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Kiosk und Toiletten fehlen noch

Die Umgestaltung des Bahnhofsbereichs in Freiberg ist nicht das teuerste, aber bestimmt eines der langwierigsten Projekte in der Stadt. Seit über drei Jahren wird dort gearbeitet. Als wesentliche Bausteine fehlen jetzt noch der Kiosk und die Toilettenanlage. Auch im Güterschuppen wird emsig gewerkelt.

An diesem Treppenaufgang wurden zuletzt die Geländer montiert.
An diesem Treppenaufgang wurden zuletzt die Geländer montiert. Foto: Holm Wolschendorf
Das Fundament für den Kiosk ist bereits fertig. Er soll im Frühjahr gebaut werden. Fotos: Holm Wolschendorf
Das Fundament für den Kiosk ist bereits fertig. Er soll im Frühjahr gebaut werden. Foto: Holm Wolschendorf
Der Umbau des Güterschuppens zu einem Hotel mit Gaststätte geht voran.
Der Umbau des Güterschuppens zu einem Hotel mit Gaststätte geht voran.

Freiberg. Dass es sich bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds um ein umfangreiches Projekt handeln wird, das nicht in einem Rutsch realisiert werden kann, war der Verwaltung schon vor dem Baubeginn am 25. September 2017 klar. Deshalb hatte man die Sanierung des kompletten Bereichs auch in vier Phasen eingeteilt. Mittlerweile wurde der zentrale Bahnhofsvorplatz auf der Nordseite zwischen der Graf-Adelmann-Straße und dem Bahnhofsgebäude erneuert. Die Bushaltestellen wurden verlegt, um den Fußgängerverkehr über die Straße reduzieren zu können. Außerdem wurden die Haltestellen behindertengerecht umgebaut sowie neue Fahrradabstellplätze und Fahrradboxen errichtet. Im hinteren Bahnhofsbereich wurde eine Buswendeschleife angelegt. Zudem wurden in diesem Bereich 18 neue Parkmöglichkeiten geschaffen: Zwischen dem Güterschuppen und dem alten Bahnhofsgebäude, in dem die Volksbank untergebracht ist, entstanden zwei Behindertenstellplätze, acht Stellplätze der Volksbank sowie acht öffentliche Kurzzeit-Stellplätze.

Dort werden, wie zwischen den Fahrradboxen in der Bahnhofstraße, zwei weitere Scharlach-Kirschbäume gepflanzt. Die Volksbank pflanzt außerdem noch eine Blumen-Esche. Alle neuen Bäume im Bereich des Bahnhofs sind sogenannte Klimabäume und damit insbesondere hitzeresistent.

Im Moment sind im Bereich des Bahnhofsvorplatzes die Schlosser am Werk, um an der Treppe zur Unterführung Geländer zu montieren. Wie Stefan Kegreiß, Erster Beigeordneter der Stadt, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, sind auch die Abdichtungsarbeiten am großen Dach fast fertig.

In der Bahnhofstraße wurden bereits 14 Fahrradboxen aufgestellt, die allesamt vermietet sind. Aufgrund der großen Nachfrage werden laut Kegreiß in der Nothaftstraße im Bereich des Zugangs zur Unterführung weitere sechs Fahrradboxen aufgestellt. Diese seien schon bestellt und würden voraussichtlich Ende diesen, Anfang kommenden Jahres aufgestellt.

Nach Auskunft des Ersten Beigeordneten sind auch die Fundamente für den Kiosk und die Toilettenanlage bereits gemacht. Über die Ausgestaltung beider Bereiche wird sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats in seiner nächsten Sitzung am 1. Dezember beraten. Auch die Überdachung der Treppen in der Kleiststraße auf der Südseite des Bahnhofs wird dann auf der Tagesordnung stehen. Die Arbeiten werden allerdings erst im Frühjahr losgehen. Um an die Fördergelder ranzukommen, muss die Sanierungsmaßnahme Bahnhof bis Ende April abgerechnet sein. Deshalb müssen der Kiosk, die Toiletten und das Dach der südlichen Treppe noch vorher fertiggestellt werden.

Nachdem der Treppenlift am südlichen Zugang zu den Gleisen wegen stetigem Vandalismus abgebaut wurde, gibt es nun neue Überlegungen hinsichtlich der Barrierefreiheit auf dieser Seite. Im Gespräch ist eine Rampe, wie Stefan Kegreiß sagt. Dabei hofft die Verwaltung auf eine finanzielle Beteiligung der Bahn, zumal das Land Baden-Württemberg im Dezember 2019 ein neues Bahnhofs-Modernisierungsprogramm vorgestellt hat. Dieses sieht unter anderem den barrierefreien Ausbau weiterer Haltestellen im Schienen-Personennahverkehr vor.

Auch nebenan im Güterschuppen sind die Handwerker kräftig am Arbeiten. Ende 2019 haben hier Sanierungs- und Umbauarbeiten für eine Gaststätte samt Hotelbetrieb begonnen. „Es läuft gut“, sagt Investor Jürgen Kiefer aus Marbach. Ende des Monats seien die Maurer mit ihrer Arbeit fertig und „Anfang Dezember ist auch das Dach drauf“. Dann seien die Rohbauarbeiten weitgehend abgeschlossen. Anfang 2021 gehe es dann im Innern des Gebäudes so richtig los. Corona habe zwar für kleine Störungen im Bauzeitenplan gesorgt, doch das sei nicht sonderlich dramatisch. Auch wenn ursprünglich geplant war, im nächsten Sommer zu eröffnen, so sei derzeit noch nicht absehbar, ob die Coronaverordnungen das auch erlauben. „Es macht keinen Sinn, aufzumachen, wenn man 14 Tage später wieder schließen muss“, sagt Kiefer. Wenn Gaststätte und Hotel in Betrieb genommen werden, müsse das auf Dauer angelegt sein. Das sei auch im Sinne des Betreibers. „Es kann gut sein, dass die Sanierung im Juli abgeschlossen ist, es aber noch keine Eröffnung geben wird“, so Kiefer.

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