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Künftig wird noch mehr geübt

Auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr im Remsecker Stadtteil Aldingen entsteht eine sogenannte Kaltgrube, in der Feuerwehrleute die Bergung verschütteter Personen üben können. Jetzt wurde ein Bodenplattenfest gefeiert.

Landrat Dietmar Allgaier (Dritter von rechts), Oberbürgermeister Dirk Schönberger (Dritter von links), Kreisbrandmeister Andy Dorroch (rechts), Kommandant Ingo Schiek (links) und Angehörige von Abteilung 1 und 2 der Remsecker Wehr auf der neuen Boden
Landrat Dietmar Allgaier (Dritter von rechts), Oberbürgermeister Dirk Schönberger (Dritter von links), Kreisbrandmeister Andy Dorroch (rechts), Kommandant Ingo Schiek (links) und Angehörige von Abteilung 1 und 2 der Remsecker Wehr auf der neuen Bodenplatte. Foto: Andreas Becker
Der Lkw trägt einen Abrollbehälter mit 10 000 Liter Löschwasser.
Der Lkw trägt einen Abrollbehälter mit 10 000 Liter Löschwasser.

REMSECK. Der Anlass der Feier werfe Fragen auf, räumte der Remsecker Feuerwehrkommandant Ingo Schiek ein, als er seine Truppe, Stadträte, Oberbürgermeister Dirk Schönberger, Landrat Dietmar Allgaier und Kreisbrandmeister Andy Dorroch begrüßt. Denn offiziell wurde zum Bodenplattenfest der neuen Kaltgrube geladen.

„Viele werden sich gefragt haben, was ein Bodenplattenfest und eine Kaltgrube eigentlich sind“, so der Kommandant. In aller Regel stehe ein Richtfest ja nach Fertigstellung von Rohbau und Dachstuhl auf dem Programm. Dieser Termin wäre aber mitten in die Sommerferien gefallen. „Dann wäre die Hälfte der Gäste im Urlaub“, befürchtete Schiek. Stattdessen kam die gesellige Runde schon jetzt beim Bodenplattenfest zusammen, denn die Arbeiten am Fundament der neuen Halle wurden vor einigen Tagen abgeschlossen.

Was aber ist eine Kaltgrube? Bereits in der Vergangenheit befand sich auf dem Aldinger Feuerwehrgelände eine Übungsgrube für Tiefbauunfälle, in der Nachwuchskräfte die Bergung verschütteter Personen trainieren konnten. Nun wird diese Vertiefung überdacht, so dass die Proben für den Ernstfall künftig unabhängig von Jahreszeit und Witterung stattfinden können.

Die Frau eines Feuerwehrmanns hat sich für den Neubau den Namen Kaltgrube ausgedacht, der für „Kreiszentrum Ausbildung, Logistik, Technik“ steht. Das Land Baden-Württemberg hat Fördermittel in Höhe von 180000 Euro bewilligt. Der Landkreis, der die Ausbildungsstätte künftig als Träger unterhält, schießt 100000 Euro zu. Schon jetzt finden zwei Übungen im Monat statt. „Mit der Fertigstellung wird diese Zahl ansteigen, auch Kooperationen mit dem Technischen Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen sind angestrebt“, sagte Landrat Allgaier. „Hier entsteht ein wertvoller Baustein der Nachwuchsausbildung.“

Bedingung für die Förderung war, dass die Aldinger Wehr die restlichen 20000 Euro durch Eigenleistung beiträgt. Mehr als 500 Stunden haben Mitglieder der Truppe bereits investiert. Und viele Stunden werden in den kommenden Wochen und Monaten hinzukommen. Laut Kommandant Schiek soll die Kaltgrube noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Mit Jürgen Räuchle hat die Aldinger Wehr einen Bauunternehmer in ihren Reihen, der das Vorhaben professionell koordiniert. Räuchle war es auch, der bei der Feierstunde den vorgezogenen Richtspruch vortrug. Sein Viertele Trollinger leerte er in einem Zug und schmetterte das Glas anschließend mit voller Wucht gegen eine der bereits stehenden Seitenwände. „Auf die Feuerwehr können Sie sich nicht nur im Einsatz verlassen“, versicherte Räuchle den offiziellen Entscheidungsträgern. „In Zeiten knapper Kassen packen wir auch kräftig mit an.“

Die Atmosphäre beim Festakt war gelöst; die Truppe genoss es sichtlich, mit ihren Gästen zu feiern. Das Publikum vesperte an Bierzeltgarnituren auf der neuen Bodenplatte. Das Wetter spielte mit, und erstmals seit Ausbruch der Pandemie konnte wegen der niedrigen Inzidenz wieder einmal ohne Masken und Abstand gefeiert werden. Der Spielmanns- und Fanfarenzug spielte befreit auf. „Es tut einfach gut, nach so langer Zeit wieder zusammenzukommen und diese Musik zu hören“, sagte der Landrat. Nicht mehr viele Feuerwehren hätten einen eigenen Spielmanns- und Fanfarenzug. Dietmar Allgaiers Rat: „Hegen und pflegen Sie dieses zarte Pflänzlein.“

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