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Im städtischen Bauhof gibt es keine Corona-Schnelltests

Die Testpflicht der Mitarbeiter soll kommen. In der Vorschrift heißt es, dass Unternehmen ihren Angestellten ein bis zweimal die Woche sogenannte Schnelltest kostenlos anbieten müssen. Doch wie sieht es in den öffentlichen Verwaltungen aus? Auch hier können viele Mitarbeiten nicht im Homeoffice arbeiten. Wir haben uns umgeschaut.

Die kommunalen Verwaltungen im Landkreis Ludwigsburg sehen sich mit ihren Schnelltest nach eigenen Angaben gut aufgestellt. Archivfoto: Marijan Murat/dpa
Die kommunalen Verwaltungen im Landkreis Ludwigsburg sehen sich mit ihren Schnelltest nach eigenen Angaben gut aufgestellt. Foto: Marijan Murat/dpa

Kreis Ludwigsburg. Lange war der Arbeitsplatz bei den Bemühungen gegen Corona außen vor. Dabei finden in Innenräumen besonders viele Infektionen statt. Mit der neuen Vorschrift werden Arbeitgeber künftig verpflichtet „in ihren Betrieben allen Mitarbeitern, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, regelmäßig Selbst- und Schnelltests anzubieten“. Alle Beschäftigten, die demnach im Betrieb präsent sind, sollen mindestens einmal pro Woche ein Testangebot erhalten. „Besonders gefährdete Mitarbeiter, die tätigkeitsbedingt häufige Kundenkontakte haben oder körpernahe Dienstleistungen ausführen“, sollen mindestens zweimal pro Woche ein solches Angebot erhalten. Die Kosten für die Tests tragen die Arbeitgeber, so sieht es das Bundesarbeitsministeriums (BMAS) vor.

In der Industrie und im Gewerbe gehen die Wogen hoch. Die Verbände sprechen von einem großen Misstrauen und beklagen die Kosten. Die kommunalen Verwaltungen sind dabei nicht explizit erwähnt. „Wir als Verwaltung verstehen uns aber auch als Unternehmen und sehen uns daher auch in der Verantwortung“, sagt Ursula Keck, Oberbürgermeisterin in Kornwestheim. Die Stadt hat insgesamt rund 750 Mitarbeiter davon seien etwa 50 Frauen und Männer im Homeoffice. Die meisten seien in der Verwaltung im Rathaus betroffen.

Die Möglichkeiten im Bauhof, der Stadtgärtnerei oder in den Kindergärten und in der Schulsozialarbeit seien natürlich begrenzt. Auch wolle man den Zugang zum Rathaus weiter offenhalten. „Trotzdem schauen wir, dass möglichst viele Menschen zuhause bleiben, wenn dies möglich ist“, so Keck weiter. Die Stadt habe mit ihren Konzepten zu Schnelltest und Hygiene schon recht früh angefangen und sei bisher auch gut damit gefahren.

Die Mitarbeiter kommen morgens zur Arbeit ins Rathaus und werden in einem speziellen Raum getestet. Erst dann geht es weiter zum Arbeitsplatz. Andere Bereiche wie Bauhof oder Kitas werden vor Ort getestet. Auch der Gemeinderat ist inzwischen mit Schnelltests versorgt. Die Mitglieder sollen sich vor den Sitzungen untersuchen.

Auch für Jan Trost, Bürgermeister in Marbach, gibt es keine Alternative zum Testen, solange noch nicht ausreichend Bürger geimpft sind. Die Stadt hat allein in der Rathaus-Verwaltung rund 80 Menschen angestellt. Davon seien zwischen 15 bis 20 Mitarbeiter unregelmäßig im Homeoffice. „Das hängt von den Aufgaben und dem Aufkommen der Arbeit ab“, so der Bürgermeister.

In Marbach hat man einen sogenannten Spucktest an die Mitarbeiter verteilt, ebenso wie an den Gemeinderat. Wer infiziert ist, soll erst gar nicht zur Arbeit kommen. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Stadtverwaltung nicht genau weiß, wer sich auch wirklich testen lässt. Die Untersuchungen bei den Erzieherinnen sind Pflicht, dies wird von einer örtlichen Apotheke übernommen, ebenso wie das Testzentrum der Stadt auf der Schillerhöhe.

Auch in Bietigheim-Bissingen ist nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter im Homeoffice. „Das hängt mit den jeweiligen Aufgaben zusammen. Aktuell sind es bei uns rund zehn Prozent. Der Bauhof oder die Mitarbeiterinnen in den Kitas können nicht zuhause bleiben. Auch haben wir im Rathaus noch Publikumsverkehr bei entsprechender Voranmeldung“, so Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt. Die Schnelltest werden am Arbeitsplatz vollzogen.

In den kleinen Gemeinden hat man sich schon auf die neuen Schnelltest-Verhältnisse eingestellt. Von den rund 25 Mitarbeitern im Rathaus in Hemmingen sind rund acht im Homeoffice – allerdings auch hier nicht die ganze Zeit. Die Schnelltests können in zwei Arztpraxen oder in einem Raum im Rathaus abgegeben werden. „Uns fehlen noch ausreichend Tests, doch die werden schon noch kommen. Parallel dazu haben wir auch sogenannte Lollitests bestellt. Mal sehen wie diese ankommen“, sagt Bürgermeister Thomas Schäfer.

In Asperg hat man inzwischen auch die Voraussetzungen geschaffen. Eigentlich wollte man schon in der vergangenen Wochen mit den Tests beginnen, doch das Land konnte die versprochenen Lieferungen nicht nach Asperg bringen. Jetzt hofft die Verwaltung, dass in dieser Woche der Startschuss fällt. Im Rathaus arbeiten rund 38 Personen, davon seien zwölf im Homeoffice, je nachdem welche Arbeit gerade ansteht. „Wir haben zum Glück viele Einzelzimmer im Rathaus, da ist der Druck nicht so groß. Außerdem mussten wir erst einmal die technischen Voraussetzungen schaffen. Das war gar nicht so einfach“, sagt Bürgermeister Christian Eiberger.

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