechnikerin Motorrad. Zusammen mit ihrem Mann hat sie allerdings schon große Touren in die Dolomiten und die Pyrenäen hinter sich. Die Bikerin findet die Kontrollen gut, weil man dabei wertvolle Tipps bekommen könne.

Sven Haug von der Verkehrsinspektion ist Motorradexperte. Er nahm die Maschinen in Gündelbach unter die Lupe und verwickelte die Fahrer in Fachgespräche. Seine Aufmerksamkeit galt den technischen Veränderungen, wie Lenker, Reifen und Bremsanlage, die nicht in der Betriebserlaubnis eingetragen sind. Bei Beanstandungen bekommen die Fahrer zwei Wochen Zeit, diese unerlaubten Veränderungen abzubauen und ihr Fahrzeug wieder vorzustellen.

Ein Reizthema ist auch der Lärm der Motorräder. „In der Praxis lässt sich die Einhaltung von vorgeschriebenen Lärmwerten kaum überwachen“, sagt Sven Haug. Motorräder werden im Stand überprüft. Technisch kann das Fahrzeug den Vorgaben entsprechen, je nach Fahrweise übersteigt der Lärm aber dann die zulässige Grenze. Haug sieht in diesem Fall den Gesetzgeber gefordert. „Es gibt sicher Möglichkeiten, es gesetzlich so zu normieren, dass weniger Lärm emittiert wird.“ Dazu müsse man mit den Motorradherstellern in Verhandlungen treten.

„Motorräder sind für uns ein Ganzjahresthema“, sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn. Dennoch sei es eine Notwendigkeit Kontrollen durchzuführen. Beteiligt waren dabei je Kontrollstelle bis zu zehn Beamte aus den Revieren Vaihingen, Marbach und Bietigheim-Bissingen sowie Beamte der Verkehrsinspektion.

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