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Hilfe aus Rumänien für Flüchtlinge

Nach seinem Besuch in Murr machte sich Istvan Gal auf den Weg an die ukrainische Grenze, um notleidende Frauen und Kinder nach Zsobok in Rumänien zu holen. Foto: privat
Nach seinem Besuch in Murr machte sich Istvan Gal auf den Weg an die ukrainische Grenze, um notleidende Frauen und Kinder nach Zsobok in Rumänien zu holen. Foto: privat
Förderverein Kinderheim Zsobok aus Murr ruft Spendenaktion für Menschen aus dem Kriegsgebiet ins Leben

Murr/Freiberg. Sprach-, nicht tatenlos sind die Menschen in Zsobok angesichts der schrecklichen Ereignisse, die sich unweit ihrer rumänischen Heimat abspielen. Nur etwa 200 Kilometer entfernt verläuft die ukrainische Grenze. Zu dieser ist jetzt Istvan Gal, ehemaliger Zsoboker Ortsvorsteher und inzwischen Bürgermeister der Gesamtgemeinde Almas, mit dem Sprinter des Fördervereins Kinderheim Zsobok unterwegs, um in Not geratene Kinder und Frauen nach Zsobok zu bringen. Das teilt der Förderverein aus Murr mit, der diese Maßnahmen unterstützen möchte.

„Wir haben bereits Vorbereitungen getroffen, dass ukrainische Flüchtende in Gebäuden beim Kinderheim unterkommen können“, berichtete Istvan Gal am Montagabend im Murrer Rathaus. Dort besprach er sich gemeinsam mit Bürgermeister Torsten Bartzsch, dem Marbacher Dekan Ekkehard Graf und Vertretern des Fördervereins, wie die Hilfe schnell und unbürokratisch funktionieren kann. So soll zunächst vorrangig auf finanzielle Unterstützung gesetzt werden, teilt der Förderverein weiter mit. Istvan Gal konnte aber auch schon eine volle Sprinterladung an gespendeter Kindernahrung und anderen Lebensmitteln sowie Hygieneartikel mitnehmen.

Gleich nach seiner Ankunft wird er sich an der Grenze zur Ukraine einen ersten Überblick verschaffen und dem Förderverein Kinderheim Zsobok mitteilen, was noch gebraucht wird. Um vor Ort Soforthilfe leisten zu können, hat er vom Förderverein schon einen höheren vierstelligen Geldbetrag mit auf den Weg bekommen.

Angesichts der Not und des Leids möchte der Förderverein weitere Spenden sammeln, um sie auf diesem Weg ganz direkt zu den hilfsbedürftigen Menschen zu bringen. „Dass von euch das Signal kommt, zu unterstützen, und dass ihr jetzt schon selbst die Strukturen und Fähigkeiten habt, den Menschen aus eurem Nachbarland zu helfen, macht mich sehr stolz“, sagte Vereinsmitglied Professor Michael Gassner am Montagabend im Murrer Rathaus zu Istvan Gal. Die ganze Dorfgemeinschaft und vor allem auch die vom Krieg betroffenen Menschen könnten sich der uneingeschränkten Solidarität des Vereins sicher sein. „Von hier aus sind unsere Möglichkeiten stärker begrenzt“, sagt der Vereinsvorsitzende Günther Burk. Zusammen mit den Freunden in Zsobok Flüchtenden aus der Ukraine zu helfen, sieht er angesichts der Not und des Leids als moralische Verpflichtung an. Besonders freut es ihn, dass auch das evangelische Jugendwerk, die Gemeinde Murr und die Stadt Freiberg die Aktion unterstützen. (red)

Info: Wer die Spendenaktion unterstützen möchte, erhält die dafür notwendigen Informationen im Internet unter www.ejw-marbach.de/hilfe-fuer-ukrainische-fluechtlinge