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Komet-Beschäftige fordern Sozialplan

Stuttgarter Mitarbeiter des Werkzeugbauers demonstrieren vor dessen Hauptverwaltung in Besigheim

Protestaktion in Besigheim vor dem Komet-Areal. Foto: Alfred Drossel
Protestaktion in Besigheim vor dem Komet-Areal. Foto: Alfred Drossel

Besigheim/Stuttgart. Rund 100 Beschäftigte der Stuttgarter Niederlassung von Komet demonstrierten am Freitag vor der Hauptverwaltung des Werkzeugbauers in Besigheim. Etwa 80 Mitarbeiter des Werks Besigheim erklärten sich solidarisch und beteiligten sich innerhalb des Betriebsgeländes an der Protestaktion.

„Gestern Leitwerk – Heute Verlustwerk. Heute Stuttgart – Morgen Besigheim“ stand als Warnung auf einem Transparent, das Stuttgarter Mitarbeiter von Komet an der Bundesstraße27 außerhalb des Werkgeländes zeigten.

Mit Bussen waren sie aus Stuttgart gekommen, um gegen die schleppenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan zu demonstrieren. Dem Protest der Stuttgarter Belegschaft schlossen sich auch Betriebsräte und Beschäftigte der Standorte Balzheim und Empfingen an.

Mitglieder der Geschäftsleitung von Komet zeigten sich zwar bei den Demonstranten, äußerten sich jedoch nicht. Im Juli hatte der Aufsichtsrat der Komet Deutschland GmbH einen Restrukturierungsplan bekanntgegeben. Er beinhaltet die Schließung des Standorts Stuttgart-Vaihingen bis spätestens Ende 2021. Die dort angesiedelten Kompetenzen will die Luxemburger Ceratizit-Gruppe, zu der Komet gehört, künftig durch die Standorte Besigheim und Kedzierzyn-Kozle, in Polen, abdecken.

Seither verhandeln Betriebsrat und Management um einen Interessensausgleich und einen Sozialplan. Der bisherige Verhandlungsstand löst auf der Arbeitnehmerseite Unmut aus. Der Betriebsrat fordert deshalb eine deutliche Nachbesserung. „Das Unternehmen ist es den Beschäftigten gerade bei einer Betriebsschließung in der jetzigen Zeit schuldig, einen guten Sozialplan abzuschließen. Dieses Ziel ist mit dem Angebot des Unternehmens noch nicht erreicht“, so Britta Cartarius, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Stuttgart in Besigheim vor den Beschäftigten.

Ein Betriebsrat sagte: „Die Überlegungen des Arbeitgebers bilden nicht das ab, was unsere Belegschaft in den letzten Jahren geleistet hat. Hier müssen noch ein paar Euro drauf gelegt werden.“ Es müsse der Faktor für die Abfindung bei Eintritt in die Transfergesellschaft angehoben werden. Mit einem Faktor von 0,5 finanzierten die Beschäftigten die Transfergesellschaft selbst.

Unzufrieden seien die Beschäftigten auch, dass die Grundlage für die Berechnung der Abfindung nicht das Jahresentgelt, geteilt durch zwölf Monate sei, sagte Britta Cartarius. Beim jetzigen Verhandlungsstand würden Sonderzahlungen und Schichtzuschläge bei der Berechnung der Abfindung nicht berücksichtigt.

Vor allem ältere Kollegen ab 58 Jahre beklagten, dass es für sie keine Rentenbrücke gebe, um es gut bis zum Renteneintritt zu schaffen. Sie befürchteten, dass sie in der jetzigen Zeit mit Corona und einem hohem Stellenabbau in einer täglich ansteigenden Anzahl von Betrieben, keine Chance auf dem Arbeitsmarkt mehr hätten, betonte Cartarius. Alle Komet-Beschäftigten treibe die Frage um, wo und wie weitere Restrukturierungen auf der Tagesordnung landen.

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