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21 Uhr

In Würde leben bis zuletzt dank Hospizdiensten

21 Uhr. Die Pflegefachkraft Beate Stoll macht einen ihrer Durchgänge und schaut nach den sieben Patienten des stationären Hospizes in Bietigheim-Bissingen. Gleichzeitig geht ein Anruf auf dem Anrufbeantworter des ambulanten Hospizdienstes ein.

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Im stationären und ambulanten Hospiz in Bietigheim-Bissingen begleiten sowohl Ehrenamtliche als auch angestellte Mitarbeitende die Patienten auf ihrem letzten Lebensabschnitt. Foto: Privat
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Foto: Privat

21 Uhr. 21.05 Uhr: Petra Zuccalá, die Geschäftsführerin des Hospizes, beendet ihren Arbeitstag mit den letzten Planungen für eine Besprechung am nächsten Tag. Mit den Architekten wird sie sich über die Einrichtung des neuen Hospizes in der Pforzheimer Str. 34 unterhalten, in dem künftig zwölf statt wie bisher sieben Patienten aufgenommen werden können.

21.10 Uhr: Beate Stoll erneuert eine Schmerzpumpe bei einem älteren Mann und findet tröstende Worte für ihn, da er unruhig ist und sich Sorgen um seine Familie macht.

21.15 Uhr: Hannelore Palenta, die Einsatzleiterin des ambulanten Hospizdienstes, hört den Anrufbeantworter ab. Eine Familie spürt, dass sie an ihre Grenzen kommt, und benötigt Unterstützung bei der nächtlichen Betreuung der sterbenden Oma, die sie zu Hause betreuen. Hannelore Palenta wird sich gleich am nächsten Morgen bei der Familie melden.

21.20 Uhr: Dem älteren Mann geht es deutlich schlechter, er ist sehr unruhig. Beate Stoll informiert die Familie über den Zustand und bittet sie ins Hospiz zu kommen. Gleichzeitig verständigt sie einen Ehrenamtlichen, der sich für diesen Fall schon bereitgehalten hat. Dieser kommt sofort. Bis zum Eintreffen der Angehörigen nimmt er sich Zeit für den Sterbenden und ist an seiner Seite.

21.30 Uhr: Beate Stoll ist neben ihrer klassischen Ausbildung auch weitergebildet in Aromapflege. Sie hat bereits mit einer Kollegin alle Patienten pflegerisch versorgt.

Eine junge Mutter mit Brustkrebs kann nicht schlafen, weil ihr Arm aufgrund des Lymphstaus stark angeschwollen ist und Schmerzen verursacht. Zur Linderung legt ihr Beate Stoll einen Wickel mit ätherischen Ölen auf.

21.40 Uhr: Magdalene Dengel, die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, erhält zu Hause noch einen Anruf einer Ehrenamtlichen. Sie wird an diesem Abend eine Nachtwache in einem Privathaus übernehmen und fragt noch letzte Einzelheiten für den Einsatz ab.

Anschließend fährt die Ehrenamtliche zu dem Haus und beginnt ihre Sitzwache bei der Familie, die den schwerkranken Vater zu Hause betreut. Durch die Anwesenheit der Ehrenamtlichen ist es den Angehörigen möglich, sich zu erholen.

21.45 Uhr: Die Nachtwache für diese Nacht kommt zum Dienst. Beate Stoll und ihre Kollegin besprechen, wie es den einzelnen Patienten geht und dabei ganz besonders auch die Schmerzsituation sowie besondere Wünsche der Patienten.

21.50 Uhr: Die Angehörigen kommen gerade noch rechtzeitig, um sich von dem älteren Mann zu verabschieden. Einige Minuten später stirbt er im Kreise seiner Familie.

21.58 Uhr: Die Kerze beim Gedenkbuch wird entzündet und sein Name und seine Lebensdaten in das Gedenkbuch am Eingang eingetragen. Der Ehrenamtliche und die Pflegefachkräfte unterstützen die Trauernden und sorgen für eine würdige Atmosphäre.

Beate Stoll und der ehrenamtliche Helfer gehen nach Hause, die Nachtwache übernimmt. (red)

Kontakt

Hospiz Bietigheim-Bissingen
Das Hospiz für den Landkreis Ludwigsburg
Gartenstraße 40/1
74321 Bietigheim-Bissingen
www.hospiz-bietigheim-bissingen.de

Spenden für die Stiftung können an folgendes Konto gerichtet werden:
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