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Kleiner Auftakt für ein besonderes Großprojekt

Spatenstich mit vielen kleinen Helfern vom Kindergarten Schlosspark, Mitgliedern des Gemeinderats, Bürgermeister Thomas Schäfer (oben hinter den Kindern) und Ortsbaumeisterin Sonja Widmann (mit Helm). Foto: Ramona Theiss
Spatenstich mit vielen kleinen Helfern vom Kindergarten Schlosspark, Mitgliedern des Gemeinderats, Bürgermeister Thomas Schäfer (oben hinter den Kindern) und Ortsbaumeisterin Sonja Widmann (mit Helm). Foto: Ramona Theiss
Ein besonderer Bautrupp rückte für den Spatenstich der Kita Laurentiusstraße an. Kinder vom benachbarten Kindergarten Schlosspark übernahmen am Montagmorgen mit Freude diesen symbolischen Akt.

Hemmingen. Zwei Bagger aus dem eigenen Fuhrpark hatten sie mitgebracht, ebenso eine Schubkarre. Dann zogen sie Warnwesten an und die gelben Helme auf. Der Bauhof hatte den Kindern einen Sandhaufen aufgeschüttet, damit ihre kleinen Schaufeln auch etwas zu beißen hatten. Sogar ein kleines Schild „Achtung Baustelle“ brachten sie zur Absicherung mit. Dann sangen sie aus voller Brust das „Handwerkerlied“. Es war ein erfrischend anderer, altersgerechter Spatenstich, der am Montagmorgen vollzogen wurde.

Die Frage „noch ’ne Kita?“, beantwortete Bürgermeister Thomas Schäfer kurz und knapp mit „Ja“. Denn bis ins Jahr 2023 werde es in Hemmingen vier Gruppen zu wenig geben, so die Prognosen. Denn die Geburtenrate liege auf hohem Niveau konstant bei um die 90, und das seit drei Jahren. Zum Vergleich: 2011 waren es 50. Deshalb sei 2020 im Gemeinderat der einstimmige Beschluss gefallen, nochmals 3,9 Millionen Euro in die Kinderbetreuung zu investieren.

Die Kita Laurentiusstraße wird die siebte kommunale Einrichtung sein. Zwei Krippengruppen werden im Erdgeschoss untergebracht, zwei für über Dreijährige im Obergeschoss, insgesamt 70 Ganztagsplätze. „Eine Dauerbaustelle wird sein, für unsere Kitas auch das qualifizierte Personal zu finden“, so Schäfer, „obwohl wir ausbilden wie die Weltmeister.“ Man stehe in einem massiven Wettbewerb um Fachkräfte.

Das Haus wird Maßstäbe setzen. Es wird mit einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage ausgestattet, die durch Wärmerückgewinnung einen Wirkungsgrad von hocheffizienten 80 Prozent haben wird. Dafür bekommt die Gemeinde einen Bundeszuschuss in Höhe von 116000 Euro, weil das auch als Maßnahme gegen das Coronavirus gewertet wird. Das Gebäude wird an die Fernwärme der Naturenergie Glemstal angeschlossen. Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehm warme Füßchen. Auf den Pultdächern werden Photovoltaikdächer installiert, die mit einem Ertrag von 38000 Kilowattstunden den Bedarf von 15 Vier-Personen-Haushalten decken könnten. Damit sollen aber auch Strom-Zapfsäulen für Elektroautos gespeist werden.

Sollte der Babyboom irgendwann abflauen, seien die Anstrengungen doch nicht umsonst gewesen, meint Schäfer. Denn dann könnten in ein paar Jahren die Wohnungen der Kita Hälde tatsächlich auch als solche genutzt werden und nicht länger als Räume für die Betreuung. Alternativ könnte die Kita in der Seestraße final aufgegeben und zur Bebauung freigegeben werden, darüber muss aber erst noch die Politik entscheiden.

Eine weitere Herausforderung werde ab 2029 der Rechtsanspruch auf Betreuung in der Grundschule sein. Auch hier seien die Planungen angelaufen, auf den Hort zwei weitere Gruppen aufzusatteln (wir berichteten). „Vorerst aber brauchen wir viel Hirnschmalz und Kreativität, um in visionären Bildern ein neues Gebäude in der Laurentiusstraße entstehen zu lassen“, betonte Schäfer. Er wünschte der Baustelle unfallfreies Gelingen und dass sie rechtzeitig Ende 2022 eingeweiht werden könne. „Damit und mit der Natur-Kita wird die Betreuungslandschaft noch breiter aufgestellt.“