Logo

Handball-Württemberg-Liga

In Oberstenfeld lebt Tradition fort

Söhne der ehemaligen Oßweiler Handballer Krautt und Eisele spielen gemeinsam beim SKV in der Württemberg-Liga Nord

350_0900_24066_BAU_20191019_JR_011.jpg
In Oberstenfeld gesetzt: Hannes Eisele und Jonas Krautt spielen wie einst ihre Väter gemeinsam Handball.Fotos: Baumann
In Oberstenfeld gesetzt: Hannes Eisele und Jonas Krautt spielen wie einst ihre Väter gemeinsam Handball. Foto: Baumann

Oberstenfeld/Ludwigsburg. Krautt und Eisele – zwei Namen mit großem Klang im Ludwigsburger Handball. Namen, die jetzt auch beim SKV Oberstenfeld hoch im Kurs stehen. Mit Jonas Krautt und Hannes Eisele spielen die jüngsten Vertreter der beiden Oßweiler Handballfamilien seit dieser Saison gemeinsam beim Württembergligisten, erzielten zusammen über ein Drittel der bisher 236 SKV-Tore.

Bereits die Väter von Jonas Krautt und Hannes Eisele gingen rund 20 Jahre lang gemeinsam auf Torjagd. Sie feierten in der Jugend süddeutsche Meistertitel, später Aufstiege in die Regionalliga und 2. Bundesliga – mit einer fast nur aus Oßweiler Eigengewächsen bestehenden Truppe. Hannes Eisele und Jonas Krautt sind davon begeistert. „Das ist der Grund dafür, dass wir Handball spielen“, verrät Jonas, „alle Spieler sind damals zusammen groß geworden und haben gemeinsam Titel gewonnen.“

Neue Herausforderung

Ein Bild der Ludwigsburger Kreiszeitung aus dem Jahr 1988 sorgt bei beiden für glänzende Augen. Jochen Eisele spielt im verschwitzten Trikot auf den Schultern von Martin Krautt und Oliver Hess Waldhorn, dahinter ziehen die Mannschaft und der Oßweiler Musikverein im Triumphmarsch durch die Oßweiler Halle. Aufgenommen wurde das Foto nach dem Aufstieg in die Regionalliga (heute 3. Liga). Von seinem Zauber hat es bis heute nichts verloren. „Das zu wiederholen, ist kaum möglich“, bedauert Hannes Eisele, „die Voraussetzungen haben sich gravierend geändert.“ Lächelnd fügt er hinzu: „Außerdem spiele ich nicht Waldhorn.“

Dafür trumpft er bereits im zweiten Jahr im Rückraum des SKV Oberstenfeld groß auf. Der 22-jährige Bachelor-Absolvent gehörte zuvor der Oßweiler Jugend und Ditzinger Herrenmannschaft an. Weil es ihm beim SKV gefällt, animierte er vor Saisonbeginn den zuletzt bei Bietigheim spielenden Jonas Krautt zum Wechsel. Der 20-jährige Student der Sozialwissenschaften suchte ohnehin nach einer neuen Herausforderung: „Ich wollte lieber in einer ersten Mannschaft spielen als der Zweiten der SG.“ In Oberstenfeld besetzt das Oßweiler Duo die Königspositionen im linken und rechten Rückraum.

Aber nicht so, wie vielleicht erfahrene Handball-Fans vermuten. Denn im Gegensatz zu ihren Vätern haben die beiden ihre Rollen getauscht: Martin Krautt war für seine linke Klebe bekannt, Jonas wirft mit rechts. Umgekehrt ist es bei Hannes Eisele, der mit links auf Torjagd geht, während Vater Jochen Rechtshänder war.

Die Ziele mit dem SKV liegen auf der Hand. Da es künftig nur noch eine statt zwei Württembergliga-Staffeln gibt, muss mindestens der siebte Platz her, um sicher drinzubleiben. „Das ist enorm schwer“, sagt Jonas Krautt, „um das zu schaffen, müssen wir richtig Gas geben.“ Aktuell steht Oberstenfeld (7:9 Punkte) nach acht Spieltagen in der Württembergliga Nord auf Platz zehn.

Heute Abend um 20 Uhr kommt mit Waiblingen der Tabellendritte (10:6) ins Bottwartal. „In der Vergangenheit war das für uns ein Angstgegner“, warnt Hannes Eisele, „aber wenn wir die jetzt schlagen, setzt das bei uns weitere zusätzliche Energien frei.“ (joh)