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Umwelt

Immer Ärger mit dem Pferdemist

Erholungssuchende im Pulverdinger Forst ärgern sich über Pferdemist auf den Wegen – doch das zuständige Landratsamt wiegelt ab.

Foto: Dagmar Gärtner/stock.adobe.co
Foto: Dagmar Gärtner/stock.adobe.co

Strohgäu. Wolfgang Schmidt aus Schwieberdingen ist seit 1983 mindesten zweimal in der Woche im Pulverdinger Holz unterwegs. „Hier absolviere ich mit meiner Frau ein Laufprogramm“, sagt Schmidt. Zwei Runden dreht das Paar durch den Wald an der B.10 zwischen Eberdingen-Hochdorf, Vaihingen und Markgröningen.

Das Pulverdinger Holz ist beliebt bei Läufern, Spaziergängern und Radlern – und seit Monaten in den Schlagzeilen. Das Land und das Landratsamt haben im Pulverdinger Holz eine Versuchsfläche für den Wald von morgen angelegt. Atlaszedern, Baumhaseln und Douglasien, die den Hitzestress besser vertragen als heimische Sorten, werden hier getestet. Im Herbst rücken Baumfäller im Auftrag des Kreises an und holzen kranke Bäume ab, um die Verkehrssicherheit entlang der Straßen zu erhalten.

Die Schmidts aus Schwieberdingen regen sich allerdings über etwas anderes auf. „Vermehrt sind in den vergangenen Wochen an etwa 15 Stellen dicke Pferdemisthaufen auf den Wegen aufgetaucht“, sagt Schmidt. Das Problem in seinen Augen: Bei fallendem Laub seien die Misthaufen zugedeckt, und nicht mehr sichtbar. „Man läuft sicher irgendwann durch den Mist und versaut sich die Schuhe“, sagt Schmidt. „Eventuell, wenn Sie es nicht gleich bemerken, haben Sie die Sauerei sogar in Ihrem Auto oder Haus.“ Der Schwieberdinger denkt nach eigenen Angaben auch an Familien mit Kindern, die das Pulverdinger Holz ebenfalls gerne besuchen. „Kinder achten schon gar nicht auf die Pferdeäpfel unter dem Laub.“

Schmidt hat bereits E-Mails an Michael Nill geschrieben, den stellvertretenden Amtsleiter des Fachbereichs Forsten im Ludwigsburger Landratsamt. Seine Forderung: Pferde von den Wegen im Pulverdinger Wald fernzuhalten oder zumindest dafür zu sorgen, dass „Reiter seitlich rausgehen“, bevor die Tiere äpfeln. „Reiter merken es, wenn es beim Pferd losgeht“, sagt Schmidt.

Der Waldexperte Nill fordert dagegen Rücksichtnahme und Verständnis der Erholungssuchenden untereinander. „Für ein Reitverbot im Pulverdinger Wald fehlen die rechtliche Grundlage und somit eine Eingriffsmöglichkeit“, sagt der Beamte. Er zitiert den Paragrafen 37 des Landeswaldgesetzes, wonach mit Ausnahme der Sportstrecken und Lehrpfade alle Wege über drei Meter Breite beritten werden dürfen. „Im Wesentlichen halten die Reiter diese Regeln ein, soweit es uns bekannt ist“, sagt Nill.

Für Wolfgang Schmidt ist der Standpunkt des Kreises nicht akzeptabel. „Es kann nicht sein, dass man durch die beinahe unverschämte Verhaltensweise der Reiter gezwungen wird, in von Laub zugedeckte Pferdemisthaufen zu laufen.“ Er hätte vom Kreis einen Vorschlag erwartet, wie wenigstens in der Zeit des fallenden Laubs mit Reitern verfahren werden könne.

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