Logo

Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten

Christvesper der Kirchengemeinden Pattonville im Autokino – Heilig Abend wird in Bissingen auf dem Sportplatz mit Blasmusik untermalt

Seelsorger auf der Großleinwand des Autokinos und Posaunenklänge auf dem Sportplatz in Bissingen. Fotos: Alfred Drossel
Seelsorger auf der Großleinwand des Autokinos und Posaunenklänge auf dem Sportplatz in Bissingen. Foto: Alfred Drossel
Auch im Autokino in Kornwestheim wurde der Heilige Abend gefeiert.
Auch im Autokino in Kornwestheim wurde der Heilige Abend gefeiert.

Kornwestheim/Bietigheim-Bissingen. Angesichts der Corona-Epidemie haben an Heiligabend viele Kirchengemeinden im Landkreis neue Wege beschritten. Da Gottesdienste mit Hunderten dicht gedrängten Besuchern die Ausbreitung des Coronavirus beschleunigen könnten, hatten sich einige Gemeinden kreative Angebote überlegt: Zum Beispiel Christvesper im Autokino und Gottesdienste auf dem Kunstrasenspielfeld am Bissinger Bruchwald.

Wo sonst Kinoklassiker flimmern ging am Heiligen Abend die Weihnachtsbotschaft über die Leinwand. Eingeladen hatte die evangelische Kirchengemeinde Heilig Geist und die katholische Kirchengemeinde Sankt Martin. Die beiden Gemeinden bilden zusammen das ökumenische Gemeindezentrum in der früheren amerikanischen Baptistenkirche in Pattonville.

Beide Gemeinden feierten den Heilig-Abend-Gottesdienst in Form einer Christvesper mit einem modernen Krippenspiel im Kornwestheimer Autokino. Die evangelische Pfarrerin Stefanie Henger und der katholische Pfarrer Franz Nagler wechselten sich bei der Verkündung der Frohen Botschaft von der Geburt Christi ab.

Christian Ernemann hatte ein Krippenspiel geschrieben, das von einer Gruppe junger Leute zwischen den Wortbeiträgen der beiden Seelsorger aufgeführt wurde. Ohne Kostüme und den üblichen Requisiten war es eine Unterhaltung über Christi Geburt mit Fragen und Antworten der Gegenwart.

Das Geschehen unter dem kleinen Zelt wurde auf die große Leinwand übertragen. Der Ton dazu kam aus dem Autoradio. Niemand der Besucher hatte sein Auto verlassen. Da es regnete, sind immer wieder die Autoscheiben angelaufen.

Zu Ostern fand schon einmal ein Gottesdienst im Autokino statt. Damals hatten sich rund 600 Autos auf dem Platz eingefunden. So viele waren es diesmal allerdings nicht. Dennoch zeigten sich die Veranstalter zufrieden.

Jeweils 200 Besucher waren am Heiligen Abend zu zwei Gottesdiensten der evangelischen Kirchengemeinde Bissingen auf das Kunstrasenspielfeld des Fußballsportvereins 08 Bissingen am Bruchwald gekommen. Beim ersten Gottesdienst, der für Familien gedacht war, sprach Pfarrerin Eva-Maria Freudenreich von der Kilianskirche und der zweite Gottesdienst bei Nacht und Regen wurde vom Pfarrerin Steffi Gauger von der Martin-Luther-Kirche gestaltet.

„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde …“, heißt es in der Weihnachtsgeschichte nach dem Evangelisten Lukas. Damals war es sicher genau so ungemütlich. Aber gerade in diese Situation hinein verkündigt der Engel „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren.“

Auch die Heiligabend-Gottesdienste wollte die evangelische Kirchengemeinde „auf dem Felde“ feiern. Teilnehmer der Gottesdienste hatten sich vorab anmelden müssen. Ein strenges Hygiene-und Abstandskonzept wurde umgesetzt. Während des ganzen Gottesdienstes musste der Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Am Eingang wiesen Schilder darauf hin, dass der Gottesdienst ausgebucht ist. „Bitte gehe Sie nach Hause“, war außerdem zu lesen. Trotz der Vorschriften und den Widrigkeiten des Wetters herrschte eine ganz besondere Stimmung, die von den Klängen des Posaunenchores noch verstärkt wurde. Kinder hatten selbst gebastelte Hirtenlaternen mitgebracht, die festliches Licht verbreiteten.

Autor: