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Kampf um Verlängerung der S5

Bürgermeister: Der öffentlichen Unterstützung dieses Ziels müssen nun auch Taten folgen – Unterstützung

So soll es bald auch in Sachsenheim und Sersheim aussehen, geht es nach den Bürgermeistern: Die S-Bahn hält an und fährt anschließend weiter in der Schwabstraße in der Landeshauptstadt in Stuttgart.Archivfoto: Ramona Theiss
So soll es bald auch in Sachsenheim und Sersheim aussehen, geht es nach den Bürgermeistern: Die S-Bahn hält an und fährt anschließend weiter in der Schwabstraße in der Landeshauptstadt in Stuttgart. Foto: Ramona Theiss

Sachsenheim/Sersheim Bietigheim-Bissingen. In einem gemeinsamen Schreiben haben die Bürgermeister der Stadt Sachsenheim, Holger Albrich, und der Gemeinde Sersheim, Jürgen Scholz, an die Bedeutung und Dringlichkeit der Verlängerung der S-Bahn-Linie 5 erinnert. Diese wichtige Verbindung führt über Bietigheim-Bissingen nach Sachsenheim, Sersheim, Vaihingen nach Mühlacker.

Das Schreiben richtete sich an Abgeordnete sowie Kandidaten im Landtag und Bundestag, aber auch an Oberbürgermeister und Bürgermeister, Mitglieder des Kreistags und der Regionalversammlung sowie Verantwortliche und Entscheidungsträger des Verbandes der Region Stuttgart und des Landes.

Die Rückmeldungen auf dieses Schreiben bestätigen die seit Jahren von verschiedener Seite geäußerte Unterstützung für die Verlängerung der S5. Die Argumente dafür liegen für die Bürgermeister Albrich und Scholz auf der Hand: Die betroffenen Gemeinden und Städte erwarten weiteres Wachstum mit immer mehr Pendlern. Damit wird eine spürbare und nachhaltige Verkehrsentlastung vor Ort immer dringlicher.

Die bis 2030 angestrebte Verkehrswende und die Klimaschutzziele – wie die Verdoppelung des ÖPNV und Senkung des Autoverkehrs um ein Drittel – müsse man genau dort angehen, wo man ihnen mit attraktiven Angeboten näher kommen kann. Eine Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der S5 aus dem Jahr 2013 lässt erwarten, dass der Fahrgastanteil bis zu 20 Prozent zunehmen wird. Die Regionalbahn, die nur in Sachsenheim, Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg hält, vermag nicht alle möglichen Pendler vom Auto auf die Schiene zu bringen. So bleibt ein großes Potenzial ungenutzt.

Die erwähnte Machbarkeitsstudie berechnet den Nutzen der S-Bahn-Verlängerung über viermal höher als ihre Kosten. „Neben mehr Klimaschutz und der dringend notwendigen Verkehrsentlastung würde die Verlängerung der S5 auch das Stadtbild und – nicht nur für Pendler – die Lebensqualität verbessern. Diese Ziele verfolgt Sachsenheim bereits als eine der 15 ausgewählten Modellkommunen des Kompetenznetzes Klima Mobil“, so Bürgermeister Albrich.

Bürgermeister Scholz fügt hinzu: „Es ist nicht verständlich und kann nicht weiter hingenommen werden, dass andernorts neue Bahnstrecken und kürzere Taktungen geprüft und umgesetzt werden, aber nicht bei uns, wo der Bedarf und das Potenzial der S-5-Verlängerung eindeutig belegt wurden.“ Der Bund wird künftig die Länder bei der Verbesserung des schienengebundenen ÖPNV deutlich stärker mit Finanzhilfen unterstützen, um genau solche Vorhaben zu ermöglichen, die gesamtwirtschaftlich sinnvoll und damit förderfähig wären. Auch deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt, die Verlängerung der S 5 anzugehen.

Bürgermeister Jürgen Scholz und Bürgermeister Holger Albrich fordern daher die Verantwortlichen auf, dem Bekenntnis zur Verlängerung der S5 nun auch konkrete Schritte folgen zu lassen. Dazu gehören etwa die Klärung der Finanzierung und Fördermöglichkeiten, die Prüfung und Vorbereitung der erforderlichen Anpassungen der Gleisinfrastruktur und Bahnhofsanlagen, die Integration in die Fahrpläne sowie eine klare Abstimmung und Aufgabenverteilung zum weiteren Vorgehen.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen unterstützt das Vorhaben. „Je mehr Menschen in Sersheim oder Sachsenheim in die S-Bahn einsteigen, um so weniger Autofahrer kommen bei uns durch“, erklärt Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt. Man habe auch das Gutachten unterstützt, das eine hohe Wirksamkeit der Verlängerung bestätigte. Die aktuellen Metropol-Expresszüge wären weniger attraktiv, so Hochmuth. Gleichwohl müsse geklärt werden, wie man mit einem engen S-Bahn-Takt über das einspurige Enzviadukt fahren könne.