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Kinder sollen mitarbeiten

Ein neuer Bolzplatz wird hinter dem Abenteuerspielplatz entstehen – Probleme mit Anwohnern

Auf dem Hof der Löscherschule kann nur eingeschränkt gespielt werden. Foto: Holm Holm
Auf dem Hof der Löscherschule kann nur eingeschränkt gespielt werden. Foto: Holm Holm

Möglingen. Egal was mit ihnen passiert, Spiel- und Bolzplätze machen irgendwie immer Probleme. In Möglingen hat man diese Erfahrung in letzter Zeit auf ganz unterschiedliche Art und Weise gemacht. Angefangen hat es damit, dass die Gemeinde feststellte, dass immer mehr Kinder im Löscher auf die Welt kommen und es dafür keine Kindergartenplätze gab. Es wurde ein neues Kinderhaus geplant. Als Bauplatz kam schnell das Gelände des damaligen Bolzplatzes in Betracht.

Es wurde ein Gebäude geplant, damit in Zukunft alle Kinder im Löscher versorgt werden können und in der Silcherstraße auch gleich ein Familienzentrum entsteht. Denn im Löscher leben viele Familien mit einem ausländischen Hintergrund. Hier sollen sie die Informationen bekommen, die ihr Leben leichter machen. Der Preis für das Bauvorhaben beläuft sich bisher auf 5,9 Millionen Euro. Hier sollen später rund 100 Kinder unterkommen.

Doch nachdem die ersten Pläne aufgestellt waren, meldeten sich die Eltern zu Wort. Auf dem Bolzplatz hätten die Kinder ein eingezäumtes Spielgelände gehabt, dies dürfe nicht verloren gehen. Also machte sich die Gemeinde Gedanken und kam auf den Schulhof der Löscherschule in unmittelbarer Nähe. Dort gab es Platz für jüngere und ältere Kinder und auch das entsprechende Spielangebot.

Der Schulhof wurde von den Kindern auch angenommen, nur die Nachbarn spielten diesmal nicht mit. Die Kinder würden zu viel Lärm machen bis in die Nachtstunden, lautet der Vorwurf. Vor allem drei Parteien aus der Nachbarschaft beschwerten sich. „Ich habe bei meinen Kontrollbesuchen allerdings noch nie Kinder am Abend spielen sehen“, sagt Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer.

Also wurde vereinbart, dass der Schulhof der Löscherschule um 18.30 Uhr geschlossen wird. Doch schon nach wenigen Wochen war den Anwohnern diese Vereinbarung auch nicht mehr recht. Also musste eine andere Lösung her. Bei der Suche nach einem neuen Standort für einen Bolzplatz wurde die Verwaltung auf eine Fläche jenseits des Abenteuerspielplatzes aufmerksam. Doch inzwischen hatte Corona auch den Möglinger Haushalt erreicht und so wurde der Ansatz wieder herausgestrichen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte der neue Bolzplatz gebaut werden.

Damit brachte die Bürgermeisterin die Grünen und die SPD gegen sich auf. Die Gemeinderäte sahen sich in der Pflicht gegenüber den Jugendlichen, das Spielfeld möglichst schnell zu bauen. Nach einigen Diskussionen im Möglinger Ortsparlament entschied man sich dann doch für eine schnelle Umsetzung.

Die Planungen sollen nach den Sommerferien beginnen. Mit dabei sind auch die Jugendlichen, die später auf dem Platz spielen wollen. Was dabei herau kommt, ist noch völlig offen. „Das muss kein Bolzplatz werden, die Jugendlichen entscheiden darüber. Wichtig ist nur eine schnelle und vernünftige Lösung“, so Rebecca Schwaderer. Über den Winter sollen die fertigen Planungen ausgeschrieben werden und im Frühjahr ist dann der Baustart für den möglichen Bolzplatz geplant.

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