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Jugendgemeinderat

Ideen für den Bahnhof

Bahnhofsmanager Axel Müller beantwortet die Fragen der Jugendgemeinderäte

Ludwigsburg. Etwa zwei Monate ist es her, dass die Jugendgemeinderäte eine Passantenumfrage am Bahnhof machten, um zu sehen, wo die Problemstellen sind. Für die Umfrage bekamen die Jugendlichen im Juni bereits viel Lob von Stadträten, in der Sitzung des jungen Gremiums am Dienstagabend sprach auch Axel Müller, der neue Bahnhofsmanager, seinen Dank für die Umfrage aus. „Eure Umfrage ist mit der sachlichen und emotionalen Sichtweise zweigliedrig“, sagte er. Deshalb lassen sich mehrere Maßnahmen ableiten. Zum einen soll mehr Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, um den Ruf des Bahnhofs aufzuwerten. Außerdem könnten Sicherheits- und Reinigungsabläufe angepasst werden.

Junge Räte haben viele Fragen

Was diese Abläufe kosten würden, wollte Jugendgemeinderat Nurhak Gökcen wissen. Diese seien nicht fix greifbar, so Axel Müller. Denn der Bahnhofseigentümer beschäftige die Sicherheitskräfte. Irem Inan berichtete, dass ihr bereits eine erhöhte Polizeipräsenz am Bahnhof aufgefallen sei. „Wurden da schon erste Sicherheitsmaßnahmen in Angriff genommen?“, wollte sie wissen. „Beauftragt ist noch nichts“, sagte Müller. Allerdings wurden alle Beteiligten gebeten, rund um den Bahnhof aufmerksamer zu sein. „Denken Sie, dass es eine Veränderung geben muss?“, fragte der Vorsitzende des Jugendgemeinderats, Vithusan Vijayakumar. Das bejahte Axel Müller deutlich: „Sonst macht meine Stelle ja keinen Sinn.“ Um die Sauberkeit zu erhöhen, müsste man vor allem auch baulich etwas ändern. Denn die Fenster in Richtung Ostausgang haben Stützen, die in die Halle ragen. Die Ecken, die dadurch entstehen, mache es für die Reinigungsmaschinen nicht gerade einfach. „Wir sind da mit dem Eigentümer im Gespräch, wie das Gebäude modifiziert werden kann.“ Ob es generell eine Bereitschaft des Eigentümers gebe, Änderungen zuzulassen, wollte Vijayakumar daraufhin wissen. „Ich denke, wir sind da auf einem guten Weg“, so Axel Müller.

Für eine zeitweise Videoüberwachung, vor allem im Bereich des ZOB, sprach sich der Vorsitzende des JGR auch aus. „Mein Wunsch wäre es, dass wir das spätestens nach den Sommerferien hinbekommen“, stimmte Müller zu. Eine Überwachung könnte gegen 17 Uhr beginnen und eine Stunde, nachdem die letzte Bahn fährt, aufhören. „Wie lange würden die Bilder denn gespeichert werden?“, wollte Nurhak Gökcen wissen. Axel Müller sprach von 24 Stunden. Außerdem müsse noch geklärt werden, wer das Videomaterial sichtet und ob das nur dann passiert, wenn etwas vorgefallen ist.

„Statt einer Videoüberwachung sollten wir uns doch eher Gedanken über Prävention machen“, meinte Jugendgemeinderat Omar Hamad. Dazu sagte Axel Müller, dass man mit den Betroffenen umgehen müsse. „Wir können nicht hier aufräumen und das Problem dadurch zum Beispiel nach Kornwestheim verlagern“, sagte der neue Bahnhofsmanager. Verdrängen sei also nicht unbedingt möglich, stattdessen müssten Lösungen gefunden werden.

Der Wunsch vieler Teilnehmer der Umfrage sei es auch gewesen, einen Warteraum einzurichten, berichtete Vanessa Buchmann. Kurzfristig sei eine Umsetzung eher schwierig, so Axel Müller. Jedoch könnte es längerfristig durchaus einen Wartesaal geben. Vithusan Vijayakumar schlug vor, einen Wartesaal dort einzurichten, wo ein Elektrogeschäft und danach ein Spielwarenhändler untergebracht waren. Das sei jedoch eine Entscheidung des Eigentümers, so Müller.

Notruf für mehr Sicherheit

Auch Ideen für ein besseres Sicherheitsempfinden teilten die Jugendgemeinderäte Axel Müller mit. Irem Inan etwa erzählte von einem Erlebnis, das sie vor kurzem hatte, als eine Frau am Bahnhof auffällig wurde. Gerne hätte sie da jemanden um Hilfe gebeten, die Polizei wollte sie jedoch nicht gleich rufen. „Es wäre doch gut, wenn man einen Notruf einrichten könnte“, so die Jugendgemeinderätin. Dadurch könne etwa eine Sicherheitskraft auf die Situation aufmerksam gemacht werden und in wenigen Minuten da sein, um zu entschärfen.

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