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„Jugend musiziert“ auch in Corona-Zeiten

Einige Regionen habe ihre „Jugend musiziert“-Wettbewerbe auch für 2021 bereits abgesagt. In der Region Ludwigsburg will man indes alles daran setzen, dass der Wettbewerb stattfinden kann: mit strengem Hygienekonzept, verteilt auf vier bis fünf Stätten und fast ohne Publikum. Manfred Frank, Leiter der Ditzinger Jugendmusikschule und Vorsitzender des Regionalausschusses, ist erleichtert, aber auch angefasst.

Ein Bild aus der Vergangenheit: Aufgenommen bei Jugend musiziert im Februar. Daneben der Leiter der Jugendmusikschule Manfred Frank. Archivfotos: Ramona Theiss/Karin Rebstock
Ein Bild aus der Vergangenheit: Aufgenommen bei Jugend musiziert im Februar. Daneben der Leiter der Jugendmusikschule Manfred Frank. Foto: Ramona Theiss/Karin Rebstock
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Ditzingen. Herr Frank, die Absage des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ in Ditzingen, der Anfang dieses Jahres hätte stattfinden sollen, steckt allen Beteiligten noch in den Knochen. Nun soll aber an dem Termin für den kommenden Wettbewerb in Ditzingen, 23. und 24. Januar 2021, festgehalten werden. Wie geht es Ihnen nach der Entscheidung des Regionalausschusses vorige Woche?

Manfred Frank: Ich bin froh, dass wir eine Möglichkeit gefunden haben, um den Wettbewerb auch unter diesen Bedingungen gut durchzuführen. Ich weiß tatsächlich auch, für wie viele Schüler das ein ganz wichtiges Ziel ist. Gleichwohl tut es mir natürlich unheimlich leid. Seit Jahrzehnten war es immer unser Credo: „Jugend musiziert“ soll eine Plattform der Möglichkeit der Begegnung von Gleichgesinnten sein. Und genau darauf müssen wir jetzt verzichten. Aber es geht nicht anders.

Ein strenges Hygienekonzept soll die Durchführbarkeit der Veranstaltung sichern. Es sind besondere Bedingungen, auf die sich die Organisatoren, Juroren und vor allem die Schülerinnen und Schüler einstellen müssen.

Es wird wohl sehr viel nüchterner werden. Wir werden – Stand jetzt – nur eine Person im Publikum haben. Das wird bei jüngeren TeilnehmerInnen unter Umständen die Mutter sein, bei anderen die Lehrerin oder der Lehrer. Die Atmosphäre ist natürlich schon anders. Es wird hoffentlich kein Prüfungscharakter aufkommen, aber man kann die Konzertsituation so ganz ohne Publikum natürlich nicht simulieren. Meine Hoffnung ist, dass es uns dann doch noch gelingt, so wie wir es geplant haben: mit einem Preisträgerkonzert als Abschluss. Zwar unter den strengen Vorgaben, aber dass es doch noch die Möglichkeit eines Gemeinschaftserlebnisses gibt.

Neben sechs Solo- und fünf Ensemble-Kategorien ist diesmal auch die Kategorie „Jumu open“ ausgeschrieben. Was verbirgt sich dahinter ?

Die Kategorie ist komplett neu. Die Wertung wird erst auf Landesebene starten, aber man muss sich jetzt schon anmelden. „Jumu open“ ist eine sehr kreative Geschichte, in der wirklich alles Mögliche zusammengefasst wird, was bisher nirgendwo Platz hatte, zum Beispiel szenische Darstellungen mit Performances – eine ganz spannende Geschichte!

Gibt es einen Plan B, falls doch die Absage droht?

Der Deutsche Musikrat hat uns vier mögliche Szenarien dargestellt, von Szenario eins, die Pandemie ist vorbei – was sehr unwahrscheinlich ist – bis Szenario vier, die ultima ratio, dass die Teilnehmer uns selbstproduzierte Videobeiträge einsenden können. Aber ich denke, das wird schon schwierig werden.

Wie ist das Echo unter den SchülerInnen und Lehrkräften?

Im ersten Moment ist es natürlich ein Schock, wenn man denkt: Oh Gott, was ist das für eine Situation vielleicht ohne Publikum? Aber nach einigem Nachdenken stellt sich schon der Gedanke ein: Wir machen das Beste draus.

Wie ist die Resonanz bei den Eltern?

Alle Musikschulen haben – glaube ich – ein ähnliches Gefühl, dass wir sagen, unsere Wertschätzung ist bei den Eltern eher noch gestiegen.

Worauf freuen Sie sich?

Am allermeisten freue ich mich, wenn das Ganze in einer guten und optimistischen Grundstimmung verläuft und danach in einem oder zwei – wir müssen es sicher aufteilen – Preisträgerkonzerten gipfelt. Das wäre schön.

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