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Kontraste mit Franz Schubert und Latin-Jazz

Einmal Schubert, einmal Latin-Jazz: Zwei ganz unterschiedliche Werke prägten das Kirchenkonzert des Kreis-Chores des Sängerkreises Mittlerer Neckar in der katholischen Christkönigkirche. Das Publikum honorierte dabei vor allem die feurige Note.

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Der Kreis-Chor glänzte beim Konzert in der katholischen Christkönigkirche, das sich im Spannungsfeld zwischen Klassik und Moderne bewegte. Foto: Ramona Theiss

Ingersheim. Der vor über 30 Jahren gegründete Kreis-Chor besteht aus ambitionierten Frauen und Männern des Chorverbandes. Er hat sich vor allem wegen seines umfangreichen Repertoires einen guten Ruf erworben. So vermittelt der von Holger Frank Heimsch geleitete Chor dem Publikum stets musikalische Vielfalt. Das geschah auch beim Konzert in Ingersheim, das sich im Spannungsfeld zwischen Klassik und Moderne bewegte.

Die Deutsche Messe von Franz Schubert ist eher eine Sammlung geistlicher Lieder und geprägt von schlicht-eingängiger Melodik. Gesungen wird in deutscher Sprache, die romantische Verklärung dieses Werkes ist immer spürbar. Der Kreis-Chor näherte sich dem Werk mit großer Zurückhaltung, begleitet von der Orgel stand das Flehen im Mittelpunkt, nur der ausdrucksstarke Schlussgesang bildete hier eine Ausnahme. Ein Kontrast dazu waren Ausschnitte aus Martin Völlingers „Latin Jazz Mass“, wo die Akteure ihre gesanglichen Qualitäten mit Fröhlichkeit und Frische ausspielten. Das Kyrie bekam mächtigen Drive, das Danklied und das die Freude über Gott zum Ausdruck gebrachte Schlusslied waren von mitreißender Ausdruckskraft mit sanften und rasanten Elementen geprägt.

Die groovende musikalische Begleitung durch Timea Toth am Klavier, Hans-Joachim Weiss am E-Bass und Joe Kukula am Schlagwerk machte diese „Latin Jazz Mass“ zum Erlebnis. Herausragend waren außerdem die packenden solistischen Passagen des Saxofonisten Andreas Rapp. Das Publikum im dicht besetzten Gotteshaus applaudierte begeistert.

Der Einstieg in das Konzert am späten Sonntagnachmittag gelang mit der beliebten Mozart-Weise „Ave verum“, wo der Chor mit äußerst ausgewogenem Klang überzeugte. Ergreifend dargeboten wurde außerdem das geistliche Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“. Seine Klasse bewies der in allen Stimmlagen gut besetzte Chor bei drei Weisen des russischen Komponisten Dimitri Bortniansky. Komplex im Ausdruck erklang überdies das „Locus iste“ von Anton Bruckner. Die Organistin Andrea Schöne bereicherte das Geschehen mit Kompositionen aus Barock und Moderne. Die Erwartungen erfüllte Pachelbels Präludium, während das Stück „Dance with me“ mit flott-modernen Rhythmen überraschte.

Info: Das Kirchenkonzert des Kreis-Chores des Sängerkreises Mittlerer Neckar wird nochmals am Sonntag, 4. November, um 17 Uhr in der evangelischen St.-Georgs-Kirche im Ludwigsburger Stadtteil Poppenweiler aufgeführt.