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In erster Runde leer ausgegangen

Die Zuversicht hat sich bisher nicht ausgezahlt. Anfang der Woche wurden die ersten Projekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) präsentiert. Die Vorhaben aus dem Landkreis Ludwigsburg befinden sich nicht darunter.

Wohnbau über der Autobahn. Eine Zukunftsvision für die Stadt Freiberg.Archivfoto: privat
Wohnbau über der Autobahn. Eine Zukunftsvision für die Stadt Freiberg. Foto: privat
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Kreis Ludwigsburg. Mit Spannung war erwartet worden, welche Projekte in der ersten Runde ausgewählt worden sind. Doch während in Stuttgart, Backnang, Sindelfingen oder Nürtingen Projekt aufgenommen wurden, geht der Landkreis Ludwigsburg bisher leer aus.

„Das hat nichts mit der Qualität der Projekte zu tun. Unsere Planungen und die Entscheidungsfindungsprozesse in den Kommunen haben bisher noch nicht zusammengepasst. So gab es beispielsweise in Ludwigsburg einen Amtsleiterwechsel oder in Vaihingen war man sich noch nicht klar, in welcher Reihenfolge die große Fläche überbaut werden sollte. Bei der nächsten Runde kann das schon wieder ganz anders aussehen“, sagte Andreas Hofer, Intendant der Internationalen Bauausstellung der Region Stuttgart.

Aber nicht nur in diesen beiden Kommunen gibt es Ambitionen, bei der Bauausstellung im Jahr 2027 mitzumachen. In Freiberg ist die Stadt mit ihrer Idee dabei, die Autobahn zu überdeckeln und darauf ein Baugebiet zu entwickeln. Im Bietigheim-Bissingen laufen bereits seit einigen Jahren die Planungen für eine neue Bebauung des ehemaligen DLW-Geländes.

Auch in diesem Fall will der IBA-Intendant Hofer nichts über die Chancen der beiden Projekte aussagen: „In Freiberg macht vor allem der konstruktive Aspekt die Sache interessant. Doch genau an diesem Punkt liegt auch das größte Risiko. Wir werden jetzt beobachten, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Und in Bietigheim ist man schon sehr weit. Hier sind alle unsere Schlüsselthemen der IBA drin. Auch in diesem Fall muss erst noch abgewartet werden, wie sich die Dinge weiter entwickeln.“

100 Jahre nach Eröffnung der Stuttgarter Weisenhofsiedlung im Jahr 1927, widmet sich die Bauausstellung wieder einmal der Frage nach der Zukunft des Wohnens und des Arbeitens. Hier soll der Aufbruch sichtbar und erlebbar werden. Im Oktober 2018 hat die IBA einen Aufruf gestartet und seither über 100 Projekte eingereicht bekommen.

Davon sind zunächst einmal 70 in das Stuttgarter IBA-Netzwerk gerutscht. Hier tauschen sich die Kommunen aus, berichten über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze. An dem Austausch beteiligt sich auch die Bauausstellung selbst.

„Bei vielem kleineren Kommunen fehlt es an Sachverstand. Oftmals ist keine eigene Städteplanung vorhaben. Wir können dann mit einem Blick von außen oder bei Förderanträgen für das Projekt helfen. Schließlich brauchen auch die Bauträger einen Mehrwert, in diesem Fall von uns“, so Andreas Hofer. Aus dieser Gruppe wurden jetzt die 13 Vorhaben ausgewählt. In dem Netzwerk sind noch die Projekte aus dem Landkreis Ludwigsburg.

Mitte nächsten Jahres soll voraussichtlich die nächste Auswahlrunde stattfinden. Hofer: „Wir haben unterschätzt, dass es sehr viel Arbeit ist mit den Bauträgern. Es bedarf sehr viel Engagement von beiden Seiten.“ Mehrere besonders anspruchsvolle Stadtentwicklungsprojekte sollen später als Ankerpunkte der Bauausstellung werden. Diese sogenannten Quartiere bilden gemeinsam mit den Projekten die große Ausstellung, die dann im Jahr 2027 „international relevante Zukunftsideen“ erlebbar machen soll.

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