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Kein Zuschuss für die Machbarkeitsstudie

Im Frühjahr 2021 soll der Neubau der B27-Enzbrücke zwischen Walheim und Besigheim beginnen. Wie es mit der von den beiden Kommunen und vielen Bürgern gewünschten Radwegunterführung weitergeht, ist offen. Eine Machbarkeitsstudie könnte Aufschluss über die Kosten, die nötigen Genehmigungen und die Eingriffe in die Natur geben. Klar ist schon mal: Das Land wird sich finanziell nicht an einer solchen Studie beteiligen.

Vorarbeiten für den Neubau: Auf der B 27 geht‘s an der Enzbrücke nur einspurig entlang. Foto: Alfred Drossel
Vorarbeiten für den Neubau: Auf der B 27 geht‘s an der Enzbrücke nur einspurig entlang. Foto: Alfred Drossel

Besigheim/Walheim. Wenn Radfahrer und Fußgänger auf dem Enztalradweg zwischen Besigheim und Walheim unterwegs sind, müssen sie die viel befahrene B27 an einer Ampel überqueren. Keine befriedigende Situation – weder für Radler und Spaziergänger noch für Autofahrer. Eine Lösung dieses Problems könnte eine Radwegunterführung sein, die vom Geh- und Radweg aus unter der Brücke hindurchführt (wir berichteten mehrfach). Nachdem die zuständigen Behörden in Bund und Land diesem Ansinnen lange skeptisch gegenüberstanden, ist solch ein Bau mittlerweile grundsätzlich möglich – allerdings unter Regie der beiden Kommunen.

Die Finanzierung wäre also Sache von Besigheim und Walheim. Und was dabei auf die Kommunen zukäme, ist bislang nicht abzusehen. Die 600000 Euro, die vor einiger Zeit als Baukosten kursierten, dürften mittlerweile veraltet sein. Zwar hatte das Verkehrsministerium angeboten, dass Besigheim und Walheim nur zehn Prozent der Bau- und Planungskosten beisteuern müssten – den Rest würden sich Bund und Land aufteilen –, aber hier geht es explizit nur um die förderfähigen Kosten, also nicht um die Gesamtkosten. Die Frage bleibt also, mit wie viel Ausgaben die beiden Kommunen überhaupt rechnen müssen. Aufschluss dürfte eine Machbarkeitsstudie geben. Es liegen bereits Angebote von Firmen vor, die diese Untersuchung übernehmen möchten – für 25000 Euro. Doch bevor jemand mit so einer Studie beauftragt wird, wollten Besigheims Bürgermeister Steffen Bühler und seine Walheimer Amtskollegin Tatjana Scheerle wissen, ob sich das Land hieran finanziell beteiligt. Denn für die Kommunen ist das keine kleine Summe. Zumal es ja sein könnte, dass die beiden kommunalen Verwaltungen und ihre Gemeinderäte nach Auswertung der Studie zu dem Entschluss kommen, dass das ganze Projekt Radwegunterführung zu teuer, zu aufwendig oder aus anderen Gründen nicht umsetzbar ist. „Und dann hätten wir das Geld für nichts ausgegeben“, meint Steffen Bühler. Deswegen wollten er und Scheerle Antworten von den Behördenvertretern. Und die hatte es am Mittwoch bei einer Gesprächsrunde im Walheimer Rathaus gegeben – mit ernüchterndem Ergebnis: Für die Machbarkeitsstudie gibt es kein Geld.

Offen war auch noch die Frage der Unterhaltungslast. Wenn die Unterführung gebaut ist, wer ist dann dafür verantwortlich, dass sie gut in Schuss bleibt? Und auch hier gab’s keine positiven Nachrichten: Die Unterhaltung liege nicht bei Land oder Bund, da es ein kommunales Bauwerk sei.

Die Frage ist jetzt, ob Besigheim und Walheim die Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Denn ohne sie wird es definitiv keine Radwegunterführung geben. „Wir müssen ja wissen, was das Ganze kostet“, sagt Scheerle im Gespräch mit unserer Zeitung. Und: „Was ist förderfähig? Auf was für einem Betrag bleiben die Kommunen sitzen?“

Bühler will jetzt mit seinem Gremium darüber reden, ob und wie eine Machbarkeitsstudie umsetzbar wäre. Tatjana Scheerle bereitet derzeit die Sitzungsunterlagen für ihren nächsten Gemeinderat vor, wo es ebenfalls um die Studie gehen wird. Ihr Beschlussvorschlag: Die Studie soll in Auftrag gegeben werden – „hoffentlich gemeinsam mit der Stadt Besigheim“. Sie hoffe, dass die Nachbarkommune 50 Prozent der Kosten übernehme. Wie berichtet, würde die Radwegunterführung auf Walheimer Markung entstehen. Aber egal, wie die Entscheidung der Besigheimer ausfalle: „Am guten Verhältnis und der guten Zusammenarbeit wird sich nichts ändern“, ist sich Scheerle sicher.

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