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Hilfe kommt auch aus dem Kreis

Landrat Dietmar Allgaier, Kreisbrandmeister Andy Dorroch und der Bietigheim-Bissinger Kommandant Frank Wallesch (von links) verabschieden die Einsatzkräfte aus Bietigheim-Bissingen, Vaihingen und Marbach am späten Donnerstagabend. Foto: Alfred Drosse
Landrat Dietmar Allgaier, Kreisbrandmeister Andy Dorroch und der Bietigheim-Bissinger Kommandant Frank Wallesch (von links) verabschieden die Einsatzkräfte aus Bietigheim-Bissingen, Vaihingen und Marbach am späten Donnerstagabend. Foto: Alfred Drosse
Die Feuerwehren helfen beim Freiräumen der Straßen. Foto: Feuerwehr
Die Feuerwehren helfen beim Freiräumen der Straßen. Foto: Feuerwehr
Der Landkreis Ludwigsburg hat einen Einsatzzug der Feuerwehr zur Unterstützung der Helfer im rheinland-pfälzischen Hochwassergebiet geschickt. 30 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Bietigheim-Bissingen, Marbach und Vaihingen sind seit heute früh in Kordel bei Trier im Einsatz.

Kreis Ludwigsburg. Baden-Württemberg hat die Unterstützung der Einsatzkräfte im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz deutlich ausgeweitet. Rund 600 Einsatzkräfte von Sanitätsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk wurden zur Unterstützung entsandt. Darunter waren auch 30 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen aus dem Landkreis sowie drei Notfallkrankenwagen des DRK-Kreisverbandes. Nach Angaben von Innenminister Thomas Strobl befinden sich derzeit 15 Hochwassereinheiten der Feuerwehren mit insgesamt rund 300 Kräften in Rheinland-Pfalz.

Innerhalb einer Stunde hätten die Kreisfeuerwehren den Einsatzzug mit freiwilligen Helfern zusammengestellt, betont Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Noch am Donnerstagabend trafen sich die Kräfte am Bissinger Feuerwehrhaus, um Punkt 22 Uhr als Konvoi mit Rüstwagen, Boot und Logistikcontainer sowie Mannschaftswagen mit Blaulicht und Martinshorn abzurücken.

Landrat Dietmar Allgaier hat den Einsatzkräften für ihre spontane Bereitschaft, in dieser sehr schwierigen Katastrophenlage zu helfen, gedankt. Der Bietigheim-Bissinger Stadtkommandant Frank Wallesch, dessen Wehr allein 15 Kräfte und den Einsatzleiter Oliver Sinn stellt, warnte die Helfer vor Gefahren: „Wir wissen, was ihr leisten könnt, aber wir brauchen keine Helden.“

Nach vierstündiger Fahrt erreichte der Einsatzzug aus dem Landkreis den Bundeswehrstandort Hermeskeil. Dort trafen sich 600 Helfer aus dem ganzen Bundesgebiet. Am Freitagmorgen wurde dem Ludwigsburger Einsatzzug die 2000-Einwohner-Gemeinde Kordel im Kreis Trier-Saarburg zugeteilt. Einer örtlichen Einsatzleitung stehen dort fünf Züge zur Verfügung.

Noch in der Nacht haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Kordel mit ersten Aufräumarbeiten begonnen, berichtet die Tageszeitung „Trierischer Volksfreund“. Die Hochwasserlage im Kreis habe sich in der Nacht zu Freitag stabilisiert. Alle relevanten Pegel würden langsam, aber stetig fallen. Die Evakuierungen seien seit Donnerstag, 21.30 Uhr, abgeschlossen. Bisher habe es keine Toten gegeben. In den Ortschaften des Moselzuflusses Sauer stehen aktuell noch mehr als 130 Keller und Gebäude unter Wasser, die nun von den Feuerwehren ausgepumpt werden.

In Kordel sind noch nicht alle Bereiche zugänglich, so dass hier auch noch Boote zum Einsatz kommen. Außerdem müssen hier erst die Gebäude auf ihre Standsicherheit überprüft werden. Zusätzlich müssen die Wege von und nach Kordel freigeräumt und gesichert werden. Hier kommen auch das THW sowie die Bundeswehr zum Einsatz.

Für diesen Einsatz sind am Freitagmorgen noch über 600 Kräfte im Einsatz. Etwa 300 davon kamen in der Nacht aus Baden-Württemberg zur Unterstützung und Ablösung der örtlichen Einsatzkräfte, die über 30 Stunden am Stück im Einsatz waren. Die Ludwigsburger Kräfte haben damit begonnen, erst einmal die Straßen freizuräumen, so dass die Einsatzkräfte überhaupt fahren können. Wie Oliver Sinn berichtet, werde dann begonnen, überflutete Häuser leer zu pumpen.

Die Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Trier-Land kann seit Donnerstag über Notstromaggregate notdürftig sichergestellt werden. Hier appelliert die Einsatzleitung an die Bevölkerung, den Trinkwasserverbrauch auf das Nötigste zu beschränken.

Außerdem wird dringend von Fahrten in die Hochwassergebiete, besonders Kordel und das Sauertal, abgeraten, damit die An- und Abfahrtswege der Einsatzkräfte frei bleiben. In vielen Überschwemmungsgebieten besteht immer noch Lebensgefahr.