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Hospizinitiative feiert 25-jähriges Bestehen

Vor 25 Jahren wurde die Ökumenische Hospizinitiative gegründet. Damals nur mit wenig Personal. Das Jubiläum feiert die Hospizinitiative nun aber als stattliche Pflanze.

Die Ökumenische Hospizinitiative begleitet Menschen am Lebensende. Foto: Africa Studio/stock.adobe.com
Die Ökumenische Hospizinitiative begleitet Menschen am Lebensende. Foto: Africa Studio/stock.adobe.com

Ludwigsburg. Zum 25-jährigen Bestehen gab es für die Ökumenische Hospizinitiative ein besonderes Geschenk: Landrat Dietmar Allgaier übernahm die Schirmherrschaft für den Verein. Darüber freut sich die Initiative sehr. „Es zeigt, dass man uns wahrnimmt und wertschätzt“, sagt Hendrik Rook, der Leiter der Caritas und stellvertretender Vorsitzender der Hospizinitiative.

Seit einem Vierteljahrhundert begleiten die Ehren- und Hauptamtlichen der Hospizinitiative Sterbende. Der Verein sei als kleines Pflänzchen gestartet, so Hendrik Rook. Zu Beginn wurde die Arbeit rein durch Spenden getragen, inzwischen finanziert sich der Verein zur Hälfte von Zuschüssen, zur anderen Hälfte weiterhin über Spenden. „Wir sind aus eigener Kraft groß geworden“, so Rook. Inzwischen habe sich die Hospizinitiative, die von Beginn an ökumenisch getragen wird, zu einer stattlichen Pflanze entwickelt. Die Zahl der Ehrenamtlichen wird immer größer, genauso die Anzahl der Anfragen und der Einsätze. „Auch die Vielfalt der Anfragen wird immer größer“, sagt Sabine Horn, die Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes. Es werden Menschen betreut, die niemanden haben, aber auch solche, die Teil einer großen Familie sind – mit oder ohne Konflikte.

Der Kinderhospizdienst ist 2007 entstanden. „Wir haben gemerkt, dass in diesem Bereich eine Lücke ist“, sagt Sabine Horn. Die Begleitung von Familien, bei denen ein Kind oder ein Elternteil im Sterben liegt, ziehe sich oft über mehrere Jahre lang, so Nicola Rupps, die Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizdienstes. Auch über den Tod hinaus werden die Familien begleitet. „Wir haben auch die Geschwisterkinder im Blick“, so Rupps. Das bedeute, dass zum Teil auch mehrere Ehrenamtliche in einer Familie sind – für jedes Kind eine eigene Bezugsperson.

Um die Ausbildung der Ehrenamtlichen und den Kinderhospizdienst kümmert sich die Hospizinitiative im gesamten Landkreis Ludwigsburg. Für die Begleitung Erwachsener gibt es in den Kreiskommunen eigene Gruppen, meistens ehrenamtlich geführte. Deshalb kümmert sich die Hospizinitiative nur um die Begleitung Sterbender in Ludwigsburg und Remseck. In diesem Jahr übernahm der Verein außerdem die Trägerschaft für die Hospizgruppe Steinheim-Murr-Erdmannhausen, weil dort ein Träger nötig war. „Wir würden keine blinden Flecken im Landkreis zulassen“, sagt Hendrik Rook.

Die Ehrenamtlichen haben bei der Hospizinitiative einen besonderen Stellenwert. „Wir sind der Auffassung, dass es wirklich eine Ehre ist, dieses Amt zu tragen“, sagt Sabine Horn. Einem Vorgespräch schließt sich ein Vorbereitungskurs an mit mehr als 100 Unterrichtseinheiten. Erst nach dem Kurs entscheiden die Hauptamtlichen, ob jemand tatsächlich für Begleitungen eingeteilt wird. Auch die Ehrenamtlichen selbst können sich dann überlegen, ob sie das Ehrenamt tatsächlich machen wollen. Im Kurs setzen sich die Teilnehmer zum einen mit ihrem eigenen Leben, mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinander. Aber es gibt auch Einheiten mit Fachthemen, zum Beispiel Krankheitsbilder, Sterbephasen und Kommunikation. „Am Sterbebett lernen wir das Leben kennen“, fasst Sabine Horn die Arbeit der Hospizinitiative zusammen.

Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens hat die Ökumenische Hospizinitiative dieses Jahr in Kooperation mit der Tanz- und Theaterwerkstatt (TTW) ein Theaterprojekt gestartet. „Vom Hinschauen und Wegsehen“ heißt die Aktion, die Ende Juli stattfand. Ehrenamtliche hatten sich gemeinsam mit Profis von der TTW Gedanken gemacht, wie sie ihre Geschichten und Erlebnisse in Bildern und Szenen umsetzen können. Das Ziel: Das Thema Sterben und Trauer, das oftmals wenig Beachtung findet, ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. „Bei einem klassischen Vortrag zum Thema bleibt ein Teil der Menschen weg, den wir mit etwas Künstlerischem erreichen können“, erklärt Sabine Horn die Herangehensweise über die Kunst. „Wir beleuchten das Thema auf ganz unterschiedliche Weise, weil die Menschen ganz unterschiedliche Zugänge zu dem Thema haben“, ergänzt Hendrik Rook.

Für die Zukunft wünscht sich Sven Salwiczek, Geschäftsführer der Ökumenischen Hospizinitiative, Wachstum, denn der Bedarf an Begleitungen am Lebensende wachse weiter. Neu angefangen hat der Verein mit Angeboten in der Trauerbegleitung für Erwachsene, zum Beispiel durch Trauerspaziergänge oder -cafés. „Wir hoffen, dass wir auch bald wieder mit öffentlichen Veranstaltungen richtig durchstarten können“, so Salwiczek.

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