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Im Kampf gegen den Klimawandel

Bönnigheimer Nähgarnhersteller gehört zu einem Kreis von weltweit 50 nachhaltigen Unternehmen – Initiative der UN

Im Amann-Testcenter in Bönnigheim werden die Garne auf verschiedenen Nähmaschinen und Computernähanlagen geprüft. Foto: Alfred Drossel
Im Amann-Testcenter in Bönnigheim werden die Garne auf verschiedenen Nähmaschinen und Computernähanlagen geprüft. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim. Das Projekt „50 Sustainability & Climate Leaders“ ist die Antwort der internationalen Geschäftswelt im Kampf gegen den Klimawandel. Die Amann Group mit Hauptsitz in Bönnigheim setzt sich seit vielen Jahren für die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Dieses Engagement wurde nun mit der Aufnahme in die Reihe der „50 Sustainability & Climate Leaders“ gewürdigt – eine Initiative der Medienunternehmen Bloomberg und TBD Media Group mit Unterstützung der Vereinten Nationen (UN). Im Landkreis Ludwigsburg gehört auch das Ludwigsburger Unternehmen Mann+Hummel in diesen Kreis der Firmen.

Seit 1854 ist die schwäbische Firma Amann & Söhne einer der international führenden Hersteller von hochwertigen Nähfäden, Stickgarnen und Smart Yarns – von Universalnähfaden bis zum hochtechnischen Spezialgarn. „Für den Erfolg sorgen weltweit mehr als 2500 Mitarbeiter in über 100 Ländern“, betont Marketingleiterin Barbara Binder. Die Näh- und Stickgarne von Amann würden ausschließlich in eigenen Produktionsstätten in Europa und Asien hergestellt. „Damit sichern wir die Grundlage für ein Höchstmaß an Flexibilität und Kundennähe“, unterstreicht Binder.

Produktion in Augsburg

Das Headquarter, die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, befindet sich am Gründersitz in Bönnigheim. Das Zentrallager ist im benachbarten Erligheim, produziert wird unter anderem in Augsburg. Dorthin wurde die Produktion von Bönnigheim verlegt und die Fabrikanlagen in Bönnigheim abgerissen. Dort befindet sich jetzt ein stadtnahes Wohngebiet, das Amann-Quartier. Die Geschäftsführung besteht aus Bodo Th. Bölzle (CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung), Wolfgang Findeis (CFO) und Peter Morgalla (COO).

Hinter dem Projekt „50 Sustainability & Climate Leaders“ steckt der Klimawandel, das bestimmende Thema der Zeit. „Das Projekt ist die Antwort der internationalen Geschäftswelt im Kampf gegen den Klimawandel. Die Amann Group setzt sich bereits seit vielen Jahren für die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein“, betont Jan Chorvath vom Amann-Marketing. Dieses Engagement sei nun mit der Aufnahme der Amann Group in die Reihe der 50 Unternehmen gewürdigt worden.

Nähgarn ist überall. Es wird in den meisten Industriezweigen verwendet und ist in allen möglichen Produkten zu finden – von Schuhen bis zu Airbags, in allen Arten von Kleidung und sogar in Militärflugzeugen. Jedes Jahr fallen jedoch rund um den Globus etwa 92 Millionen Tonnen Textilabfälle an, von denen nur ein kleiner Prozentsatz effektiv recycelt wird. Der Rest wird verbrannt oder auf Deponien entsorgt.

Amann sei sich der Notwendigkeit einer größeren Nachhaltigkeit in dieser Branche bewusst und leiste Pionierarbeit, um positive Veränderungen in der gesamten Branche zu bewirken, erklärt Binder. Als Empfänger der Umweltmanagement-Zertifizierung ISO 14001 im Jahr 2000 könne die Amann Group auf eine lange Geschichte nachhaltiger Optimierung zurückblicken, so die Marketingleiterin.

Der Färbeprozess von Textilien verbraucht große Mengen an Wasser. In den letzten fünf Jahren habe Amann 29 Prozent des während des Färbens verbrauchten Wassers eingespart, indem saubere Technologien wie die Umkehrosmose durch die Wiederverwendung des Abwassers eingesetzt worden seien, sagt Binder. Nachdem sich die Effizienz dieses Verfahrens bestätigt habe, baue Amann die Umkehrosmose in allen seinen Produktionsstätten ein und gewährleiste damit an allen Standorten ein hohes Maß an Qualität und Nachhaltigkeit.

Als globales Unternehmen ist die Amann Group in vielen Ländern tätig (siehe Infobox rechts). Die Amann Group stelle die Einhaltung eines globalen Standards sicher, indem sie mithilfe von Investitionen sowohl in Technologie als auch in Sicherheitsmaßnahmen eine Global Recycling Standard-Zertifizierung (GRS) für ihre Produktion von Recycling-Garnen in allen ihren Werken einleite, unterstreicht Binder.

Das Amann-Werk in Bangladesch ist das erste Werk, das die GRS-Zertifizierung erhielt, in dem verschiedenste Vorgaben in Bezug auf Sicherheit, Service und Qualität befolgt und ausschließlich modernste Maschinen zur Herstellung der Näh- und Stickgarne für die Modeindustrie eingesetzt werden. „Die Entscheidung von Amann, dem UN Global Compact beizutreten, hat somit Auswirkungen auf sämtliche Produktionsstätten“, sagt Marketingleiterin Binder.

Mit der neuen „Cradle-to-Cradle“-Produktlinie geht die Amann Group einen Schritt weiter und bietet Produkte für eine Kreislaufwirtschaft an, die einen positiven ökologischen Fußabdruck hinterlassen sollen.

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