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Koch enttäuscht nach Kündigung

Es knirscht im Gebälk bei Fußball-Verbandsligist VfB Neckarrems. Aufgrund fehlender Planungssicherheit hat der Verein den Vertrag mit seinem langjährigen Chefcoach Markus Koch gekündigt.

Hadert mit der Entscheidung des Vereins: VfB-Trainer Markus Koch.Foto: Baumann
Hadert mit der Entscheidung des Vereins: VfB-Trainer Markus Koch. Foto: Baumann

Remseck. „Das heißt aber definitiv nicht, dass er nicht mehr unser Trainer sein wird“, betont VfB-Finanzvorstand Arne Läubin. Otto Rehhagel, Volker Finke oder Christian Streich – drei Trainer, die ihre Clubs über lange Zeiträume geradezu verkörpert haben oder dies im Falle Streich noch heute tun. Auf lokaler Ebene gilt dies wie für keinen Zweiten für Markus Koch. „Ich bin seit 18 Jahren beim VfB Neckarrems, anfangs noch als Spieler und jetzt seit 16 Jahren als Trainer“, erzählt er. Der 53-jährige übernahm den Club zu Bezirksligazeiten und führte ihn zwischenzeitlich bis in die Oberliga, bevor man sich im letzten Jahrzehnt stabil in der Verbandsliga hielt, auch wenn dort die Luft zuletzt immer dünner wurde.

Doch knappe Kassen und ein in den Vereinen nur notdürftig funktionierender Kommunikationsfluss könnten als Folge des Corona-Lockdowns nun diese Liaison, die eine für die Ewigkeit schien, abrupt zu Ende gehen lassen. „Ja, ich wurde vor vier Wochen vom Vorstand bestellt und dabei wurde mir die Kündigung zum 30.6. auf den Tisch gelegt“, berichtet ein tief enttäuschter Koch, der fast ein wenig den Eindruck erweckt, sich gedemütigt zu fühlen. Vordergründig geht es dabei um eine Klausel, nach der sich sein Vertrag alljährlich verlängert, wenn er nicht vor Ende Februar gekündigt wird.

„Irgendwann geht alles einmal zu Ende, aber das ist hier nicht der Fall“, beschwichtigt VfB-Finanzvorstand Arne Läubin und führt aus: „Grund für die Kündigung war genau diese Klausel. Markus Koch ist in der Verbandsliga sicher kein teurer Trainer, aber wir wissen als Vorstand einfach nicht, wie es sportlich und finanziell weitergeht. Aktuell verlängern Sponsoren keine Verträge – die warten ab. Daher sind wir es unseren Mitgliedern schuldig, kein Risiko einzugehen und kündigen da, wo es möglich ist, auch Spielerverträge. Diese Kündigung bedeutet definitiv nicht, dass Koch im Sommer nicht mehr unser Trainer sein wird. Wir müssen eben nochmal reden“. Ein konkreter Termin, so Läubin weiter, sei jedoch nicht fixiert. Wann man das Gespräch suchen wird? „Irgendwann in den nächsten Wochen muss etwas passieren“, räumt Läubin zwar ein, hat aber zunächst einmal den Spielbetrieb im Auge: „Im Moment weiß keiner, wie es weitergeht. Wenn nicht bis spätestens am 9. Mai weitergespielt werden kann, wird die Saison annulliert. Kann man bis zum 20. Juni zumindest eine Halbserie zu Ende spielen, wird diese für Auf- und Abstieg gewertet.“

Völlig zerschnitten scheint das Tischtuch zwischen dem VfB und seinem Langzeittrainer derweil noch nicht. „Ich hänge natürlich am Verein, mag den Standort und viele Personen im Umfeld“, sagt auch Koch, wundert sich aber doch sehr, dass jenes „Wir-müssen-nochmal-reden“ schon seit Wochen im Raum steht, jedoch nichts passiert. „Aktuell habe ich keine Hinweise, dass mit mir noch geplant wird“, sagt er lakonisch. „Auf die Trainerbank werde ich zurückkehren. Wenn nicht in Rems, dann eben woanders“, stellt Koch aber klar.

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