14. Oktober 2015

ifo-Chef Sinn: Flüchtlinge lösen Fachkräftemangel nicht

München (dpa) - Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht im Flüchtlingszustrom keine Lösung für den Fachkräftemangel der deutschen Wirtschaft. Diese Erwartung wäre «eine völlige Verkennung der Situation», sagte Sinn.

Produktion bei Mercedes-Benz
Deutschlands Autoindustrie betrachtet die Flüchtlinge als große Chance, einem schon jetzt erkennbaren Arbeitskräftemangel zu begegnen. Foto: Sebastian Kahnert
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Zwar seien die meisten Flüchtlinge in der richtigen Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen. Aber 22 Prozent hätten keinen Hauptschulabschluss. 15 Prozent der Syrer und 68 Prozent der Afghanen seien Analphabeten.

Um mehr Jobs für Geringqualifizierte zu schaffen, müssten der Mindestlohn abgeschafft und Niedriglöhne mit staatlichen Zuschüssen aufgestockt werden. «Wir brauchen eine Agenda 2020», sagte Sinn. Die Flüchtlinge müssten außerdem sofort Deutsch lernen, zur Schule gehen und eine Berufsausbildung machen können. Damit sollte nicht bis zur Anerkennung ihrer Anträge gewartet werden.

Die Aussage von Daimler-Chef Dieter Zetsche, die Zuwanderung könne für ein neues deutsches Wirtschaftswunder sorgen, kritisierte Sinn: «Er braucht halt Fließband-Arbeiter. Die sozialen Kosten überlässt er der Gemeinschaft.»

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