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Klimaschutz ist für die neue Beauftragte des evangelischen Kirchenbezirks Ludwigsburg auch eine Glaubensfrage

Franziska Käfferlein ist seit November vorigen Jahres als Klimaschutzbeauftragte des Kirchenbezirks Ludwigsburg tätig. Nicht alle kirchlichen Gebäude verfügen über eine Photovoltaikanlage, so wie das Gemeindehaus der Auferstehungskirche. Foto: Ramona
Franziska Käfferlein ist seit November vorigen Jahres als Klimaschutzbeauftragte des Kirchenbezirks Ludwigsburg tätig. Nicht alle kirchlichen Gebäude verfügen über eine Photovoltaikanlage, so wie das Gemeindehaus der Auferstehungskirche. Foto: Ramona
Franziska Käfferlein ist seit dem 1. November 2021 im Amt – Bestandsanalyse ist die Basis

Ludwigsburg. Seit November vorigen Jahres ist mit Franziska Käfferlein eine Klimaschutzbeauftragte im Evangelischen Kirchenbezirk Ludwigsburg tätig. Diese Stelle ist neu geschaffen worden. Dahinter steht der christliche Gedanke, die Erde als Schöpfung zu erhalten und zu schützen.

Das Thema Klimaschutz betrifft zwar auch die Bereiche Mobilität und Beschaffung, aber die Expertin legt das Hauptaugenmerk zunächst auf die Liegenschaften des evangelischen Kirchenbezirks Ludwigsburg. Dazu gehören auch umliegende Orte wie Asperg, Möglingen, Kornwestheim, Remseck, Tamm und Freiberg.

Klimaneutralität ist das Ziel

Ob Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäuser oder Kindergärten – die Gebäude sind recht unterschiedlich und haben doch eines gemeinsam: Die Energie, die für den laufenden Unterhalt benötigt wird, lässt sich mit dem Ziel der Klimaneutralität nicht unbedingt vereinbaren. „Das bedeutet, nur so viele Emissionen zu verursachen, wie sie an anderer Stelle auch wieder aufgenommen werden können“, erläutert die Klimaschutzmanagerin.

Die Aufgabe von Franziska Käfferlein besteht darin, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, eine Bestandsanalyse zu erstellen und eine CO2-Bilanz zu ziehen. Diese Erkenntnisse bilden wiederum die Basis für ein Klimaschutzkonzept, in dem konkrete Maßnahmen festgeschrieben werden.

Studiengang Umweltsozialwissenschaften

„Die Kirche verfügt über eine Vorbildfunktion. Der Klimaschutz ist ein wichtiger Wert, der nach außen vertreten wird“, so Franziska Käfferlein. Die 26-Jährige stammt aus der Nähe von Nürnberg, hat zunächst in Freiburg und zuletzt im schwedischen Stockholm studiert. Dort hat sie ihren Master im Studiengang Umweltsozialwissenschaften gemacht.

„Während meines Studiums habe ich mich intensiv mit den Themen Naturschutz, Klimawandel und Umwelt beschäftigt“, so die 26-Jährige. Schon seit längerem sei vor allem Klimagerechtigkeit ein Thema, das die Kirchen beschäftigt. Zumal sowohl Schöpfungsverantwortung als auch Gerechtigkeit bereits in der Bibel thematisiert werden. Das bedeutet zum einen, Rücksicht auf die folgende Generation zu nehmen, aber auch, nicht auf Kosten von Menschen in ärmeren Regionen zu leben.

Auch wenn es ihr an Schweden die Natur und insbesondere die hohe Lebensqualität der Hauptstadt Stockholm angetan haben, fühlt Franziska Käfferlein sich in ihrer neuen Heimat sehr wohl. Die Alleen in Ludwigsburg mag sie besonders. Den Weg von ihrer Wohnung in Asperg zu ihrer Arbeitsstelle in Ludwigsburg legt sie übrigens mit dem Fahrrad zurück. Nur bei schlechtem Wetter steigt sie auf den ÖPNV um.

Oft zeigen bereits kleine Maßnahmen Wirkung

„Viele kirchliche Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Da wäre es schwierig, einfach eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu setzen“, ist sich die Klimaschutzbeauftragte der Problematik durchaus bewusst. Kirchen stellen aus energetischer Sicht ohnehin eine Besonderheit dar. Allerdings werden diese bei Weitem nicht so intensiv und regelmäßig geheizt wie zum Beispiel Kindertagesstätten.

In den vergangenen Wochen hat Franziska Käfferlein jedenfalls schon einige Gebäude besichtigt und sich mit deren Energiebilanz beschäftigt. „Oftmals zeigen bereits kleine Maßnahmen Wirkung“, ist die 26-Jährige überzeugt. Dazu gehört zum Beispiel eine Änderung des Heizverhaltens. Auch beim Wasserverbrauch lassen sich Sparmaßnahmen relativ leicht umsetzen.

Stadtspaziergang ist geplant

Die 26-Jährige ist sich darüber im Klaren, dass die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die meisten Projekte werden vermutlich an anstehende Sanierungsmaßnahmen gekoppelt. Eine große Rolle spiele die Finanzierbarkeit, so Franziska Käfferlein. „Der Klimaschutz ist eine große Aufgabe, der viele Bereiche umfasst“, macht sie deutlich. In vielen evangelischen Kirchengemeinden gibt es bereits Initiativen und Arbeitskreise, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sie für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren, plant sie für Freitag, 25.Februar 2022, um 16.30 Uhr zusammen mit dem Team von Markt8 einen Stadtspaziergang mit dem Thema „Was Bäume erzählen können“.

Die Teilnehmer sollen bei dem circa eineinhalbstündigen Spaziergang erfahren, was Bäume mit Nachhaltigkeit, dem Glauben und ihrem Leben zu tun haben. Die Teilnahme ist kostenlos, es gilt die 2G-Regel. Treffpunkt ist am Marktplatz 8. Infos gibt es im Internet hier.