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Kommune baut neues Gerätehaus

Standort bleibt, derzeitiges Gebäude wird abgerissen – Projektgruppe feilt rund ein Jahr an einer tragfähigen Lösung

Mehr als vier Millionen Euro soll das neue Feuerwehrgerätehaus kosten. Illustration: privat
Mehr als vier Millionen Euro soll das neue Feuerwehrgerätehaus kosten. Illustration: privat

Erdmannhausen. „Wir haben eine gute Lösung gefunden“, sagte Bürgermeister Marcus Kohler in der Ratssitzung am Donnerstagabend. Laut einstimmigem Beschluss baut die Kommune für mehr als vier Millionen Euro an der Marbacher Straße ein neues Feuerwehrgerätehaus. Das bestehende Gebäude wird abgerissen.

Was lange währt, wird endlich gut: Unter diesem Motto könnte der Abschluss eines umfangreichen Entscheidungsprozesses stehen. Bereits vor fünf Jahren war mit Planungen gestartet worden, denn die Feuerwehr braucht dringend mehr Platz, zunächst war von einem Anbau an das bestehende, in den 1980er Jahren errichtete Gerätehaus die Rede. Dafür sollte das noch ältere Gebäude nebenan, in dem im Erdgeschoss das Rote Kreuz und im Obergeschoss gemeindeeigene Wohnungen untergebracht sind, fallen. Doch bereits bei ihrer Hauptversammlung Anfang 2020 machte die Wehr deutlich, dass sie eigentlich lieber einen zukunftsfähigen Neubau am besten an anderer Stelle hätte. Das Thema stand unter anderem im Mittelpunkt des Bürgermeisterwahlkampfes Anfang 2020 und Marcus Kohler hatte versprochen, mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden. So wurde vor einem Jahr eine aus Vertretern der Verwaltung, der Feuerwehr und des Gemeinderates bestehende Projektgruppe ins Leben gerufen, die zusammen mit den Planern Thomas und Felix Ulmer Vorschläge erarbeitete. Verschiedene Vorentwürfe wurden betrachtet, analysiert und auch wieder verworfen. Das Rennen machte schließlich die Variante 8, hinter der nun alle Beteiligten stehen. Die jetzt präsentierte Vorplanung sieht einen Zweckbau mit deutlich mehr Platz als bisher vor, so dass beengte Verhältnisse bald der Vergangenheit angehören. Das Besondere: Die außen liegende Brandschutztreppe eignet sich auch als Übungsturm. „Wir sind flexibel, was das Raumprogramm angeht“, betonte Bürgermeister Kohler, der auch nochmals an die zurückliegenden Diskussionen um einen anderen Standort erinnerte. „Wir können nicht an anderer Stelle bauen, es gibt keine Standortalternative“, machte der Rathauschef deutlich.

So steht vor dem Neubau ein Komplettabriss auf dem Programm. Die Architekten rechnen allein dafür mit Kosten von rund 140000 Euro. Der neue Industriebau mit fünf Fahrzeugboxen, Schlauchlager, Wartungsgrube, Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie zweigeschossigem Nebengebäude mit Umkleiden, Sanitärbereichen, Schulungs-, Gemeinschafts- und Besprechungsräumen sowie Funkzentrale wird auf 2,3 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommen noch Außenanlagen, Ausstattung sowie Architekten- und Ingenieurleistungen, so dass der Neubau dann zuzüglich Mehrwertsteuer mit 4,35 Millionen Euro zu Buche schlägt. Laut Ratsbeschluss wird die Planung nun auf dieser Basis weitergeführt, im nächsten Frühjahr soll das Baugesuch eingereicht werden.

Die Projektgruppe hat aber wohl ihre Arbeit noch nicht ganz getan. Laut SPD-Gemeinderat Hans-Georg Götz sollte sie noch eine Lösung für die Übergangsphase finden: Denn während der Bauzeit braucht die freiwillige Feuerwehr eine interimsweise Unterbringung. Die Ratsmitglieder lobten einhellig die jetzt vorgelegte Neubauplanung als zukunftsweisende Lösung. Stefan Glock von den Freien Wählern fragte nach, ob sich die Gemeinde wegen steigender Preise für Baumaterialien auf Mehrkosten einstellen müsse. Nach Einschätzung von Architekt Thomas Ulmer entspannt sich derzeit die Lage, exorbitante Steigerungen seien nicht zu erwarten.

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