Logo

Junge Leute unterstützen Schüler

Projekt ProSuS beim landesweiten Wettbewerb mit Jugendbildungspreis ausgezeichnet – Selbstbewusstein wird gestärkt

350_0900_19856_DeinDingJugendbldungspreis2018_1242_web23.jpg
Minister Manne Lucha überreicht Schülern und Coaches den Preis.Foto: privat

Ludwigsburg. Dass ihr Projekt eine solche Erfolgsgeschichte schreibt, hätten sich die Macher von ProSuS nicht träumen lassen. Als studentisches Pilotprojekt wurde es im Jahr 2015 an der Wilhelm-Keil-Schule (WKS) im Remsecker Stadtteil Aldingen gestartet und kürzlich mit einem Jugendbildungspreis „Dein Ding“ in der Sonderkategorie Schule bei einer Feierstunde im Jugendhaus Cann in Stuttgart ausgezeichnet. Der Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha überreichte den mit 750 Euro dotierten Preis.

Was steckt hinter ProSus? Es ist ein kleiner Verein. 14 Mitglieder zähle man, davon seien sechs aktiv, erklärt der Vorstandsvorsitzende Moses Tonui. „Unser Ziel ist es, das Selbstbewusstsein von Schülern zu stärken.“ Der Name ist also Programm. Denn ProSuS steht als Abkürzung für Pro Schüler und Studenten.

Die Vereinsmitglieder schulen die Gemeinschaftsschüler in Rhetorik und Präsentation. Dazu hätten sie sich in Sachen Softskills zunächst persönlich weiterentwickelt, so Tonui. Eine Dozentin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, an der sie alle Wirtschaftsingenieurwesen studierten, habe sie vorbereitet. „Schließlich sind wir alle keine Pädagogen“, sagt Tonui, der darin einen Vorteil sieht. „Wir reden von der Welt, aus der wir kommen: der Wirtschaft.“ Denn den ProSuS-Mitgliedern geht es nicht nur darum, dass die Schüler in Schulreferaten brillieren können, sie denken weiter. „In Vorstellungsgesprächen und auch beim Berufseinstieg werden die jungen Leute später genau beurteilt“, führt Tonui aus. „Das ist ein anderes Umfeld als in der Schule. Dort achten Leute auf Kleinigkeiten, die in der Schule nicht wahrgenommen werden.“ Darum sei es wichtig, dass die Jugendlichen ihre Stärken und Schwächen erkennen.

Ganz bewusst habe sich der Verein Haupt- und Werkrealschüler als Zielgruppe ausgesucht. „In der Gesellschaft gibt es das Vorurteil, dass – überspitzt gesagt – Hauptschüler nichts können und daher auch keine Zukunft haben. Das kommt auch bei den Schülern so an und mindert ihr Selbstbewusstsein.“ Daher wolle man sie stärken.

Dazu bietet ein Team von drei Coachs einer Gruppe von zwölf Acht- und Neuntklässlern über ein Schuljahr verteilt sechs bis sieben Workshops in Rhetorik und Präsentation an – ohne Frontalunterricht, dafür mit einem hohen Anteil an praktischen Übungen. So erkläre man den Schülern etwa zunächst, dass man bei einer Präsentation möglichst keine Füllwörter verwenden sollte und anschließend gibt es einen Präsentationswettbewerb. „Dabei wird eine Strichliste für Füllwörter geführt. Wer am wenigsten davon verwendet, gewinnt.“ Und weil auch die Mimik einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie jemand rüberkommt, wird das ebenfalls geübt, wiederum spielerisch. Dabei bekommt ein Schüler zum Beispiel ein Karteikärtchen gezeigt, auf dem ein Gesichtsausdruck steht, den er darstellen muss. Die anderen müssen raten, welche Emotion es ist.

Der Workshop kommt bei den Schülern gut an. So meldeten sich mitunter mehr Schüler dafür, als daran teilnehmen können, berichtet Tonui. In solchen Fällen entschieden dann Lehrer, wer den Workshop am meisten brauche. Zwangsverpflichtet wird niemand, das Angebot beruht auf Freiwilligkeit. „Eigenmotivation müssen die Schüler schon mitbringen.“

Gerne würde man das Angebot vergrößern. Doch aus Personal- und Zeitmangel sei das nicht möglich. Zumal alle ProSuS-Mitglieder inzwischen berufstätig seien. „Unser Ziel ist es daher, studentische Mitglieder für das Ehrenamt zu gewinnen“, erklärt Tonui. Dies ist auch in anderer Hinsicht wichtig. Denn zum ProSuS-Konzept gehört, dass die Coachs nah an den Schülern dran sind, auch und vor allem vom Alter her.

Damit also das Projekt wie bisher weiterlaufen kann, braucht es junge Nachwuchscoachs. So freut sich Tonui nicht nur über die Auszeichnung und das Preisgeld, das er in den Kauf von Materialkoffer für die Workshops und zur Deckung der laufenden Kosten der Vereinshomepage investieren möchte, sondern hofft durch die öffentliche Aufmerksamkeit auch neue Mitglieder zu gewinnen.

Info: Kontakt und Informationen über die Homepage www.beprosus.de.