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In Neckarrems ist wieder alles gut

Im Verhältnis zwischen dem VfB Neckarrems und seinem langjährigen Trainer Markus Koch hatte es Anfang des Jahres ordentlich geknirscht. Doch die Irritationen sind ausgeräumt, der 53-Jährige wird mit dem Fußball-Verbandsligisten in seine 17. Amtszeit starten.

Kann wieder lachen: Markus Koch bleibt Trainer des VfB Neckarrems.Foto: Baumann
Kann wieder lachen: Markus Koch bleibt Trainer des VfB Neckarrems. Foto: Baumann

Remseck. Gut möglich, dass 2021 einmal als Jahr der Zäsuren gelten wird, aber nicht beim VfB Neckarrems: Joachim Löw wird nach 15 Jahren als Bundestrainer abtreten, Angela Merkels Kanzlerschaft endet nach 16 Jahren im Herbst. In sein 17.Jahr geht hingegen Markus Koch als Trainer des Fußball-Verbandsligisten. „Ich habe dem Verein inzwischen für die nächste Saison zugesagt“, bestätigt der 53-jährige auf Anfrage unserer Zeitung.

Das war vor Monatsfrist noch nicht abzusehen – im Gegenteil. Ende Januar hatte der VfB eine Klausel gezogen und seinem Langzeitcoach überraschend gekündigt. Koch fiel aus allen Wolken und war verärgert. „Damals sahen wir keine Alternative, denn es gab einfach keine Planungssicherheit“, erklärt VfB-Finanzvorstand Arne Läubin noch einmal, räumt aber heute ein: „Rückblickend wäre vielleicht ein anderes Vorgehen besser gewesen. Und dass das Ganze dann durch die Presse ging, hat es nicht einfacher gemacht“.

Er selbst suchte dann das Gespräch mit Koch. „Wir kennen uns seit über 30 Jahren, als wir gemeinsam für Salamander Kornwestheim gespielt haben“, erzählt Läubin und führt aus: „In der Zwischenzeit herrschte auch Klarheit mit unseren Hauptsponsoren und wir konnten wieder planen. Zudem bleiben wir Verbandsligist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Alternative zum Saisonabbruch gibt, wenn der Württembergische Fußballverband an diesem Freitag eine Entscheidung fällt“.

Groß verhandeln mussten der VfB und sein Dauertrainer dann letztlich gar nicht. „Als wir zusammensaßen, ging es recht glatt. Da fragt man sich hinterher schon: Warum das Ganze?“, schmunzelt Koch, dem zwar andere Angebote vorlagen, der aber klarstellt: „Lange überlegen musste ich nicht. Das ist hier einfach mein Umfeld und mein Verein“.

Im Nachhinein beurteilen beide Seiten den Sturm im Wasserglas sogar positiv. „Es war dringend notwendig, dass alle erkennen, dass es in dem Trott wie in den letzten drei Jahren nicht mehr weitergeht“, sagt Koch.

Für Läubin war es wichtig, „dass in den Diskussionen alles auf den Tisch kam“ und nun er richtet den Blick nach vorne: „Unsere Sponsorenbasis verbreitern und unsere Möglichkeiten besser ausschöpfen“, nennt er als vordringlichste Aufgaben, denn „es kann nicht unser Ziel sein, jedes Jahr nur gegen den Abstieg zu spielen“.

Koch hat unterdessen die Kaderplanung aufgenommen. Auf jeden Fall gehen wird Topangreifer Sascha Häcker, den es berufsbedingt nach Sindelfingen zieht. Neuzugänge stehen demgegenüber noch keine fest. „Wir sind eben nicht der SGV Freiberg“, lacht Koch. Der Oberligist hatte zuletzt mit mehreren Toptransfers Schlagzeilen gemacht.

Koch hatte die Neckarremser in der Bezirksliga übernommen und zwischenzeitlich bis in die Oberliga geführt. Seit Jahren spielt der Club in der Verbandsliga, hatte zuletzt aber immer größere Probleme, sich in der sechsten Liga zu halten.

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