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Häuser stehen in Flammen

Fast 160 Feuerwehrleute im Einsatz – Hausbewohner können sich retten – Probleme mit Drehleitern

Löscheinsatz in der Rieter Straße in Enzweihingen. Drei Drehleitern müssen eingesetzt werden. Fotos: Alfred Drossel
Löscheinsatz in der Rieter Straße in Enzweihingen. Drei Drehleitern müssen eingesetzt werden. Foto: Alfred Drossel

Vaihingen. Bei einem Gebäudebrand in der Nacht zum Dienstag sind im Vaihinger Stadtteil Enzweihingen zwei Wohnhäuser unbewohnbar geworden. Fast 160 Feuerwehrleute aus den Vaihinger Stadtteilen, aus Ludwigsburg, Markgröningen und Hemmingen waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Ein Atemschutzträger der Wehr bekam beim Einsatz Kreislaufprobleme und musste behandelt werden. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Brandschaden auf fast eine Million Euro.

Der 79-jährige Mieter der Erdgeschosswohnung im Gebäude Rieter Straße 37 schlief unruhig, wie er berichtete. Dann bemerkte er Rauch und schlug Alarm. Die restlichen Bewohner des Dreifamilienhauses konnten sich in Sicherheit bringen. Beim Eintreffen der ersten Polizeistreife schlugen bereits Flammen aus der Haustüre. Wenig später, als die Feuerwehr eintraf, stand schon das Dach in Flammen. Der Vaihinger Kommandant Thomas Korz gab Vollalarm.

Es war eine gefährliche Situation, weil die Häuser in der Rieter Straße ohne Abstand aneinandergebaut sind. So konnten die Flammen des brennenden Dachstuhls auf das Nachbarhaus übergreifen. Auch die Bewohner dieses Hauses mussten das Gebäude verlassen.

Eine riesige Rauchwolke stand über dem nächtlichen Enzweihingen. Die Feuerwehr ging von zwei Seiten her gegen die Flammen vor: von der Rieter Straße aus und von der schwer zugänglichen Talseite am Kreuzbach. Von dort holten die Einsatzkräfte auch einen Teil des Löschwassers.

Da die Vaihinger Drehleiter im ausgefahrenen Zustand beim Manövrieren gegen eine Mauer geriet und beschädigt wurde, war sie nur eingeschränkt einsetzbar. Als Unterstützung wurde die Markgröninger Drehleiter angefordert, die aber wegen einer technischen Störung erst mit Verzögerung zum Einsatz kam. Kreisbrandmeister Andy Dorroch forderte sicherheitshalber noch die Drehleiter aus Hemmingen an. „Das habe ich noch nie erlebt“, sagte Dorroch zu dem Malheur. Der Einsatz der Drehleitern war beim Löscheinsatz extrem wichtig, weil nur durch sie ein Übergreifen des Feuers auf weitere Nachbargebäude verhindert werden konnte.

Gefährlich war der Einsatz der Löschtrupps unter Atemschutz im Innern der Gebäude. Ein Feuerwehrmann musste wegen Kreislaufproblemen behandelt werden.

Insgesamt waren fast 160 Kräfte der Feuerwehr mit 24 Fahrzeugen sowie Helfer des DRK im Einsatz. Oberbürgermeister Gerd Maisch kam zum Brandort und kümmerte sich um die Unterbringung der betroffenen Hausbewohner. Die Rieter Straße ist bis auf weiteres gesperrt, eine Umleitung ist eingerichtet.

Die Brandursache dürfte auf einen technischen Defekt im Zusammenhang mit dem Betrieb einer sogenannten Powerstation zurückzuführen sein, meldete die Polizei am Dienstagnachmittag. Der Schaden belaufe sich auf mehrere Hunderttausend Euro, laut dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums, Peter Widenhorn, „nahe an einer Million Euro“.

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