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Jugendgang macht derzeit keine Probleme

Mit einer Plakataktion gingen Stadt und Polizei im vergangenen Sommer gegen die Streetfighter vor. Archivfoto: Theiss
Mit einer Plakataktion gingen Stadt und Polizei im vergangenen Sommer gegen die Streetfighter vor. Archivfoto: Theiss
Massiver Einsatz gegen die „Streetfighter“ zeigt Erfolge – Polizeiliche Kriminal- und Unfallstatistik vorgestellt

Marbach. Die Schillerstadt ist kein Hotspot für Jugendkrawalle, um die „Streetfighter“ ist es ruhig geworden und über eine Autoposer-Szene hat die Polizei keine Erkenntnisse. Das machte Dennis Berndt, der stellvertretender Leiter des Polizeireviers Marbach, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates deutlich. Im vergangenen Jahr wurden rund 600 Straftaten in Marbach gezählt, die Zahl war leicht rückläufig.

Laut Dennis Berndt führten Sachbeschädigungen wieder die „Hitliste“ an, gefolgt von Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Straßenkriminalität, Rauschgift- sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten. In drei Fällen wurde Gewalt gegen Polizeibeamte ausgeübt. Außerdem gab es 2019 einen versuchten Totschlag.

Bei den Eigentumsdelikten dominierten einfacher und schwerer Diebstahl, es gab außerdem sechs Wohnungseinbrüche, allerdings ist es laut Dennis Berndt jeweils beim Versuch geblieben. Mit 15 Fällen stark steigend war die Zahl der Fahrraddiebstähle. Die Tatverdächtigen sind größtenteils Erwachsene, der Anteil der Nichtdeutschen betrug 36 Prozent.

Gezählt wurden außerdem knapp 150 Verkehrsunfälle, in den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden, es gab außerdem zwei Schwerverletzte und keine Todesfälle. Auf die Frage von SPD-Rat Heinz Reichert nach Unfallschwerpunkten in Marbach nannte Dennis Berndt die Kreuzung Schiller-/Ziegel-/Kirchenweinbergstraße.

Der Großteil der 77 Rauschgiftdelikte betraf Drogenbesitz, in 44 Fällen handelte es sich um Cannabis, informierte Berndt auf eine weitere Nachfrage von Reichert. Bei wie vielen Verkehrsdelikten waren Alkohol- und Rauschmittel im Spiel? Das wollte CDU-Rat Jochen Biesinger wissen. Laut Dennis Berndt waren es sechs Fälle. Und wie steht es mit Jugendkrawallen wie in Stuttgart oder Frankfurt? Grünen-Rat Sebastian Engelmann hatte hier nachgehakt. Es gebe zwar Gruppen, in denen Grenzen ausgelotet würden, doch das sei alles im Rahmen, so Berndt.

Auf Nachfrage von Stadtrat Michael Herzog (Freie Wähler) sagte Berndt, dass sich 2019 auch fremdenfeindliche Delikte in Grenzen gehalten hätten. Es habe lediglich Schmierereien gegeben. Puls-Rat Hendrik Lüdke wollte wissen, ob es Beschwerden über „Racial Profiling“, also die Kontrolle durch d Polizeibeamte nur aufgrund äußerlicher ethnischer Merkmale gab. Von einer „speziellen Klientel“ komme immer mal wieder der Vorwurf, sagte dazu der stellvertretende Revierleiter.

In diesem Zusammenhang betonte Bürgermeister Jan Trost, dass man die Probleme mit der gefürchteten Jugendgang „Streetfighter 672“ in den Griff bekommen habe. „Derzeit ist es ruhig“, sagte Trost. Dennis Berndt führte das auch auf massive Präventionsarbeit zurück, die Polizei und Stadt gemeinsam im vergangenen Jahr forciert haben. Über eine Autoposer-Szene gebe es in Marbach keine Erkenntnisse, meinte Berndt auf ein von CDU-Rat Ulrich Frech angesprochenes Thema über Fahrer, die mit ihren aufgemotzten Autos die Straßen unsicher machten.