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Grünes Licht für Brache Überrück

Der gordische Knoten ist durchschlagen: Die Satzung zum Bebauungsplan Überrück in Asperg ist bei einer Gegenstimme im Gemeinderat beschlossene Sache. Dagegen muss das Areal des früheren Möbelhauses Knapp an der Bahnhofstraße eine Ehrenrunde drehen.

Künftiges Asperger Baugebiet Überrück: 74 Wohneinheiten auf sieben Gebäude verteilt sollen hier entstehen. Foto: Holm Wolschendorf
Künftiges Asperger Baugebiet Überrück: 74 Wohneinheiten auf sieben Gebäude verteilt sollen hier entstehen. Foto: Holm Wolschendorf

Asperg. Seit mehr als 20 Jahren ist die Bebauung der 7500 Quadratmeter großen Brache Überrück am südlichen Asperger Ortsrand vorgesehen – sie ist umzingelt von Möglinger-, Berliner- und Oskar-Schlemmer-Straße sowie dem Max-Beckmann-Weg und direkt benachbart am Wohngebiet Lange Äcker. Das Projekt scheiterte so lange Zeit, weil kein Kaufvertrag für das Gelände zustande kam.

Als sich vor etwa zwei Jahren Gerüchte verdichteten, das Vorhaben könnte doch endlich realisiert werden, formierte sich Widerstand. Vor allem Umweltschutzgründe und die zu dichte und zu hohe Bebauung am Kreisel Richtung Möglingen wurden ins Feld geführt. In mehreren Auslegungsrunden wurden die Anregungen gesammelt und geprüft (wir berichteten mehrfach). Im Anschluss wurden sie beurteilt, teils berücksichtigt, teils als unbegründet entkräftet und zurückgewiesen. In seiner jüngsten Sitzung fasste der Gemeinderat am Dienstagabend nun den Satzungsbeschluss mit großer Mehrheit.

Das bedeutet jetzt: Der örtliche Bauträger Betz Baupartner kann sein konkretes Baugesuch einreichen. Für 74 Wohneinheiten, verteilt auf sieben Gebäude. Mit Grünanlage und Freiflächen sowie Tiefgarage. „Ich gehe von einer schnellen Bearbeitung aus“, sagte Bürgermeister Christian Eiberger im Gemeinderat und rechnet mit einem zügigen Baubeginn.

Verschätzt haben sich die Asperger Verwaltung und der Gemeinderat dagegen mit der Bebauung des Knapp-Areals. Vom früheren Möbelhaus ist mittlerweile nichts mehr übrig, alles haben Bauarbeiter platt gemacht. Das Gebäude erstreckte sich durchgehend von der Bahnhofstraße bis zur Lehenstraße. Deshalb sah man in der Stadt auch kein Problem für eine lockerere aber höhere Wohnbebauung, auch ohne eigenen Bebauungsplan. Als Basis sollte ein vor Jahrzehnten beschlossener Rahmenplan sein, der allerdings nicht rechtsverbindlich ist.

Da grätschte das Ludwigsburger Landratsamt dazwischen. In den Planungen seien die für das Gebiet typischen Grünflächen der zurückgesetzten Gebäude nicht berücksichtigt. Das Projekt hätte bereits vor einem halben Jahr gestartet werden sollen. Jetzt muss ein Vorhaben bezogener Bebauungsplan aufgestellt und beschlossen werden, was auf Unverständnis im Gemeinderat stieß. „Da hat wohl jemand gepetzt“, wurde gemunkelt.

Die Angelegenheit wird das Vorhaben um mindestens weitere sechs Monate verzögern. „Dann aber sind wir auf der sicheren Seite und machen uns auch gegenüber den Einwänden der Nachbarschaft weniger angreifbar“, sagt der Bürgermeister Eiberger. Die Gemeinderäte wünschen sich dagegen nur, „dass es an der Ecke endlich weitergeht“. Sie beurteilten die Planungen positiv.

Auf dem Knapp-Areal will die Bietigheimer Wohnbau 38 Wohneinheiten realisieren. Ein Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße mit 19 Wohnungen und einem Zwischengang zu den beiden dahinter liegenden Gebäuden mit zusammen 15 Wohnungen. An der Lehenstraße werden vier Reihenhäuser hochgezogen.

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