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MARGARETENKIRCHE

Holzwürmer nagen an den Turmbalken

Aufmerksamen Aldingern ist es aufgefallen: Vergangene Woche läuteten an einem Vormittag die Glocken der evangelischen Margaretenkirche nicht. Weil Gutachter des Landratsamtes die rund 500 Jahre alten Holzbalken im Dachstuhl des Gotteshauses untersuchten, war das Geläut abgestellt.

Die Aldinger Margaretenkirche.Fotos: Holm Wolschendorf
Die Aldinger Margaretenkirche. Foto: Holm Wolschendorf
Heinz Stiller zeigt Spuren der Schädlinge.
Heinz Stiller zeigt Spuren der Schädlinge.
Ungewohnte Perspektive: das Holzgebälk von unten betrachtet.
Ungewohnte Perspektive: das Holzgebälk von unten betrachtet.

Remseck. Zu den umfangreichen Aufgaben und Pflichten des Kirchengemeinderates gehört es auch, sich um die Gebäudesicherheit zu kümmern. Und deshalb schaut sich dessen Bauausschuss die Margaretenkirche einmal im Jahr ganz genau an. Über eine ausziehbare Metallstiege, viele alte Holzstufen und eine lange, steile Leiter führt der Weg von der Empore aus vorbei an den Glocken bis ganz nach oben in den Dachstuhl. Und just dort wurde bei der jüngsten Begehung Verdächtiges entdeckt.

Am Boden liegen Sägespäne, es gibt feuchte Stellen im Holz

„Einige Holzbalken kamen uns nicht koscher vor“, berichtet Pfarrer Jens Keil. Zusammen mit dem Remsecker Architekten Heinz Stiller führt er die Vertreter der Ludwigsburger Kreiszeitung auf deren Wunsch den abenteuerlichen Weg hinauf ins rund 500 Jahre alte Gestühl. Er zeigt, was den Bauausschuss stutzig machte. Am Boden liegen Sägespäne, es gibt feuchte Stellen im Holz.

„Wir wollten lieber auf Nummer sicher gehen und haben Herrn Stiller hinzugezogen“, so der Pfarrer. Schnell sei klar gewesen: Es besteht Handlungsbedarf. Denn in Teilen des Dachgebälks fühlen sich ganz offensichtlich Holzwürmer pudelwohl. Die Larven der Nagekäfer haben schon deutliche Spuren hinterlassen.

Heinz Stiller hat veranlasst, dass der Schaden dokumentiert wird. Gutachter des Landratsamtes Ludwigsburg waren in der vergangenen Woche vor Ort und haben alles gescannt. Jetzt wartet die Kirchengemeinde auf einen Vorschlag, wie die befallenen Balken saniert und die Schädlinge bekämpft werden können. Die Maßnahmen müssen dann noch mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt werden.

„Es besteht absolut kein Grund zur Panik“, beruhigt Heinz Stiller. Es handle sich um reine Vorsorge und ganz normale Instandhaltung, sagt auch Pfarrer Jens Keil. Das Dach der Margaretenkirche halte noch jedem Sturm stand.

Welche Kosten auf die Kirchengemeinde zukommen und ob sich eventuell der Kirchenbezirk, die Landeskirche und das Denkmalschutzamt daran beteiligen, ist noch völlig offen. „Gemacht werden muss es aber auf jeden Fall“, ist dem Aldinger Pfarrer klar. Der Architekt ist der Auffassung, dass sich die Schäden an den Balken mit partiellen Reparaturen beheben lassen und die Schädlinge mit Gift vertrieben werden können.

Jens Keil geht davon aus, dass die Kosten für die Reparatur im Vergleich zur jüngsten Sanierung in der Margaretenkirche überschaubar ausfallen werden. Zur Erinnerung: Im Jahr 2012 hatte ein umfangreicher Umbau im Innenraum des Gotteshauses stattgefunden (siehe Infokasten). Elf Monate hatte die Verschönerung gedauert und rund 850.000 Euro gekostet.

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