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Hemminger Hilfe für kroatische Tiere

In Pula werden herrenlose Tiere nun wieder liebevoll aufgepäppelt. Fotos: Tierheim Snoopy
In Pula werden herrenlose Tiere nun wieder liebevoll aufgepäppelt. Fotos: Tierheim Snoopy
Auch mit Videos stellen die Verantwortlichen die Hunde vor, die man adoptieren kann.
Auch mit Videos stellen die Verantwortlichen die Hunde vor, die man adoptieren kann.
Das Tierheim ist in der alten österreichisch-ungarischen Festungsanlage Pomer und kann dort auch unbefristet bleiben, so die deutsche Ansprechpartnerin vor Ort, Gaby Haag.
Das Tierheim ist in der alten österreichisch-ungarischen Festungsanlage Pomer und kann dort auch unbefristet bleiben, so die deutsche Ansprechpartnerin vor Ort, Gaby Haag.
Manuela Ademovic hat mit einigen Mitstreitern einen Förderverein für das private Tierheim Snoopy in Pula gegründet, das einst als Tötungsstation verrufen war.

Hemmingen. Es sind harmonische Bilder: Eine Frau küsst die Schnauze eines Schäferhunds, ein Mischling schmiegt sich an die Schulter einer anderen Frau, ein Welpe schaut freundlich in die Kamera, Spielzeug im Hintergrund. Doch das war nicht immer so dort, wo die Fotos aufgenommen wurden. „Ein Ort des Grauens, an dem Unmenschliches geschehen ist“, habe es einst über das Tierheim in Pula auf der kroatischen Halbinsel Istrien geheißen, eine Tötungsstation für heimatlose Hunde, ein „Vogelkäfig“ mit überall Schmutz und Plastik – bevor es 2014, nach Protesten von Tierschützern und dem Eingriff der Behörden, von privat übernommen wurde. Und damit das Snoopy-Tierheim auch ein solches bleiben kann, dafür wollen nun einige Menschen in Deutschland sorgen. Den Anstoß für den entsprechenden Förderverein hat Manuela Ademovic aus Hemmingen gegeben, heute die erste Vorsitzende.

Ihr Mann ist in Pula geboren, das Paar hat ein Haus in der Nähe, weshalb sie zwei, drei Mal im Jahr vor Ort ist. Und weil die Hunde- und Katzenbesitzerin schon immer versuchte, Tierheime zu unterstützen, tat sie das seit 2016 auch dort. Vor allem, weil Snoopy „das erste war, bei dem ich das Gefühl hatte, dort werden die Hunde mit Liebe aufgezogen“.

Und es nicht wie zuvor nur eine Verwahranstalt eines Tierarztes ist, wo sich die Hunde gegenseitig totbissen oder auch mal an die Kühe verfüttert wurden. Alles aber nicht unüblich, erzählt Ademovic, schließlich erhielten kroatische Tierärzte Geld fürs Impfen und Futter und würden deshalb Heime nur betreiben, um daran zu verdienen. Anders sei das bei der neuen Betreiberin Kristina Milovan, die laut Ademovic „ein ganz großes Herz für die Hunde“ hat. Sie versuche, alle Tiere zu retten, finanziere dafür auch Operationen, und vermittle die Vierbeiner nur an neue, geeignete Endstellen und das nur, wenn sie gesund und, teils nach Jahren an einer Kette oder unter anderen schlechten Bedingungen, sozialisiert seien.

Hohe Ausgaben für Futter und Co., wenige Einnahmen durch Touristen

Erschwert wurde die Arbeit von Kristina Milovan dann aber durch Corona und die ausbleibenden Touristen, ebenso hätten Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit das Spenden unmöglich gemacht. Zusammen mit vier anderen Frauen, die sich im Urlaub oder einer Facebook-Gruppe kennengelernt hatten, startete Manuela Ademovic private Verkäufe und Flohmärkte, um das Loch ein klein wenig zu stopfen. „Aber trotz und alledem war es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn im Schnitt werden für die Hunde sage und schreibe 1800 große Dosen Nassfutter sowie 90 große Säcke Trockenfutter im Monat benötigt. Dazu kommt zusätzlich Futter für die Welpen und die Katzen“, so die Tierfreunde. Öffentliche Hilfen gibt es kaum, die Stadt bezahlt nur Strom und Wasser – aber erst, nachdem das Tierheim vor drei Jahren die Anschlüsse selbst verlegen ließ.

Bei einem Treffen im vergangenen September wurde die Idee eines Fördervereins, um leichter Spenden sammeln zu können, dann immer weiter konkretisiert. Im Februar erfolgte schließlich die offizielle Gründung. Und das ist zwischenzeitlich auch im Strohgäu sichtbar. Unter anderem hat Ademovic schon mit Spendenkässlein in Hemmingen, Ditzingen und Höfingen auf den Verein aufmerksam gemacht, ebenso kann durch eine Kooperation mit dem Schreibwarengeschäft Beuttler Futter dort abgegeben werden. Eine Lieferung kam erst dieser Tage in Pula an.

Und Ademovic sucht auch hierzulande nach neuen liebevollen Aufnahmestellen, hat selbst schon vielen Verwandten ein Tier vermitteln können. Denn generell gilt für sie: „Egal woher, Hauptsache, ein Tierheimhund.“ Damit es auch für sie wieder harmonische Erlebnisse gibt.

Internet: www.foerderverein-tierheim-snoopy.de