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Vandalismus

Keine Chance mehr für den Robi

Zerstörte Bänke, Scherben auf der Wiese und jede Menge Müll: Immer wieder werden Spielplätze im Landkreis verwüstet. Ganz besonders häufig trifft es die Freizeitanlage Robi am Altneckar in Freiberg. Jetzt haben Stadt und Gemeinderat genug. Der Robi wird aufgelöst.

Ein Absperrband und Hinweisschilder machen deutlich: Auf dem Robi darf nicht mehr gespielt und gefeiert werden. Foto: Holm Wolschendorf
Ein Absperrband und Hinweisschilder machen deutlich: Auf dem Robi darf nicht mehr gespielt und gefeiert werden. Foto: Holm Wolschendorf
Schon 2005 gab es ein großes Müllproblem auf dem Robinsonspielplatz. Archivfoto: Alfred Drossel
Schon 2005 gab es ein großes Müllproblem auf dem Robinsonspielplatz. Foto: Alfred Drossel

Freiberg. Die Liste an zerstörerischen Akten auf dem knapp 6500 Quadratmeter großen und über 30 Jahre alten Robinsonspielplatz liest sich wie die Kriminalstatistik der Polizei. Bereits 1986 wurde die Grillhütte zum ersten Mal angezündet. Im April 2005 haben Zerstörungswütige die mobile Chemietoilette vollständig demoliert. Ein Jahr später haben zwei Männer einen abgesägten Totempfahl aus dem Skulpturenpfad der Freizeitanlage abtransportiert. Im Juni 2009 berichtete ein Leser unserer Zeitung, dass an der Grillstelle unter anderem Resopalplatten zum Feuermachen benutzt worden seien. Die gesamte Grünanlage rund um den Spielplatz sei mit menschlichem Kot und Urin verschmutzt gewesen. Auch in den Jahren danach kamen immer wieder Verwüstungen vor: Die Hütte wurde halb abgefackelt, die Grillplätze demoliert und überall Unrat verteilt. „Es gibt Montage, an denen unsere Bauhofmitarbeiter auf dem Robi über eine Tonne Müll entsorgen müssen“, sagt Peter Müller, Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung bei der Freiberger Stadtverwaltung. Um dem wüsten Treiben auf der Freizeitanlage Einhalt zu gebieten, sei in der Vergangenheit sogar eine Person angestellt worden, um die Besucher an den Wochenenden zu belehren. Gebracht hat es nichts.

Feiernde verdrängen Familien

Auch die Polizei hatte den Bereich im Visier. „Der Spielplatz wird im Rahmen der Streifentätigkeit immer wieder angefahren, vor allem am Wochenende“, sagt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Das Problem: „Es eskaliert vor allem spät in der Nacht“, weiß Peter Müller und weist darauf hin, dass es sich bei den Randalierern vorwiegend um feierende Heranwachsende handelt. „Es sind eindeutig nicht die Familien. Die werden an den Wochenenden eher von den Feiernden verdrängt“, so Müller.

Zuletzt sei die Situation auf dem Robi so extrem gewesen, dass Verwaltung und Gemeinderat beschlossen haben, die gesamte Freizeitanlage zu sperren. Das ist Anfang Mai erfolgt. Jetzt soll der Bereich anders genutzt werden. Weil die Fläche im Naturschutzgebiet Altneckar liegt und es sich um ein Überschwemmungsgebiet handelt, wird dazu auch der Naturschutz befragt. Die Verwaltung wird Vorschläge für das Areal erarbeiten und dann dem Gemeinderat zur Abstimmung vorlegen.

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