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Grabeland in Grünbühl wird neu gestaltet

Stadt steckt rund 570 000 Euro in die neue Kleingartenanlage – Ein eigener Verein muss nicht dafür gegründet werden

Ein Teil des Grabelands ist freigeräumt, darauf wird eine Kita gebaut. Foto: Ramona Theiss
Ein Teil des Grabelands ist freigeräumt, darauf wird eine Kita gebaut. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Vor drei Jahren gab es einen Auftaktspaziergang, letztes Jahr dann die Rodung eines Abschnitts: Damit hat für das Grabeland in Grünbühl eine neue Ära begonnen. Auch für die restlichen Parzellen auf dem Gelände wird sich deutlich was ändern. Wobei das nicht immer ohne Emotionen vonstattenging. Denn von 89 Kleingärten bleiben nur 60 übrig.

Die Aufregung in Grünbühl hat sich inzwischen gelegt, im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats hat der Fachbereich Tiefbau und Grünflächen jüngst die aktuellen Pläne für die Neugestaltung vorgestellt. Gut zwei Monate später als geplant, weil Corona dazwischenkam. Das bleibt nicht ohne Folgen. Statt im Herbst wird die Anlage nun im Dezember fertiggestellt.

Im Grabeland haben sich die Kleingärtner etwas mit Bretterverschlägen und Zäunen verbarrikadiert, die schmalen Gänge zwischen den Gärten waren mit Kunstrasen ausgelegt, um bei Regen nicht durch den Dreck laufen zu müssen. Leider gab es da und dort auch Katzenfutter, so die Fachbereichsleiterin Ulrike Schmidtgen, das vergessen wurde und eher unerwünschte Tiere anlockte. „Es soll nicht wieder zum Unort werden“, sagte sie zu dem etwas ungeordneten Flair der Anlage.

Das Konzept sieht eine Kleingartenanlage vor, die mit öffentlichen Wegen zugänglich gemacht wird und klar gegliedert ist. „Wir möchten nicht, dass wieder eine Insel entsteht“, so Schmidtgen. Das Areal soll sich zum umliegenden Gelände hin öffnen und so für alle ein Erholungsraum werden.

Die Fraktionen begrüßen die Neuordnung, wobei auch darauf verwiesen wird, dass die Stadt dafür ordentlich Geld in die Hand nimmt – auch wenn in der Finanzkrise zehn Prozent weggestrichen wurden. „Die Neuordnung ist dringend notwendig, das kann eine tolle Sache werden“, ist SPD-Fraktionschefin Margit Liepins überzeugt. Sie verlangt, dass Parkflächen angeboten werden. Im Moment, so Liepins, werden die Autos auf den angrenzenden Spielflächen abgestellt. Die Frage von CDU-Stadtrat Armin Klotz, ob nicht auch ein Kleingartenverein gegründet werde, schreckte die Grünbühler auf. Regina Orzechowski, die als Sprecherin anwesend war, betonte, dass die Pächter das nicht möchten und dafür auch gekämpft haben. Die Stadt bestätigte, dass es keine Vereinsgründung geben wird. Dafür aber müsse mit jedem Pächter ein Einzelvertrag abgeschlossen werden. Dies werde man tun, auch wenn der Aufwand dadurch deutlich steigt. „Wir werden uns da intensiv mit den Grabelandnutzern abstimmen“, so Schmidtgen. Voraussichtlich im nächsten Frühjahr ist es so weit.

Wie es genau weitergeht, hätte den Grünbühlern im März bei einer Infoveranstaltung präsentiert werden sollen – aber auch die fiel wegen Corona aus. Denn was noch aussteht, ist eine Gartenordnung, die noch formuliert werden muss. Die Stadt will dies mit den künftigen Kleingärtnern besprechen. Manche von ihnen haben altersbedingt aufgehört, einige der Parzellen konnten neu vergeben werden. „Wir haben alle Interessenten untergebracht“, so die Fachbereichsleiterin.

Die Investitionen der Stadt werden sich bei Weitem nicht amortisieren, wie sie auf Nachfrage der CDU feststellte. Es gehe darum, dass mit der Neugestaltung auch ein „schöner grüner Ort“ entsteht, der für die Grünbühler wichtig ist. Allerdings werde die Pacht, die im Moment sehr niedrig sei, etwas angepasst. Dafür gibt es neue Zäune, Hecken, ein neues Eingangstor und eine Wasserversorgung in jeder Parzelle.

Mit der Umwandlung des Grabelands zur Kleingartenanlage erhalten die Pächter auch mehr rechtliche Sicherheit. Denn auf einem Grabeland ist nur das Anpflanzen erlaubt, Hütten – die es dort zuhauf gibt – wären eigentlich nicht gestattet. Baubeginn ist Ende September.

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