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Hessigheim 21 ist längst fertig

Es gibt in der Gemeinde verschiedene Attraktionen: die Felsengärten, die Rosen am Neckar, den Wein – und die Gartenbahn von Sven Hoffmann.

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Statt Blumen und Rasen ziert eine große Eisenbahn den Vorgarten von Familie Hoffmann in der Rosenstraße. Auf der Anlage wird auch fleißig gearbeitet.Fotos: Alfred Drossel
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Viel Liebe zum Detail: Zu sehen gibt es auf der Anlage eine ganze Menge.
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Auch daran ist gedacht.

Ludwigsburg. Vor 14 Jahren fuhren die ersten Züge im Vorgarten des Familienhauses in der Rosenstraße. Heute ist die Anlage weitgehend komplett. Meist sonntags beobachten viele Zaungäste die fahrenden Züge.

 

Es gab keine Proteste, keine Kostensteigerungen und keine Terminüberschreitungen: Hessigheim 21 lief planmäßig ab und stieß nur auf Zustimmung. Ein starkes Jahr zuvor ist Hoffmanns Gartenbahn noch auf der Bühne des Hauses gefahren. Doch der Platz wurde knapp. Mutter Monika Hoffmann hatte entschieden: Die Bahn kommt in den Vorgarten. Die übliche Grünfläche wurde umgestaltet. Monika Hoffmann hat die Begrünung der Anlage übernommen und zahlreiche Bonsais gepflanzt. Auch für die Innengestaltung der Eisenbahnwagen ist sie zuständig.

 

Der jetzt 49 Jahre alte Sven Hoffmann, von Beruf Werkzeugmachermeister, wurde zum Bauarbeiter. Er hob Gruben aus, betonierte die Trassen, gestaltete Berge und spannte Brücken. Vater Ernst war mit dabei und die drei Kinder halfen, wo es ging. Gebaut wurde zunächst die kleine Runde, dann die größere und später die große, die fast ums Haus herum führt. Über das zwölf Meter lange Viadukt geht es in einer Kehre, wie in der Schweiz, hinauf auf den Berg. Drei Minuten braucht ein Zug für eine komplette Runde auf der 250 Meter langen Schienenanlage mit 17 Weichen. An einem Sonntag kommen da schon mal 20 Kilometer für ein Zügle zusammen.

 

35 Loks, darunter das Schweizer Krokodil, mehr als 30 Personen- und 100 Güterwaggons gehören der Hessigheimer Familienbahngesellschaft. Sie sind nachts sicher im Depot weggesperrt und werden am nächsten Tag wieder über eine abklappbare Rampe aufs Gleis gefahren. Auf der Allwetteranlage hat alles seine Ordnung.

Die Liebe steckt im Detail: Liebevoll gestaltete Häuser und Bahnhöfe mit Minifiguren auf dem Bahnsteig, auf Baustellen und in kleinen Gärten. Natürlich haben alle Gebäude Stromanschluss, damit sie leuchten können wie die Züge, wenn sie nachts fahren.

 

Sven Hoffmann ist ein Spieler, wie er sagt. Er möchte alles, was er hat, auch fahren sehen. Die Eisenbahn ist für ihn aber noch mehr. Als er vor zehn Jahren schwer krank war, habe ihm die Eisenbahn Lebensmut gegeben. Sven Hoffmann hat sich im Garten eines Schulkameraden in eine erste Bahn verliebt. Das erste Zügle bekam Sohn Tobi und Ehefrau Heike unterstützte das. Nach und nach wurde das Sortiment erweitert. Mittlerweile haben sich die beiden Söhne, 17 und 19 Jahre alt, weitgehend zurückgezogen. Tochter Alina (14) aber ist noch voll dabei. Es mache ihre Freude, wenn viele Zuschauer jeden Alters am Zaun stehen würden. Viele Besucher pausieren an der Gartenbahn auf dem Weg in die Felsengärten. Ganze Schulklassen und Kindergartenkinder kommen vorbei. Sven Hoffman zeigt seine Anlage gerne. Es macht ihm Freude. Und wenn einmal auf der Anlage etwas nicht funktioniert, repariert er es selbst. Hoffmann ist ein Tüftler. Fällt ein Zug aus, dann hilft ihm der Walheimer Modellbahnexperte Siegfried Ade. Unter den Gartenbahnfreunden im Landkreis gibt es enge Kontakte.

 

Die Hessigheimer Anlage gilt wegen ihrer Präsenz an der Straße neben der wesentlich älteren Anlage von Hans Knodel in Hohenhaslach als die bekannteste.