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Kirche öffnet sich Richtung Marktplatz

In Markgröningen beginnt die Sanierung des Kirchplatzes – Das rund 790000 Euro teure Vorhaben soll bereits im kommenden März fertig werden.

Der Markgröninger Kirchplatz bekommt zum 750. Geburtstag der Bartholomäuskirche ein neues Gesicht. Der symbolische Spatenstich ist bereits geschafft. Foto: Ramona Theiss
Der Markgröninger Kirchplatz bekommt zum 750. Geburtstag der Bartholomäuskirche ein neues Gesicht. Der symbolische Spatenstich ist bereits geschafft. Foto: Ramona Theiss

Markgröningen. Ihre Lage an der Deutschen Fachwerkstraße hat sich Markgröningen stets viel Geld kosten lassen. In den vergangenen Jahrzehnten sind nach Angaben des Bürgermeisters Rudolf Kürner rund 20 Millionen Euro aus der Stadtkasse in die Modernisierung der historischen Altstadt geflossen. „Sie ist unser Aushängeschild“, sagte Kürner am Dienstagnachmittag, das jetzt für weitere rund 790000 Euro aufgehübscht wird.

Das Geld fließt in die Sanierung des Platzes vor der evangelischen Bartholomäuskirche, der einen neuen Asphaltbelag und eine Freitreppe bekommt, die Richtung Marktplatz ausgerichtet wird. „Mit Sicherheit wird der neu gestaltete Platz ein weiteres Aushängeschild in der Innenstadt“, so der Schultes vor Beginn des symbolischen Spatenstichs.

Das Projekt soll schnell über die Bühne gehen und bereits im kommenden März fertiggestellt werden, wenn die Bartholomäuskirche ihren 750. Geburtstag feiert. Bei dem Festakt soll auch Landesbischof Otfried July nach Markgröningen kommen. Der Pfarrer Frank Dettinger spricht am Dienstag von einer „einmaligen Chance“. Schon lange setze sich die Kirchengemeinde für die Runderneuerung ein. „Wir sehen auf dem Platz und der Treppe die Spuren der Zeit deutlich.“

Auch die evangelische Gemeinde beteiligt sich an der Sanierung, sie will das Eingangsportal herrichten lassen und für eine würdige Illumination des Gotteshauses sorgen. Besonders gefällt dem Pfarrer, dass die neue Kirchplatztreppe in Richtung Marktplatz angelegt wird. Schon immer habe die Kirchengemeinde ihren Platz mitten in der Stadt und nah an den Menschen gesehen, so der Pfarrer weiter.

Die Umsetzung, die ein lokales Unternehmen übernimmt, könnte sich jedoch als herausfordernd gestalten. Bis vor etwa 400 Jahren befand sich unter der Bartholomäuskirche der Markgröninger Friedhof. Kürner verweist darauf, dass im Vorfeld umfassende archäologische Vorarbeiten nötig gewesen seien, an denen auch Denkmalschutzbehörden mitgewirkt hätten. Relativ schnell werden die Bauarbeiter im Untergrund wohl auf alte Gräber stoßen. Kürner nennt das Projekt auch deshalb „aufwendig und sensibel“.

Zum ersten Mal stellte es die Stadt auf einer Bürgerwerkstatt vor zwei Jahren vor. „Anregungen, aber auch Bedenken fanden zum großen Teil Eingang in die Planung“, so der Bürgermeister. Positiv bewertet es Kürner, dass eine alte Linde auf dem Kirchplatz erhalten werden könne. Dafür müsse eine Stauferstele vorübergehend entfernt werden.

Vorrang hat der Kirchplatz vor der Runderneuerung des Marktplatzes, die ebenfalls angedacht war, auch deshalb bekommen, weil sich das Land an der Sanierung beteiligt. Der Marktplatz soll nun später angegangen werden, konkreter wurde Kürner am Dienstag nicht. Kanäle müssen hier im Untergrund erneuert werden. Außerdem gestaltet sich das Kopfsteinpflaster gerade für Menschen mit Gehbehinderung schwierig.

Der Markgröninger Bürgermeister will, dass beide Plätze „bedeutsame Mittelpunkte“ der Stadt bleiben. Er ist überzeugt: „Die Menschen wollen sich nicht nur virtuell treffen, sie wollen sich auch von Angesicht zu Angesicht begegnen.“ Der Pfarrer Dettinger lobt unterdessen die Kooperation zwischen der Stadt und der Kirchengemeinde, die Eigentümerin des Kirchplatzes ist. Die Straßenbaulast trägt die Kommune, so ist es in einem Vertrag aus den 80er Jahren festgehalten. Dettinger verspricht, dass die Markgröninger auch nach der Modernisierung im kommenden Jahr auf dem Platz zusammenkommen sollen.

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